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Sebastian Vettel (l.) hat auch im Aston Martin Probleme
© AFP/SID/MAZEN MAHDI | Zoom

Das Formel-1-Reife(n)zeugnis des SID: Sakhir

Da ist Sebastian Vettel nach einem verlorenen Jahr raus aus dem roten Auto, das nicht so will wie er - und dann dasselbe in Grün.

Sakhir (SID) - SEBASTIAN VETTEL: Ja geht denn das schon wieder los? Da ist Sebastian Vettel nach einem verlorenen Jahr endlich raus aus dem roten Auto, das nicht so will wie er, weg von dem Team, das ihn nicht mehr braucht. Da ist endlich der Tag gekommen, an dem er für seinen neuen Arbeitgeber Rennen fahren darf - und dann ist bei Aston Martin alles einfach nur dasselbe in Grün. Ein Auto, das Vettel nicht versteht, eine Strategie, die ins Nichts führt, und ein Ex-Weltmeister, der langsam und vor allem fehlerhaft durch das Rennwochenende rollt. Vettels erster Grand Prix in British Racing Green war nicht einfach nur ein verpatzter Einstand, es war ein dramatisch schwaches Wochenende für das Team und den Neuen. Vettel immerhin demonstriert Hoffnung, und genug Luft nach oben gibt es ja tatsächlich. Angesichts der "vielen kleinen Dinge, die den Rhythmus brechen", wie Vettel sagt, ist aber fraglich, ob und wie schnell man dieses Loch überhaupt verlassen kann.

MICK SCHUMACHER: Der 22-Jährige landete als 16. einen Platz hinter Vettel, aber die Gemütslage war eine völlig andere. Gelöst lief Mick Schumacher durch das Fahrerlager, und es wirkte, als sei da schon ein wenig Druck abgefallen nach dem Debüt, das ja irgendwie die ganze Motorsportwelt verfolgt hatte. Am Ende stand eine reife Vorstellung auf und neben der Strecke, Mick Schumacher strahlte dabei eine Ruhe aus, die auch sein Teamchef Günther Steiner bemerkenswert fand. Im Haas war kein Kampf mit den anderen Teams möglich, das könnte auch eine Weile so bleiben. Seinem Teamkollegen Nikita Masepin war Schumacher an diesem Wochenende aber in Training, Qualifying und Rennen überlegen. In Bahrain hat eine vielversprechende Formel-1-Karriere begonnen.

LEWIS HAMILTON UND MERCEDES: Diese Verbindung bleibt das Beste, was die Formel 1 zu bieten hat - auch nach acht gemeinsamen Jahren, auch nach sechs gemeinsamen WM-Triumphen. Selten hat die Dominanz von Mercedes so sehr gewackelt wie in den vergangenen zwei Wochen in Bahrain. In den Testfahrten, im Training und im Qualifying war Red Bull überlegen, auch im Rennen hatten sie wohl das schnellere Auto. Aber es reicht eben nicht, NUR Hamilton oder NUR Mercedes zu schlagen, die Kombination will besiegt werden. Am Sonntag waren es eine herausragende Fahrt und eine aggressive Taktik, die zusammen den Erfolg brachten. Und auch 2021 gilt: Wer ganz nach oben will, muss an Hamilton und Mercedes vorbei.

RED BULL: Immerhin gibt es mal jemanden, der dazu in der Lage scheint. Ganz nah war Max Verstappen ja dran am Sieg, am Ende wurde er wegen enger Regeln bei einem späten Überholversuch zurückgepfiffen. Aber das ehemalige Weltmeisterteam, sonst Experte für ein starkes Jahresende, ist endlich mal schon zu Saisonbeginn auf der Höhe. Das stabile Reglement macht's wohl möglich. Red Bull nimmt seine Stärken aus dem vergangenen Winter mit und hat zudem einen nochmal gestärkten Honda-Motor im Heck, der sogar bei Mercedes anerkennende Blicke erntet. Vielleicht bringt diese Saison endlich das lang erwartete Generationenduell um den WM-Titel: Verstappen (23) gegen Hamilton (36).

SPRUCH DES WOCHENENDES: "Ich fühle mich nicht zu Hause in diesem Auto." (Sagte Sebastian Vettel. Nicht über einen Ferrari, sondern über einen Aston Martin.)

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