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Lewis Hamilton (l.) und Max Verstappen kollidieren
© AFP/SID/ANDREJ ISAKOVIC | Zoom

Das Formel-1-Reife(n)zeugnis des SID: Monza

Verletzt wurde niemand. Das war auch nach dem neuerlichen Crash der beiden WM-Rivalen, Max Verstappen und Lewis Hamilton, die beste Nachricht.

Formel 1 Grand Prix auf dem Autodromo Nazionale Monza

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Monza (SID) - MAX VERSTAPPEN UND LEWIS HAMILTON: Verletzt wurde niemand. Das war auch nach dem neuerlichen Crash der beiden WM-Rivalen die beste Nachricht. Nachdem in Silverstone Verstappen Glück im Unglück hatte, blieb in Monza Rekordweltmeister Hamilton dank des Cockpitschutzes "Halo" von schweren Verletzungen verschont. Dass der Titel in der Formel 1 mit harten Bandagen ausgefahren wird, ist legitim und gewollt. Hamilton und Verstappen müssen jedoch aufpassen, das Risiko nicht zu überreizen. Statt Gewinnern gab es so am Ende auf beiden Seiten nur Verlierer.

DANIEL RICCIARDO: Auf den Schluck Schampus aus dem verschwitzten Rennstiefel hatte Ricciardo drei Jahre gewartet. Augenscheinlich schmeckte er, dem ziemlich unappetitlichen Gefäß zum Trotz. Der Australier genoss seine lang vermisste Sieg-Tradition ("Shoey") in vollen Zügen. In Italien war ihm endlich der große Befreiungsschlag gelungen. Sein Start aus der ersten Reihe war herausragend, in der Folge hielt er Verstappen und seinen Teamkollegen Lando Norris auf Abstand und belohnte sich mit dem ersten Erfolg seit Monaco 2018. "Ich war nie weg", sagte Ricciardo hinterher. Bis zum nächsten "Shoey" sollen nicht wieder drei Jahre vergehen.

SEBASTIAN VETTEL: Geht er? Bleibt er? In Italien war Vettels Zukunft eines der heiß diskutierten Themen im Fahrerlager. Sein Cockpit im Aston Martin ist für die Saison 2022 noch nicht bestätigt. Teamchef Otmar Szafnauer deutete zwar eine baldige Einigung mit dem viermaligen Weltmeister an. Sicher ist aber nichts. Doch: Vettels Erfahrung ist viel Wert für den Rennstall, auch wenn sie sich in Monza nicht im Ergebnis niederschlug. Der Heppenheimer wurde Zwölfter und verpasste die Punkte.

VALTTERI BOTTAS: Vor Startplatz 19 auf Rang drei: Bottas krönte im Rennen ein herausragendes Wochenende. Bestzeit im Qualifying, Sieg im Sprintrennen, Podest - im ersten Einsatz seit der Bekanntgabe seines Abschieds von Mercedes wirkte der Finne von einer Last befreit. Und er zeigte, wie wichtig er in dieser Form für die Silberpfeile im Kampf um die beiden Titel sein wird. "Masterclass". Das Prädikat, das ihm Sportchef Toto Wolff verlieh, hatte sich Bottas verdient. Ab der Saison 2022 profitiert Alfa Romeo von Bottas' Qualitäten. Unterordnen wie bei Mercedes muss er sich dann nicht mehr.

MICK SCHUMACHER: Der Haas-Rookie verbuchte einen weiteren Punktsieg im Teamduell mit Nikita Masepin. Der Russe hatte übermotiviert für die nächste Kollision mit seinem deutschen Rivalen gesorgt und schied später aus, Schumacher belegte Rang 15. Auch die Rennkommissare sahen den Fehler bei Masepin, drückten ihm eine Fünf-Sekunden-Strafe aufs Auge. Der Burgfrieden von Monza hielt bei Haas jedoch. Vielleicht auch, weil es in der Schuldfrage dieses Mal keine zwei Meinungen gab. 

SPRINT: "Weder Fisch noch Fleisch" - Toto Wolff fasste das neuartige Format treffend zusammen. Die Idee, über ein Kurzrennen die Startaufstellung für das Rennen am Sonntag zu ermitteln, erwies sich wieder als Rohrkrepierer. Kein Risiko, kein Überholen - wie schon bei der Premiere in Silverstone fehlte dem Sprintrennen die Spannung. In Brasilien wird es noch einmal zum Einsatz kommen. Änderungen - etwa durch eine umgekehrte Startreihenfolge - werden für die weitere Zukunft diskutiert. Einigkeit unter den Teams besteht noch nicht.

SPRUCH DES WOCHENENDES: "Der Halo hat definitiv Lewis' Leben gerettet." (Wolff zum Unfall zwischen Hamilton und Verstappen)

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