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„Motorsport ist ein Stück Freiheit, das wir erhalten müssen“
© Porsche | Zoom

Podcast: FIA-Präsident Jean Todt „Motorsport ist ein Stück Freiheit, das wir erhalten müssen“

Ein Leben für den Motorsport: Jean Todt hat als Rallye-Beifahrer begonnen und als Teamchef große Erfolge in den bedeutendsten Rennserien der Welt gefeiert. Seit 2009 ist er Präsident des Automobilsportweltverbands FIA. Im aktuellen „Inside E“ Podcast spricht der Franzose über Rennen in Zeiten der Pandemie, die Erfolgsgeschichte der Formel E sowie die gesellschaftliche und soziale Verantwortung der FIA und des Motorsports.

„Für mich ist wichtig, dass Motorsport nicht nur als Sport und Unterhaltung gesehen wird, sondern auch als Entwicklungslabor für mehr Sicherheit.“ Mit innovativen Lösungen, so Jean Todt, habe man in den vergangenen Jahren nicht nur die Rennautos noch sicherer gemacht. Auch in Straßenautos leisteten viele dieser Entwicklungen einen wichtigen Beitrag zur Verkehrssicherheit. „Mit den Fortschritten, die wir auf diesem Gebiet gemacht haben, retten wir Leben im Motorsport und auf der Straße.“
 
Als eine der großen Herausforderungen unserer Zeit sieht Jean Todt – neben Covid-19, Klimawandel, Gesundheit und Vielfalt der Gesellschaft – die Gleichstellung der Frau. Die FIA habe bereits 2009 mit der Gründung der „Women in Motorsport Commission“ damit begonnen, Frauen auf ihrem Weg zu unterstützen. Das Gesicht dieser Initiative war die erfolgreiche Rallye-Pilotin Michèle Mouton. „Wir wollen mehr Frauen im Motorsport. Nicht nur als Rennfahrerinnen, sondern auch in Führungspositionen der FIA, in der Administration und als Marshalls an der Strecke“, sagt Jean Todt. Das reine Frauenteam bei den 24 Stunden von Le Mans sei im Vorjahr ein Meilenstein in diesem Bemühen gewesen. „Für Frauen ist es immer noch ein langer Weg, auch im Motorsport. Doch sie sind motiviert und wollen Erfolg. Und wir sind da, um sie dabei zu unterstützen.“
 
Aktuell ist es der Motorsport in Zeiten der Pandemie, der seine ganze Aufmerksamkeit erfordert. „Wir gehen sehr respektvoll mit dieser Situation um“, sagt der FIA-Präsident. „Dabei waren wir äußerst kreativ, auch im Bezug auf den Kalender, und haben damit erreicht, dass die wichtigen Meisterschaften laufen.“ Möglich sei das dank des großen Engagements und der guten Zusammenarbeit aller Beteiligten. „Wir haben gezeigt, dass wir gemeinsam auch schwierige Situationen erfolgreich meistern können.“
 
Die Formel E sieht er als Erfolgsgeschichte. Das Konzept, das in seinem Beisein 2011 in einem Pariser Restaurant auf der Rückseite einer Serviette entworfen wurde, sei schneller aufgegangen als erwartet. Mit dieser Weltmeisterschaft bringe man nicht nur attraktiven Motorsport in die großen Metropolen, sondern räume auch mit den immer noch weit verbreiteten Vorbehalten gegen Elektroautos auf. „Die Formel E bietet innovative Autos und spannende Rennen. Dadurch schärft sie in der Öffentlichkeit das Bewusstsein für die wichtige Rolle von Elektroautos bei der Mobilität der Zukunft.“
 
Die Leidenschaft für den Motorsport trägt Jean Todt seit seiner Kindheit in sich. Und auch seine Zukunft sieht er optimistisch. „Die Entwicklung der letzten Jahre, gerade auch im Hinblick auf Sicherheit und Nachhaltigkeit, ist sensationell“, sagt er. „Motorsport ist der Traum vieler Menschen und auch ein Stück Freiheit. Das müssen wir erhalten.“
 

Porsche / DW