Anzeige

Nur ein Trost-Punkt bei der zweiten Saisonstation der FIA Formel 3
© Paolo Pellegrini | Zoom

Formel 3 Le Castellet: Starke Pace von David Beckmann bleibt unbelohnt

(Speed-Magazin.de) Nach einer Pause von mehreren Wochen absolvierte David Beckmann dieses Wochenende die Saisonrennen drei und vier der FIA Formel 3. Auf dem Circuit Paul Ricard in Le Castellet fuhr der ART Grand Prix-Pilot im Rahmenprogramm der Formel 1. 

Das 29 Fahrer umfassende Feld der Nachwuchsrennserie lag in Frankreich sehr eng beisammen. Im Training am Freitagmorgen fuhr Beckmann auf Rang 14. Das Qualifying am Freitagabend verlief für das gesamte Team nicht nach Plan. In einer hart umkämpften Session musste Beckmann mit Rang 22 Vorlieb nehmen.

Von dieser Hypothek ließ sich der Hagener jedoch nicht entmutigen. Auch die Tatsache, dass er beim Start des Samstagsrennens zunächst zurückfiel, tat seinem Kampfgeist keinen Abbruch - er fuhr bis auf Rang zwölf nach vorne. Bei einem Zweikampf kam Beckmann von der Strecke ab und verlor mehrere Positionen. Ein weiteres Mal kämpfte sich der 19-Jährige durchs Feld und kam schließlich als Achter ins Ziel. Aufgrund einer Fünf-Sekunden-Zeitstrafe fiel Beckmann auf Rang zehn zurück.

Im Sonntagsrennen befand er sich erneut auf einer Aufholjagd, als es zu einer leichten Berührung mit einem Konkurrenten kam. Beckmann rollte mit einem Reifenschaden aus. Ein versöhnlicher Abschluss blieb ihm verwehrt.

David:
David: "Der Ausfall ist besonders schade, denn wir waren sehr schnell."
© Paolo Pellegrini
Bereits am kommenden Wochenende ist Beckmann wieder im Einsatz. Der Formel-3-Tross zieht mit der Formel 1 direkt weiter nach Österreich. Auf dem Red Bull Ring in Spielberg werden die Saisonrennen fünf und sechs ausgetragen.

5 Fragen an David Beckmann

Platz 22 ist nicht der Bereich, in dem du dich sonst qualifizierst. Was war los?
Das Qualifying lief für das ganze Team nicht optimal. Uns fehlte etwas die Pace und das macht in so einem hart umkämpften Feld viel aus. Ich hatte in einer meiner schnellen Runden einen Fehler, der mich etwa zwei Zehntel gekostet hat. Das hat mich vermutlich um acht Positionen zurückgeworfen. Es ist natürlich schwierig, nur von Startplatz 22 ins Rennen zu gehen.

Du hast am Samstag mehrmals deinen Kampfgeist bewiesen...
In der ersten Rennrunde bin ich leider im Getümmel zurückgefallen. Ich habe aber nicht den Kopf hängen lassen, sondern meinen Rennspeed genutzt, und mich bis auf Rang zwölf nach vorne gekämpft. Dann hatte ich einen Zweikampf mit Yifei Ye, bei dem ich neben die Strecke ausweichen musste. Dadurch habe ich einige Positionen verloren und musste mich noch einmal durchs Feld kämpfen. Schließlich habe ich aber mein Ziel erreicht und die schwarz-weiß karierte Flagge als Achter gesehen.

Leider durftest du diese Position nicht behalten. Warum wurdest du bestraft?
Ich habe eine Strafe bekommen, weil ich nach dem Zweikampf mit Yifei Ye nicht sicher auf die Strecke zurückgekommen bin. Ich wollte mir keinen Vorteil verschaffen, sondern bin rausgedrückt worden. Deswegen kann ich die Strafe nicht ganz nachvollziehen, aber ich muss sie natürlich akzeptieren. Es ist sehr schade, weil Platz acht die Pole Position für das zweite Rennen bedeutet hätte. Nach diesem anstrengenden Rennen mit vielen Überholmanövern wäre das ein versöhnlicher Abschluss für mich gewesen.

Der blieb dir leider auch am Sonntag verwehrt. Wie kam es zu dem Reifenschaden?
Kniffliges Qualifying für ART Grand Prix auf dem Circuit Paul Ricard
Kniffliges Qualifying für ART Grand Prix auf dem Circuit Paul Ricard
© Paolo Pellegrini
Ich hatte einen guten Start von Rang zehn und war nach zwei Runden schon auf Platz sieben. Dann habe ich Liam Lawson überholt. Er wollte kontern und ist in meinem Windschatten ausgeschert. Ich vermute, er ist mir etwas zu dicht aufgefahren und wir haben uns deswegen berührt. Ich hatte einen Reifenschaden hinten rechts und er einen leichten Defekt am Frontflügel. Er hat zunächst eine Strafe bekommen. Die Stewards haben sie aber wieder zurückgezogen. Wahrscheinlich haben sie in den Onboard-Aufnahmen gesehen, dass ich das Lenkrad leicht bewegt habe und haben deswegen entschieden, dass es ein Rennunfall war. Das ist auch okay so. Ich finde nur, dass er mehr Platz hätte lassen können. Der Ausfall ist besonders schade, denn wir waren sehr schnell. Das Auto lag deutlich besser als im ersten Rennen. Ein Podium wäre möglich gewesen.

Mit welchen Erwartungen reist du zum nächsten Rennwochenende?
Der Red Bull Ring ist eine sehr schöne Strecke, die mir liegt und richtig Spaß macht. Ich würde dort gerne gewinnen. ART hat letztes Jahr beide Rennen gewonnen, deswegen sollten wir sehr schnell sein. Man kann auf dem Red Bull Ring gut überholen. Wir müssen aber das Qualifying deutlich besser hinbekommen. Das Ziel lautet, aus den ersten drei Reihen zu starten, denn dann gerät man auch nicht so schnell in ein Chaos wie weiter hinten im Feld. Unsere Rennpace ist ja schon gut und auch den Reifenverschleiß haben wir im Griff. Wir müssen also nur gemeinsam analysieren, wie wir uns im Qualifying steigern können.

David Beckmann PR