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Das Audi-Trio Capello, Kristensen, McNish
© Audi | Zoom

24h Le Mans 2012: Dindo Capello "Bis zum Unfall war es für uns ein tolles Rennen"

(Speed-Magazin) Das Audi-Urgestein Dindo Capello sicherte sich zusammen mit dem Le Mans Rekord-Sieger Tom Kristensen und Alain McNish den zweiten Platz bei der 80. Auflage der 24 Stunden von Le Mans. Leider verhinderte ein Unfall den ganz großen Erfolg. Dennoch ist man zufrieden über die Podiumsplatzierung.

"Bis zum Unfall war es für uns ein tolles Rennen", erklärte Capello nach dem Rennen. "Als er passierte, haben wir um den Sieg gekämpft. Wie man im vergangenen Jahr gesehen hat, muss man Risiken eingehen, wenn man gewinnen will", so der Italiener weiter.

Dindo Capello und sein letzter Auftritt bei den 24h von Le Mans
Dindo Capello und sein letzter Auftritt bei den 24h von Le Mans
© Audi
"Ohne diese hätte Audi damals nicht gesiegt. Daher sind wir auch in diesem Jahr Risiken eingegangen. Das Ergebnis ist enttäuschend für das ganze Team und besonders für Allan (McNish). Als Rennfahrer, weiß ich, wie er sich jetzt fühlt. Tom (Kristensen) und ich wissen, dass so etwas jedem Fahrer jederzeit passieren kann, insbesondere, wenn man um den Sieg kämpft", fuhr Capello fort.

"Hier in Le Mans darf man während des Rennens mittlerweile keine Zehntelsekunde mehr verschenken", stellt Capello fest. "Manchmal geht es gut aus und manchmal nicht. Für uns ist es diesmal schiefgegangen. Aber beim nächsten Mal haben wir wieder mehr Glück."

Auch dem Le Mans Rekordsieger Tom Kristensen hat das Rennen eine Menge Spaß gemacht. "Mir haben vor allem die drei Stints in der Nacht Spaß gemacht. Ich sollte so schnell wie möglich fahren und trotzdem mit jeder Tankfüllung zwölf Runden schaffen. Das ist mir jedes Mal gelungen. Besonders als wir am Morgen viel Zeit gut gemacht und sogar die Führung übernommen haben, waren wir sehr zuversichtlich", so der Däne.

Tom Kristensen und Allan McNish beim Fahrerwechsel
Tom Kristensen und Allan McNish beim Fahrerwechsel
© Audi
"Ich bin traurig darüber, dass ich in den Schlussrunden nicht mehr mit André (Lotterer) um den Sieg kämpfen konnte", ist Kristensen etwas traurig über den Verlauf des Rennen. "Aber noch trauriger macht mich, dass Dindo (Capello) bei seinem letzten Start in Le Mans nicht gewonnen hat. Er hätte es verdient gehabt. Wir haben alles dafür gegeben."

"Herzlichen Glückwunsch an das Auto mit der Nummer ‚1’. Sie haben einen tollen Job bemacht und den Erfolg ebenfalls verdient", zeigt sich Kristensen als fairer Sportsmann. "Die Leistung und Zuverlässigkeit von Audi ist beeindruckend, wenn man sieht, welche Herausforderung im Rennen zu meistern waren. Man muss in Le Mans zu jeder Zeit mit Allem rechnen."

Der Le Mans Rekordsieger Tom Kristensen
Der Le Mans Rekordsieger Tom Kristensen
© Audi
"Ich bin am Boden zerstört. Es tut mir leid für unser Team: Dindo, Tom, die Ingenieure und Mechaniker: Sie haben das ganze Rennen über perfekt gearbeitet", ist der Unfall-Pilot Allan McNish deprimiert nach dem Rennen. "Trotz einiger Probleme haben wir bis zu meinem Unfall um den Sieg gekämpft. Ich bin in den Porsche-Kurven auf ein langsameres GT-Fahrzeug aufgelaufen und habe erwartet, dass er rechts bleibt."

"Doch das hat er nicht getan. Warum, weiß ich nicht. Ich habe mich gedreht und bin mit der rechten Vorderseite in die Leitplanke gekracht. Dabei wurden die Frontverkleidung und die Radaufhängung beschädigt – die notwendige Reparatur hat uns zwei Runden gekostet. Das war eine sehr, sehr große Enttäuschung."

Stephan Carls