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Ferrari, der Gründer von dem Ferrari Rennstall in der F1
© AFP/SID/DANIEL JANIN | Zoom

Das SID-Kalenderblatt am 1. Dezember: Enzo Ferrari gründet die Scuderia

Es gab Zeiten, da war Ferrari noch kein Mythos, da war Ferrari ein recht gewöhnlicher italienischer Nachname.

Köln (SID) - Es gab Zeiten, da war Ferrari noch kein Mythos, da war Ferrari ein recht gewöhnlicher italienischer Nachname. Und der Träger dieses Namens hatte an einem Novemberabend des Jahres 1929 einen wichtigen Termin in Bologna: Enzo Ferrari traf sich zum Essen mit den wohlhabenden Textilfabrikanten Augusto und Alfredo Caniato, sein Ziel: Die Brüder sollten die Gründung eines eigenen Rennstalls finanzieren.

Und der junge Mann wusste zu überzeugen. Wenig später, am 1. Dezember 1929, wurde die Scuderia Ferrari aus der Taufe gehoben. Ein Team das, so hieß es, zum Zweck des "Kaufs von Rennwagen der Marke Alfa Romeo und der Teilnahme mit denselben an Motorsportveranstaltungen" erschaffen wurde. Und das tat Ferrari in den folgenden Jahren ziemlich erfolgreich.

Der Gründer, zuvor selbst ein ordentlicher Rennfahrer, saß nicht am Steuer, seine Mannschaft aber funktionierte. In den dreißiger Jahren bot sie den deutschen Großbetrieben Mercedes und Auto Union Paroli, zumindest hin und wieder. 

Die Ehe zwischen Alfa und Ferrari funktionierte also, sie hielt aber nicht lange. Die Scheidung wurde zum Rosenkrieg, Ferrari sollte sich vertraglich verpflichten, vier Jahre lang kein Auto unter seinem später so großen Namen zu bauen. Dann kam der Zweite Weltkrieg, und die Karriere als Autobauer hätte hier enden können: Die Fabrik in Modena wurde zerbombt, Ferrari zog nach Maranello um.

In dieser Zeit allerdings konnte er sich auf seinen legendären Ehrgeiz verlassen - und begann schon kurz nach dem Krieg mit dem Bau des ersten Autos unter seinem Namen: Der Ferrari 125 rollte im März 1947 aus der Fabrik.

Um die Firma zu ernähren, baute Maranello bald auch Straßenwagen, der Ruhm wurde aber auf den Rennstrecken begründet. Verschiedenste Formen gingen in verschiedensten Klassen an den Start, immer häufiger waren sie die Autos, die es zu schlagen galt, auch in der Formel 1 - und die Geschichte nahm ihren Lauf.

Mehr als 200 Siege, 15 Fahrer- und 16 Konstrukteurs-Weltmeisterschaften holten die roten Renner in der Königsklasse, und über diese Erfolge hinaus waren die Ferraris stets mehr als bloß Rennautos. Der Mythos fuhr mit. Immer dabei: Das springende Pferd, das Cavallino Rampante.

Das übrigens prangte vor gut 100 Jahren noch auf dem Flieger des italienischen Weltkriegshelden Francesco Baracca. Dessen Mutter ermutigte den jungen Enzo Ferrari dann, es doch für seine Autos zu übernehmen. "Es wird dir Glück bringen", sagte sie. Und hatte nicht zu viel versprochen.

SID wt ma

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