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Die Fahrerlagergeschichten aus Zandvoort.
© ADAC Motorsport | Zoom

Fahrerlagerradar der ADAC Formel 4 aus Zandvoort

Das zweite Rennwochenende liegt hinter den Motorsporttalenten der ADAC Formel 4. Auf dem CM.com Zandvoort gelang Oliver Bearman mit zwei Start-Ziel-Siegen ein fast perfektes Wochenende. Das Team von Van Amersfoort Racing landete bei seinem Heimspiel am Sonntag sogar mit drei Fahrern in den Top3. Auch Michael Sauter durfte sich bei seiner Rookie-Premiere auf dem Podium wiederfinden. Regelrecht begeistert zeigten sich die Fahrer von der umgebauten Streckenvariante des legendären Dünenkurses. Der ehemalige Formel-4-Pilot Jannes Fittje lies Kinderherzen höher schlagen. Für das internationale Starterfeld war auch das EM-Finale zwischen Italien und England ein Thema. Beste äußere Bedingungen sorgten an der niederländischen Nordseeküste für jede Menge Urlaubsatmosphäre. Die Fahrerlagergeschichten aus Zandvoort.

Mr. Zandvoort

Von der Pole zum Sieg und das gleich zweimal: Van-Amersfoort-Pilot Oliver Bearman zeigte sich in exzellenter Verfassung und wurde vom Streckensprecher zum Mr. Zandvoort gekürt. Mit Bestzeiten in den freien Trainings, den jeweils schnellsten Runden in den Qualifyings und zwei Rennsiegen hat er sich diesen Titel auch verdient. „Für mich war es natürlich insgesamt ein super Wochenende. Mich freut es sehr für das gesamte Team. Es ist der Ertrag für die harte Arbeit, die wir alle leisten“, sagte Bearman. Es ist schon jetzt abzusehen, dass der junge Brite Topfavorit auf die Meisterschaft ist. Auch beim Saisonauftakt auf dem Red Bull Ring in Österreich gewann Bearman zwei Rennen, er führt nun die Gesamtwertung mit 112 Punkten und 40 Zählern Abstand auf den Zweitplatzierten Sebastian Montoya deutlich an.
 

Erfolgreiches Heimspiel

Neben den Leistungen von Oliver Bearman feierte Van Amersfoort Racing bei ihrem Heimspiel in Zandvoort noch einen ganz besonderen Erfolg. Im ersten Sonntagsrennen fuhren die VAR-Piloten Bearman, Joshua Dufek und Nikita Bedrin in die Top3. Dreimal Van Amersfoort Racing auf dem Podium, welch eine Dominanz beim Heimrennen des niederländischen Teams. „Das passiert nicht alle Tage, dass du als Team die ersten drei Plätze belegst. Wir sind alle so glücklich“, jubelte der Schweizer Dufek im Anschluss
 

Rookie-Premiere

Michael Sauter wurde im dritten Rennen in Zandvoort bester Rookie. Der 16-jährige Schweizer sicherte sich damit in seiner Premierensaison somit auch seinen ersten Pokal. Hinter seinem Team Sauter Engeneering + Design steckt ein Vater-Sohn-Gespann. Gemeinsam wollen sich Michael und Vater Stephan Sauter im hochklassigen Umfeld der ADAC Formel 4 zunächst einfinden und dann behaupten. Der Führende in der Rookie-Wertung ist weiterhin Nikita Bedrin von Van Amersfoort Racing. Der junge Russe wurde bislang in fünf der sechs Saisonrennen Schnellster seiner Kategorie.
 

Spektakuläre neue Streckenvariante

Im letzten Jahr ließ die Highspeedschule des ADAC die Formel-1-Strecke in Zandvoort noch wegen der Corona-Pandemie aus. In dieser Zeit wurde der Dünenkurs umgebaut und mit zwei neuen Steilkurven versehen. Diese neue Streckenvariante rief bei den Formel-4-Fahrern Begeisterung hervor. Prema-Pilot Sebastian Montoya schwärmte: „Die Strecke ist fantastisch, eine der wenigen Oldschool-Strecken, die es noch gibt. Es macht viel Spaß hier zu fahren!“. Auch Oliver Bearman empfand die Strecke als „richtig cool“ und fügte an: „Ich bin die alte Streckenvariante nicht gefahren, also kenne ich sie nur so. Aber es ist wirklich einzigartig. Durch die Steilkurven wirkt ziemlich viel G-Kraft im Vergleich zu dem, was ich so gewohnt bin.“ Tim Tramnitz vom Team US Racing erklärte zudem: „Es ist eine unglaublich technische Strecke und dadurch sehr anspruchsvoll“, um dann noch schmunzelnd zu ergänzen: „Die Streckenbegrenzungen sind hier entweder Kies oder Wand.“
 

Back to his roots

Er hat selbst die Nachwuchsserien des ADAC durchlaufen, fuhr in den Jahren 2015 und 2016 für Motopark und US Racing in der ADAC Formel 4. Jetzt kehrte Jannes Fittje zu seinen Wurzeln zurück. Mit einer besonderen Aktion sorgte der inzwischen 21-jährige ADAC-GT-Masters-Pilot mit seinem Partner FaberExposize vor dem Zandvoort-Wochenende für strahlende Kindergesichter. Sie überreichten an die Kindergärten in Heiligenstadt je vier Bobbycars im Look des aktuellen Rennwagens von Fittje. Die Kids können zudem an einem Malwettbewerb teilnehmen und zusammen mit ihrer Familie einen Rennbesuch bei der Deutschen GT-Meisterschaft gewinnen.
 

Fußballfieber im Fahrerlager

Der letzte Renntag in Zandvoort war gleichzeitig auch der Tag des Endspiels der Fußballeuropameisterschaft Italien gegen England und Thema im internationalen Fahrerlager der Formel 4. Die zeitliche Ansetzung des Finals um 21.00 Uhr kollidierte jedoch mit der Heimreise vieler Fahrer. Der Italiener Francesco Braschi tippte selbsterklärend auf einen Sieg der Squadra Azzurra, konnte das Spiel aber leider nicht live verfolgen, da er sich auf dem Rückflug nach Bologna befand. Ob er das Elfmeterschießen noch mit bekam, ist nicht überliefert. Der Franzose Sami Meguetineuf streamte das Spiel auf der Zugreise zurück nach Marseille auf seinem Laptop. Der Mexikaner Jorge Garciarce Davila schaute das Spiel im Van auf der Weiterreise in die Schweiz. Der Brite Oliver Bearman verfolgte die Partie mit ein paar Teamkollegen auf der Reise nach Imola in Italien. Tim Tramnitz litt noch immer unter der Achtelfinalniederlage der Deutschen, hätte den Titel Dänemark gegönnt und tippte letztendlich falsch auf einen Sieg Englands.
 
Urlaubsatmosphäre
Sonne, Strand und Motorsport: all das bot das Rennwochenende an der niederländischen Nordsee. „Zandvoort ist eine meiner Lieblingsstrecken. Auch wegen des Umfelds, der Kurs liegt ja hier in einer sehr schönen Dünenlandschaft“ sagte Tim Tramnitz begeistert. Traditionell ist das Küstenrennen einer der beliebtesten Termine im Kalender der ADAC Formel 4. Nach den aufregenden Rennsessions lässt es sich am Meer nämlich optimal runterfahren. Wie schon beim Saisonauftakt in Spielberg waren auch wieder 3000 Fans pro Renntag zugelassen.

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