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Starke Pace im ersten Qualifying, Pech im zweiten für den Trident Motorsport-Fahrer
© wafeproject | Zoom

Top-10-Platz für David Beckmann beim FIA F3 World Cup in Macau

Der FIA Formula 3 World Cup in Macau ist das große Highlight eines jeden aufstrebenden Formel-Piloten. Vergangenes Wochenende ging das Mega-Event in seine 65. Runde. Zur imposanten Geschichte an Teilnehmern und Siegern gehören Namen wie Ayrton Senna, David Coulthard, Michael Schumacher oder sein Bruder Ralf. Dieses Jahr war auch der Hagener David Beckmann für Trident Motorsport am Start, sein zweiter Auftritt in Macau nach 2016. Für den italienischen Rennstall war es das Debüt in Macau.

Mit großen Ambitionen ging Beckmann in das letzte Rennwochenende des Jahres. Anfangs ging es darum, sich nach der langen Pause und mit neuen Formel-3-Boliden an die Streckenführung zu gewöhnen. Bereits im ersten Qualifying zeigte Beckmann, dass der Gewöhnungsprozess abgeschlossen war. Platz zwei mit einem Rückstand von weniger als einer Zehntelsekunde brachte Beckmann in eine gute Ausgangslage für das Qualifikations-Rennen am Samstag.
 
Doch dann ereilte den Hagener Pech. Er touchierte im engen 6,2 Kilometer langen Stadtkurs die Leitplanke und ein Fahrer hinter ihm konnte nicht mehr ausweichen und kollidierte mit dem Trident Motorsport-Piloten. Den Schaden am Boliden konnte das Team beheben, allerdings war beispielsweise für die Feinjustierung der ausgetauschten Spurstange keine Zeit. Entsprechend wenige Runden blieben dem 19-Jährigen im zweiten Qualifying. Die kombinierte Quali-Zeit aus der ersten und zweiten Session ergab Startplatz 19 für das Qualifikations-Rennen, in dem die Startreihenfolge für das Hauptrennen ausgefahren wurde.
 
Das Qualifikations-Rennen lief nach Plan und zeigte auf, wo Beckmann hätte landen können, wäre es nicht zu besagten Problemen gekommen. Von Platz 19 aus kämpfte er sich in die Top-10 vor auf die neunte Position. Im Hauptrennen am Sonntag kam Beckmann zunächst vor auf Rang sieben, doch die Reifen bauten stark ab. Am Ende reichte es für den Trident Motorsport-Piloten zu Platz neun.
 
David, du hattest das Potenzial, in Macau ganz vorne mitzufahren. Wie fällt dein Fazit nach Platz neun aus?
Auch wenn das Ergebnis im Hauptrennen nicht widerspiegelt, wozu ich in der Lage gewesen wäre, bin ich mit dem Macau-Wochenende zufrieden. Nach dem zweiten Training und der zweiten Quali-Session sah es nicht allzu rosig aus. Im Quali-Rennen ging es dann aber doch gut nach vorne, was zeigt, dass ich unter normalen Bedingungen vorne hätte mitkämpfen können. Für Trident war es der erste Start in Macau überhaupt und wir haben das Wochenende über sehr viel gelernt. In Macau unterwegs zu sein, hat etwas Exklusives. Die Strecke hat etwas Magisches und das gesamte Flair in der Stadt ist sagenhaft. Es ist in etwa wie ein kleines Monaco vom Glamour-Faktor, allerdings hat die Strecke wesentlich mehr zu bieten.
 
Du hast dich nach einer kurzen Eingewöhnungszeit schnell zurechtgefunden...
Das erste Freie Training hat an sich gut angefangen. Klar, etwas Eingewöhnungszeit war da. Das letzte Mal, als ich in Macau unterwegs gewesen bin, liegt schon ein paar Jahre zurück und die Streckenführung ist natürlich nicht ohne. Außerdem unterscheiden sich die Autos zu damals gravierend. Es war für mich also eigentlich eine komplett neue Situation. Daher hieß es, sich erst einmal langsam an den Kurs heranzutasten und nichts zu überstürzen. Das erste Training war demnach bezüglich der Platzierung nicht sonderlich relevant. Bis zum ersten Qualifying war ich dann richtig im Rhythmus und habe die Bestzeit nur knapp verpasst.
 
Im Qualifikations-Rennen hast du zehn Positionen gutgemacht...
Das Qualifikations-Rennen lief ganz okay. Es gab in der dritten Kurve eine Kollision und ich war mittendrin. Ich bekam einen Schlag aufs Heck, konnte aber weiterfahren. Am Schluss bin ich Neunter geworden. Zehn Plätze in Macau gutzumachen, das ist nicht ohne. Das Hauptrennen begann dann ziemlich gut. Ich habe mich recht schnell von Startplatz neun auf die siebte Position verbessert. Allerdings wurde es von Runde zu Runde schwieriger, weil das Auto nicht mehr so gut lag wie zu Beginn des Wochenendes. Die Hinterreifen haben außerdem stark abgebaut, weswegen es schwierig wurde, die Pace und die Position zu halten. Damit hat es zum Schluss zu Platz neun gereicht.
 
Ein kleiner Fehler mit großen Auswirkungen im zweiten Freien Training. Was ist da passiert?
Im zweiten Training habe ich die Bande leicht touchiert. Dadurch hat die Spurstange einen Schaden davon getragen. Sie wurde ausgetauscht, allerdings fehlte uns die Zeit, die neue Spurstange fein zu justieren. Das Auto war danach schwierig zu fahren, weil es nicht ideal ausbalanciert war. Die Strecke ist größtenteils sehr eng und voll von verschlungenen Kurven. Jedes noch so kleine Balance-Problem beeinträchtigt die Fahrbarkeit des Autos erheblich. In den Rechtskurven hatte ich starkes Übersteuern, in Linkskurven Untersteuern. In einer Kurve ist mir dann ein anderer Fahrer aufgefahren und ich konnte das Auto nicht mehr halten und bin abgeflogen.
 
Nun ist auch dein Motorsport-Jahr vorbei. Wo werden wir dich 2020 fahren sehen?
Mein Ziel ist und bleibt ein Cockpit in einer der Top-Serien im Motorsport. Ich weiß, an welchen Stellschrauben ich drehen muss, um das volle Potenzial aus mir herauszuholen. Die Vorbereitung für die nächste Saison wird essenziell, um möglichst vom Start weg über das gesamte Jahr gut aufgestellt zu sein. Mit ART habe ich ein fantastisches Team hinter mir und die Zusammenarbeit lief gut. Wo ich 2020 fahren werden und für wen, steht noch nicht fest. Ein weiteres Jahr in der Formel 3 ist nicht unwahrscheinlich. An dieser Stelle auch ein großes Dankeschön an Grohe, die mich seit Beginn meiner Karriere maßgeblich unterstützen, an Brutschin und alle anderen Partnern und Sponsoren. Ich habe für nächstes Jahr einiges vor und kann es kaum erwarten, bis es wieder losgeht.

David Beckmann PR