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2016 wurde Nico Rosberg Formel-1-Weltmeister
© AFP/SID/KARIM SAHIB | Zoom

Das SID-Kalenderblatt am 27. November: Nico Rosberg wird Formel-1-Weltmeister

Nicht schon wieder, bloß nicht schon wieder, raste es Nico Rosberg durch den Kopf, als die Rennwagen in seinem Rückspiegel immer größer wurden.

Köln (SID) - Nicht schon wieder, bloß nicht schon wieder, raste es Nico Rosberg durch den Kopf, als die Rennwagen in seinem Rückspiegel immer größer wurden. Dauerrivale Lewis Hamilton scheute auch die unsauberen Tricks nicht und bremste das Feld gezielt ein, um im "Krieg der Sterne" um die Formel-1-Weltmeisterschaft zum dritten Mal die Oberhand zu behalten.

Doch diesmal kam es anders. Als Nico Rosberg am 27. November 2016 die Ziellinie auf dem Yas Marina Circuit von Abu Dhabi überfuhr, war er zwar nur Zweiter hinter seinem Mercedes-Teamkollegen Hamilton - doch der Triumph war ganz seiner.

Fünf Punkte Vorsprung rettete der gebürtige Wiesbadener nach 21 teils denkwürdigen Saisonrennen ins Finish. Das Jahr 2016 begann Rosberg mit vier Siegen, nach Silberpfeil-Kollisionen in Barcelona und Spielberg schien das Pendel wieder zugunsten Hamiltons auszuschlagen - doch Rosberg kam nicht zuletzt mental stark aus der Sommerpause und konnte sich in den letzten Rennen vier zweite Plätze hinter dem wütenden Hamilton leisten.

In seinem elften Formel-1-Jahr war der Sohn des 1982er-Weltmeisters Keke Rosberg damit endlich am Ziel seiner Träume. "Ich will jetzt nur noch feiern und die Sau rauslassen", kündigte Rosberg an und ließ Taten folgen. Tagelang ließ es der 31-Jährige krachen, als gäbe es kein Morgen mehr.

Und tatsächlich schockte der Wahl-Monegasse die Motorsport-Welt nur fünf Tage nach seinem Triumph. Ehe er in Wien den Weltmeisterpokal in Empfang nahm, erklärte Nico Rosberg aus heiterem Himmel seinen Rücktritt: "Ich habe den Berg erklommen, ich bin an der Spitze angekommen, und es fühlt sich richtig an."

Nach Jahren voller Nackenschläge in den entscheidenden Momenten hatte es dieses eine Mal gepasst. Hamilton - vier Jahre später der erfolgreichste Formel-1-Fahrer der Geschichte - ließ den als weich geltenden Rosberg über sich hinauswachsen. Diesen Kraftakt im Hamsterrad Formel 1 wollte und konnte der Deutsche nicht noch einmal vollbringen. Insofern war sein Rücktritt am 2. Dezember Nico Rosbergs zweiter Triumph binnen weniger Tage.

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