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Lewis Hamilton feiert in Mexiko
© POOL/POOL/SID/Marco Ugarte | Zoom

Das Formel-1-Reife(n)zeugnis des SID: Mexiko-Stadt

Lewis Hamilton fährt wie der Champion, der er ist. Valtteri Bottas muss eigentlich nicht mehr rechnen. Und Sebastian Vettel schenkt einen Sieg her.

Grosser Preis von Mexiko 2019

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Mexiko-Stadt (SID) - LEWIS HAMILTON: Der Champion hat mal wieder gezeigt, warum er sehr bald nur noch einen Weltmeistertitel hinter Michael Schumacher rangieren wird. Hamilton holte an einem Wochenende, in das Mercedes als dritte Kraft gestartet war, das Maximum heraus. Ein fehlerfreies Rennen, perfektes Reifenmanagement und eine gute Rennstrategie spülten den Briten vorbei an den Ferraris an die Spitze des Feldes und letztlich zum Sieg. Platz acht am nächsten Sonntag in Austin/Texas reicht Hamilton aus eigener Kraft zur WM. Eigentlich ist er aber jetzt schon Weltmeister.

VALTTERI BOTTAS: Bottas nämlich muss alle ausstehenden drei Rennen gewinnen - am besten noch mit schnellster Rennrunde, um seinen Teamkollegen Hamilton rechnerisch überhaupt noch abfangen zu können. Dieses Szenario erscheint ebenso unwahrscheinlich wie jenes, dass der zehnmalige Saisonsieger Hamilton dreimal ohne Punkte bleibt. Und so trug Bottas es in Mexiko mit Fassung, dass sein ohnehin vager Traum geplatzt ist. Der Finne hat nur über kurze Sequenzen einer Saison den Speed von Hamilton. Das reicht einfach nicht für die Krone.

FERRARI: Wirklich unzufrieden war Sebastian Vettel nicht, dabei wäre für ihn in Mexiko durchaus der zweite Saisonsieg drin gewesen. Ferrari startete von ganz vorne ins Rennen, der Heppenheimer und sein Teamkollege Charles Leclerc bogen auf den Plätzen eins und zwei in die erste Kurve ein. Letztlich vergab Ferrari die Siegchance am Kommandostand. Die Zwei-Stopp-Strategie bei Leclerc erwies sich letztlich als falsch. Vettel auf einen Stopp zu setzen war hingegen richtig, doch auf Intervention des Deutschen schob Ferrari den Reifenwechsel hinaus - und eröffnete so Hamilton erst die Chance zum erfolgreichen Undercut, dem Überholen dank Topzeiten nach einem früheren Reifenwechsel. Wieder einmal hat Ferrari bewiesen, dass dem Team im Vergleich zu Mercedes vor allem Cleverness fehlt.

MAX VERSTAPPEN: Max Verstappens Mexiko-Hattrick galt im Vorfeld als möglich bis wahrscheinlich. Und tatsächlich: Sein Red Bull kam bestens mit der Höhenluft zurecht, der 22-Jährige raste auch zur Pole Position - nur leider etwas zu schnell. Denn Verstappen nahm die gelben Flaggen nach dem Unfall von Bottas im Qualifying war, blieb aber auf dem Gas, anstatt wie vorgeschrieben deutlich zu bremsen. So ging es für den Heißsporn nur von Rang vier ins Rennen anstatt von ganz vorne. Und Verstappen verfing sich in Scharmützeln, erst mit Hamilton, dann mit Bottas, die ihn ans Ende des Feldes zurückwarfen. Der junge Niederländer fährt 2019 zwar so gut und konstant wie nie, doch seine Aggressivität wird ihm immer noch regelmäßig zum Verhängnis.

MEXIKO: Nicht von ungefähr sahnt Mexiko seit Jahren den Preis für den besten Grand Prix im Formel-1-Kalender ab. Die Zuschauerränge waren schon im freien Training beachtlich gefüllt, die Drei-Tages-Tickets sind weit im Voraus vergriffen. Die Stimmung im Autodromo Hermanos Rodriguez ist gigantisch, vor allem im beeindruckenden Baseball-Stadion inmitten der Strecke. Dazu lassen sich die Organisatoren jedes Jahr etwas Neues einfallen. Mexiko mag nicht die größte Motorsporttradition haben, aber die Hingabe ist schlicht beeindruckend und ein Vorbild für einige andere Formel-1-Destinationen.

SPRUCH DES WOCHENENDES: "Ich hatte heute Morgen etwas Kopfschmerzen. Ich weiß nicht, ob das vom Tequila oder vom Crash kam." (Valtteri Bottas nach dem Rennen. Am Samstag im Qualifying hatte der Finne einen schweren Unfall.)

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