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Vollelektrisch: der ID.4. „Das Auto wird in Europa, in China und später auch in den USA gebaut und verkauft“, sagt Ralf Brandstätter, CEO der Marke Volkswagen
© Volkswagen AG | Zoom

Der ID.4 wird zum elektrisch betriebenen Weltauto

Mit dem ID.4 geht das erste Elektro-SUV von Volkswagen an den Start. Die Erwartungen sind hoch, denn das neue Modell soll die E-Offensive des Unternehmens weltweit voranbringen. Im Interview erklären Ralf Brandstätter, CEO der Marke, und E-Mobilitäts-Vorstand Thomas Ulbrich wesentliche strategische Zusammenhänge.

Herr Brandstätter, gerade erst ist der ID.3 auf die Straße gekommen, schon rollt der ID.4 an. Was erwarten Sie vom ersten E-SUV der Marke Volkswagen?
 
Brandstätter: Mit dem ID.4 holen wir die E-Mobilität in unseren drei großen Schlüsselregionen aus der Nische. Das Auto wird in Europa, in China und später auch in den USA gebaut und verkauft. Der ID.4 wird damit schrittweise zum elektrisch betriebenen Weltauto. Wir skalieren unsere MEB-Plattform und schaffen die wirtschaftliche Basis für den Erfolg unserer ID. Familie. Zugleich führen wir über den ID.4 zwei wichtige Ziele unserer bestehenden Strategie TRANSFORM 2025+ zusammen: die E-Offensive und die SUV-Offensive der Marke Volkswagen – beides vereint in einem Auto.
 
Was macht Sie so zuversichtlich, dass der ID.4 ein Erfolg wird?
 
Ulbrich: SUVs stehen bei immer mehr Kunden hoch im Kurs. Sie bieten Übersicht, Sicherheit und Komfort. In den USA und China sind SUVs das beliebteste Fahrzeugsegment. Auch in Europa und Deutschland steigen die Marktanteile beständig, vor allem kompakte Modelle boomen. Der ID.4 ist unser erstes Elektro-SUV – und er zielt klar auf den Volumenmarkt. Er bietet den Raum, die Flexibilität und alle Vorteile, die Kunden an SUVs schätzen.
 
Ralf Brandstätter: „Mit diesem Auto verändert sich die Diskussion – denn Umweltargumente sprechen nicht mehr gegen ein SUV.“ © Volkswagen AG
Elektroautos gelten als sauber, SUVs als Umweltproblem. Wie passt beides zusammen?
 
Brandstätter: Der ID.4 steht für saubere, bilanziell CO2-freie Mobilität. Wie der ID.3 verlässt er das Werk Zwickau ohne CO2-Rucksack. Das wird unseren Kunden per TÜV-Zertifikat für jedes Fahrzeug bestätigt. Mit diesem Auto verändert sich die Diskussion – denn Umweltargumente sprechen nicht mehr gegen ein SUV. Unsere Haltung ist klar: Volkswagen bekennt sich zu den Pariser Klimazielen. Wir haben die vollständige Dekarbonisierung der Marke auf den Weg gebracht. 2050 soll Volkswagen ein Zero-Emission-Unternehmen sein.


Der ID.4 wird zum elektrisch betriebenen Weltauto © Volkswagen AG
Wie funktioniert die bilanziell CO2-neutrale Produktion und Auslieferung des ID.4 in Zwickau? 
 
Ulbrich: Volkswagen hat am Standort Zwickau rund 1,2 Milliarden Euro investiert und die Fertigung komplett neu ausgerichtet. Wir nutzen dort Ökostrom. Wir betreiben ein hocheffizientes Blockheizkraftwerk mit Kraft-Wärme-Kopplung, das auf lange Sicht mit CO₂-neutralem Gas betrieben werden soll. Wir haben rund 40.000 Prozesse bis zu den Rohstoffen analysiert. Gebäude und Anlagen werden laufend energieoptimiert. Auch für die energieintensive Batteriezellfertigung bei Lieferanten wird Grünstrom eingesetzt. Unvermeidbare Emissionen kompensiert Volkswagen durch Klimaschutzprojekte. Unsere Kundinnen und Kunden haben es in der Hand: Wenn sie nach dem Kauf ihres ID. auch noch konsequent Grünstrom laden, fahren sie vollständig emissionsfrei.

„Mit dem ID.4 beginnt der globale Rollout unserer MEB-Plattform, die speziell auf die Anforderungen von Elektrofahrzeugen zugeschnitten ist.“
Thomas Ulbrich

Thomas Ulbrich: Mitglied des Markenvorstands Volkswagen, Geschäftsbereich „E-Mobilität“ © Volskwagen AG
Warum wird der ID.4 auf drei Kontinenten gebaut?
 
Brandstätter: Volkswagen will Weltmarktführer bei der E-Mobilität werden – das passiert aber nicht von selbst. Die Marke Volkswagen investiert deshalb bis 2024 rund 11 Milliarden Euro. Als kompakter SUV hat der ID.4 aus unserer Sicht die besten Voraussetzungen, in allen wichtigen Märkten im Massengeschäft erfolgreich zu sein. Wir gehen deshalb davon aus, dass die Marke Volkswagen 2025 insgesamt bereits 1,5 Millionen E-Autos pro Jahr produziert. Und rund ein Drittel davon dürfte auf den ID.4 entfallen. Der ID.4 wird damit zum hunderttausendfachen Motor unserer Neuausrichtung.
 
Wie geht es mit der E-Offensive weiter?
 
Ulbrich: Mit dem ID.4 beginnt der globale Rollout unserer MEB-Plattform, die speziell auf die Anforderungen von Elektrofahrzeugen zugeschnitten ist. Damit baut Volkswagen seinen Wettbewerbsvorteil über wachsende Skaleneffekte und Synergien in der Produktion aus. Der gesamte Konzern will bis 2029 rund 20 Millionen E-Fahrzeuge allein auf Basis des MEB bauen. Die ersten Modelle wie ID.3, ID.4, ŠKODA ENYAQ, Audi Q4 e-tron und Cupra el-Born kommen nun schrittweise auf den Markt.
 

Volkswagen AG / SK