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Rainer Kurek in seinem ultraleichten Sportfahrzeug Kurek GT6
© Race Performance | Zoom

24h-Rennen Le Mans 2012: Race Performance und MVI Group starten gemeinsam in der LMP2-Klasse

(Speed-Magazin) Beim diesjährigen 24-Stunden-Rennen in Le Mans (16.-17. Juni) startet die Mannschaft der Schweizer Race Performance in der LMP2-Klasse erstmals zusammen mit seinem neuen Partner MVI Group. Für das weltweit härteste Automobil-Rennen hat sich der Le Mans erfahrene Schweizer Rennstall von Michel Frey mit dem Münchener Fahrzeugentwickler für die internationale Automobilindustrie, MVI Group, erstmals einen industriellen Technologie-Partner mit ins Boot geholt. Zusammen gehen beide mit einem offenen Oreca 03 Spyder mit Judd-BMW-Motor in der Prototypen-Klasse LMP2 an den Start. In den vier Fahrzeugkategorien LMP1, LMP2, GTE Pro und GTE Am treten in diesem Jahr in Le Mans insgesamt 56 Fahrzeuge an, davon 20 allein in der Prototypen-Klasse LMP2, in der Michel Frey das einzige Schweizer Team stellt.

Gemeinsame Vorbereitung für Le Mans: Testlauf in Magny Cours
Gemeinsame Vorbereitung für Le Mans: Testlauf in Magny Cours
© Race Performance
Für Rennstall-Chef Michel Frey, selbst erfolgreicher Rennfahrer in verschiedenen Rennserien, ist Le Mans kein Neuland. Bereits in den Jahren 2010 und 2011 war das Schweizer Team aus Münsingen (Kanton Bern) beim 24-Stunden-Rennen erfolgreich dabei und erlangte in der LMP2-Klasse jeweils einen hervorragenden 6. Rang. Und auch beim 6-Stunden-Rennen von Le Castellet Anfang April diesen Jahres erzielte die Mannschaft einen ausgezeichneten 5. Gesamtplatz. Das Langstreckenrennen an der Côte d’Azur gilt aufgrund der Streckencharakteristik als Test für die Teilnehmer am 24-Stunden-Rennen von Le Mans.

Fahrer des teameigenen Oreca 03 mit seinem modifizierten Judd-BMW-Rennmotor sind neben Team-Chef Michel Frey auch dieses Mal seine bewährten Piloten Jonathan Hirschi und Ralph Meichtry, die sich während des 24-Stunden-Rennens gegenseitig ablösen. Fast 5.000 km legen die Fahrer dabei insgesamt zurück, bei Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 330 km/h.

Team-Chef Michel Frey von Race Performance
Team-Chef Michel Frey von Race Performance
© Race Performance
Neu für die Schweizer beim diesjährigen Rennen in Le Mans ist die Kooperation mit einem Partner aus der internationalen Automobilindustrie. Die Zusammenarbeit mit der Münchener MVI Group, einem der erfolgreichsten Entwicklungsdienstleister und Beratungshäuser in der Automobilindustrie, betrachtet Teamchef Michel Frey dabei als „wichtige Partnerschaft“. Den Wert der Kooperation sieht Frey in der Chance, den Abstand der privaten Teams in der LMP2-Klasse gegenüber den hochgerüsteten Werksteams der Automobilhersteller wie Audi, Toyota oder Lola, die in der Prototypen-Klasse LMP1 antreten, durch spezielles technisches Knowhow deutlich zu verkleinern. „Gewinnen kann nur, wer nach 24 Stunden Höchstleistung auch durchs Ziel fährt“, sagt Frey. „Technische Zuverlässigkeit bei extremem Leichtbau ist deshalb unser Hauptaugenmerk“.

Gefragte Kompetenz der MVI Group
„Die Vorteile kostspieliger Simulationen und computergestützter Optimierung von Fahrzeug und Bauteilen, wie dies den professionellen LMP1-Teams der Fahrzeughersteller zu Gute kommt, können wir uns als privates Team nicht leisten“, betont Frey. Die Kooperation mit der Münchener MVI Group und der Zugriff auf deren umfangreiche personelle und technische Ressourcen sowie Erfahrungen in allen Fragen der Fahrzeugentwicklung und Optimierung sieht Frey als eine „exzellente Chance“, das eigene Fahrzeug weiter zu verbessern. Besonders gefragt: das Know-how der Münchener Fahrzeugentwickler in Sachen Leichtbau sowie deren Erfahrung bei mehrachsigen dynamischen Kraft- und Spannungsanalysen, wie sie im Rennsport beim Zusammentreffen von Extremleichtbau sowie außerordentlich hohen Beanspruchungen unbedingt erforderlich sind.

Die Piloten für Le Mans 2012 (v.l.n.r.): Hirschi, Frey, Meichtry
Die Piloten für Le Mans 2012 (v.l.n.r.): Hirschi, Frey, Meichtry
© Race Performance
Für die Automobilhersteller zählt Leichtbau mittlerweile zu einem zentralen Entwicklungsthema, nicht zuletzt wegen der CO2-Diskussion und der steigenden Kraftstoffpreise. „Langstreckenrennen wie Le Mans liefern für die Serienentwicklung von immer leichteren Automobilen beste Informationen“, begründet MVI-Geschäftsführer Rainer Kurek das wiederholte Engagement seines Hauses in Le Mans sowie im Rennsport. „Das sind Erprobungen unter härtesten Bedingungen und ideale Orte, wertvolle Messdaten und Erfahrungen zu sammeln“, betont Kurek. Bereits vor acht Jahren postulierte Kurek das Thema Leichtbau als bedeutenden künftigen Megatrend im automobilen Zukunftsmarkt. Die Kooperation mit Race Performance betrachtet Kurek daher gezielt unter strategischen, strukturellen und prozessualen Aspekten.

Für Le Mans 2012 rechnen sich Race Performance und MVI gute Chancen für das diesjährige Rennen aus. Beide Partner peilen einen sehr guten Platz in der LMP2-Klasse an. „Durch unsere Teilnahme in Le Mans in 2010 und 2011 haben wir bereits einen Erfahrungsvorsprung“ sagt Michel Frey. „Und wissen dies jetzt entsprechend einzusetzen.“

Desiree Blanc