24h Le Mans 2012: Michelin setzt sich für die 24 Stunden von Le Mans ehrgeizige Ziele
(Speed-Magazin) Für Michelin ist es das Rennen des Jahres: Die 24 Stunden von Le Mans zählen auch in dieser Saison wieder zu den absoluten Höhepunkten des Rennkalenders. Am kommenden Wochenende peilt der französische Reifenspezialist insbesondere als Partner der Werksteams von Audi und Toyota den 21. Sieg bei diesem Langstreckenklassiker und den 15. Erfolg am Stück an – und hat dafür einige Innovationen im Gepäck.„National Geographic“ hegt keinen Zweifel: Das US-amerikanische Wissenschaftsmagazin von internationaler Geltung hat die 24 Stunden von Le Mans Anfang 2012 zum wichtigsten Sportereignis des Jahres gekürt – noch vor den Olympischen Spielen und der Fußball-Europameisterschaft.
© Audi
Gemeinsam mit seinen Partnerteams hat sich Michelin hierauf wieder aufwändig vorbereitet und im Verlauf der vergangenen zwölf Monate gut 80 Prozent seines Rennreifen-Angebots komplett erneuert. Hinzu kommen zwei Weltpremieren: neu entwickelte, speziell für die LM P1-Prototypen und abtrocknende Strecke konzipierte „Intermediate Slicks“ sowie die speziellen Pneus für das innovative DeltaWing-Konzept.
Konkurrenzfähig über extreme Distanzen: Die Rennreifen von Michelin
Besonders schnell, ausgesprochen haltbar und unter allen Bedingungen zuverlässig sicher – das sind die wesentlichen Attribute, die erfolgreiche Rennreifen für die 24 Stunden von Le Mans mitbringen müssen. So wie die Pneus von Michelin. Vor zwei Jahren zum Beispiel hat Peugeot-Pilot Anthony Davidson am Steuer des 908 HDI FAP den schnellsten Vierfach-Stint in der Geschichte dieses Langstreckenklassikers vorgelegt: Der Brite spulte auf einem Satz Reifen von Michelin 627 Kilometer mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 243 km/h ab.
2011 legte Benoit Tréluyer mit einem Fünffach-Turn sogar 55 Runden oder 750 Kilometer mit seinen Pneus von Michelin zurück und sparte auf diese Weise wertvolle Zeit beim Boxenstopp –gemeinsam mit seinen Audi-Teamkollegen André Lotterer und Marcel Fässler gewann der Franzose das Rennen mit 13,854 Sekunden Vorsprung. Auch in diesem Jahr will Michelin seinen Partnern in der LM P1-Kategorie wieder Vierfach- und Fünffach-Stints ermöglichen. Aus Sicht des Reifenherstellers wären sogar noch längere Distanzen denkbar, doch das Reglement limitiert die maximale Lenkzeit pro Fahrer auf vier Stunden am Stück.
Kann nach dem Diesel in diesem Jahr die Hybrid-Technologie triumphieren?
© Toyota
Die Reifen, die Michelin in enger Kooperation mit beiden Autoherstellern für diese Boliden konzipiert hat, halten der zusätzlichen Beanspruchung sicher stand, ohne Kompromisse in puncto konstanter Leistungsfähigkeit oder Haltbarkeit einzugehen. Besonderheit dabei: In Absprache mit Audi kommen auf dem R18 e-tron quattro die gleichen Reifen zum Einsatz wie auf dem konventionell angetriebenen R18 ultra. Beide Unternehmen versprechen sich von dieser gemeinsam getroffenen Entscheidung interessante Rückschlüsse auf das Abriebverhalten der Pneus und die Performance-Unterschiede der beiden Rennwagen-Technologien.
Nissan-DeltaWing: Ungewöhnliche Reifen für ein außergewöhnliches Projekt
Zu den aufsehenerregendsten Teilnehmer der diesjährigen 24 Stunden von Le Mans zählt zweifellos der innovativ konzipierte Nissan-DeltaWing, der in der neu geschaffenen „Experimental“-Klasse startet. Der futuristisch gestaltete Zweisitzer setzt radikale Vorgaben um und will mit dramatisch reduziertem Gewicht, günstigerem Luftwiderstand und deutlich geringerem Kraftstoffverbrauch das gleiche Performance-Niveau wie seine Kontrahenten erreichen.
© Nissan
„Die Vorderreifen sind dreimal so stark wie konventionelle LM P1-Pneus, bringen aber nur fünf statt 13 Kilogramm auf die Waage“, verrät Jean Lhomme, Entwicklungs-Chef für den Vierrad-Motorsport bei Michelin Competition. „Sie sehen ein wenig so aus, als hätten wir sie für einen Citroën 2CV entwickelt – tatsächlich aber halten sie Tempo 300 problemlos aus.“
Generalstabsmäßige Organisation: Das Michelin Camp in Le Mans
Auch in diesem Jahr rüstet die französische Premiummarke wieder den größten Teil des Starterfeldes mit Reifen aus. Exakt 32 der 56 Starter vertrauen auf Michelin. Hierfür hat das Unternehmen mit 18 Sattelschleppern gut 5.500 Reifen und das entsprechende Material für ihre Montage nach Le Mans transportiert.
Aufbewahrt werden die Pneus in einem 800 Quadratmeter großen Zelt, während in einem gleich großen zweiten Zelt 50 Mitarbeiter in zwei Schichten und an vier Montagestraßen den Service für die Teams sicherstellen. Jedem einzelnen Team steht dabei ein eigener Ingenieur oder Techniker von Michelin beratend zur Seite. Hinzu kommen weitere Experten, die bereits benutzte Reifen präzise kontrollieren und analysieren.
Michelin / SC