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Benoit Treluyer Beim 24h Le Mans Testtag
© Le-Mans | Zoom

24h-Rennen Le Mans 2012: Die sieben Todsünden von Benoit Treluyers

(Speed-Magazin) Benoit Treluyer erklärt seine Tricks, die er sich in seinen sieben früheren Teilnahmen an den 24 Stunden von Le Mans angeeignet hat.

Die Versuchung immer schnellere Runden in Le Mans zu fahren ist eine Bedrohung in Le Mans, denn es kann sehr schnell zu einem Unfall kommen, wenn man zu viel vom Wagen abverlangt. Gegen die Verlockung der Geschwindigkeit anzukommen verlangt perfekte Konzentration und Selbstbeherrschung. Das grösste Event der Motorsportwelt kann nicht durch Temperament geworden werden.

Obwohl es sein achter Auftritt ist, versteht der amtierende Sieger, dass die Versuchung immer da ist und wenn es nur um Kleinigkeiten wie das voreilige Überholen eines langsamen GT Wagens geht. Bevor er seine Krone verteidigen will, enthüllt er seine sieben kleinen Sünden, die zwischen ihm und dem Sieg stehen.

Hochmut:
"Die 24 Stunden von Le Mans vergeben nichts, besonders wenn es zur Bescheidenheit kommt. Man darf nicht übermässig zuversichtlich in Le Sarthe anreisen, denn kein Sieg ist garantiert, egal ob man das beste Auto und ausreichend Vorbereitung hat."

Benoit Treluyer erklärt seine Tricks
Benoit Treluyer erklärt seine Tricks
© Le-Mans
Verlangen:
"Man kann nie genug haben. Es ist fantastisch die Poleposition zu holen wie letztes Jahr, aber man darf kein zu grosses Risiko eingehen um das Ziel zu erreichen. Man kann es sich nicht erlauben den Wagen in die Wand zu setzen und damit den Rest des Wochenendes zu gefährden."

Neid:
"Natürlich will man von Anfang an an der Spitze fahren, aber das hat keine Bedeutung. Erst wenn die Sonne aufgeht weiss man, ob man um den Sieg kämpfen kann, oder nicht. Letztes Jahr habe ich das Rennen in Führung gestartet und so lange ich alleine unterwegs war, lief es gut. Doch dann kam ich in den Verkehr und hätte beinahe einen Porsche abgeräumt. Es ist schwer zu akzeptieren, aber dann muss man langsamer machen."

Gier:
"Man muss an die Anderen denken, bevor man an sich selbst denkt. Man darf nicht Selbstsüchtig werden. Man Muss den wagen so wenig bearbeiten, damit man ihn in der bestmöglichen Verfassung an die Teamkollegen weitergeben kann."

Völlerei:
"Es scheint offensichtlich zu sein, aber man darf nicht zu viel zu sich nehmen. Das ist nicht einfach, wenn man 2 oder 3 Stints am Stück unterwegs war und richtig hungrig ist. Man will eine komplette Mahlzeit aber man muss dem Drang widerstehen."

Trägheit:
"Man darf sich nicht ablenken lassen. Niemals das Ziel aus den Augen verlieren. Man muss die gesamte Woche konzentriert bleiben und nicht nur im Rennen. Zum Beispiel verbiete ich mir bei Freunden zu essen. Man muss sich zudem so viel wie möglich ausruhen und der Versuchung widerstehen dem Fortschritt des Wagens zu folgen, wenn man nicht am Steuer ist."

Zorn:
"Man darf keine unsportlichen Gesten machen, denn das geht immer nach hinten los. Einen GT Wagen zu bedrängen nur weil er nicht sofort Platz gemacht hat oder den anderen Wagen nicht genug Respekt erweisen ist die einfachste Methode um Probleme zu bekommen. Wenn man gewinnen will, muss man jeden respektieren."

Manuel Schulz