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Auf Position sechs liegend: Ärgerlicher Ausfall wegen Getriebedefekt
© Marcin Rybak, Orlen Team ART | Zoom

DTM: Robert Kubica - Im Qualifying stark wie noch nie, im Rennen ohne Happyend

 Der Aufwärtstrend von Robert Kubica in seinem ersten DTM-Jahr hält an: Der 35 Jahre alte Pole eroberte im Qualifying am Sonntagmorgen den siebten Startplatz für das zwölfte Saisonrennen des hochkarätigen Tourenwagen-Championats. Nachdem Kubica zu Beginn des Triple-Headers – drei Läufe an drei aufeinanderfolgenden Wochenenden – zunächst in Assen seinen ersten Meisterschaftspunkt gewonnen und eine Woche später auf dem Grand-Prix-Kurs des Nürburgrings Startplatz neun erzielt hatte, verhinderte ein Getriebedefekt am Orlen BMW M4 DTM das verdiente Happyend am Sonntag.

Auch beim zweiten Rennwochenende auf dem Nürburgring in Folge durchlebte Robert Kubica Höhen und Tiefen. In den beiden Freien Trainings am Freitag musste der ehemalige Formel-1-Sieger feststellen, dass sich sein Orlen BMW M4 DTM nicht so gut anfühlte wie am Sonntag zuvor, als er im Qualifying als Neunter erstmals unter die zehn Besten gelangte. „Dabei hatte ich gehofft, dass wir die Abstimmung eins zu eins reproduzieren können“, haderte Kubica. Auch am Samstag war es nicht besser. Im Qualifying blieb nur der 14. Platz, im Rennen kreuzte er die Ziellinie auf Position 13.
 
Gemeinsam mit seinem Team ging der routinierte Pilot auf Fehlersuche. „Wir wissen jetzt, was falsch war: Fehler in der Vorbereitung des Autos, mangelndes Wissen.“ Prompt sah der Sonntag wieder freundlich für Robert Kubica aus. Im Qualifying umrundete er den 3,6 Kilometer langen Sprintkurs in der Eifel in 1.19,697 Minuten. Damit blieb er erstmals unter 1.20 Minuten, wieder war er drittbester BMW-Fahrer, aber vom schnellsten BMW trennten ihn nicht einmal zwei Zehntelsekunden.
 
Im Sonntagrennen erwischte er einen guten Start. „Ich konnte sogar einen Platz gut machen, war Sechster und hatte eine gute Pace. Dann gab es ein Problem mit dem Getriebe - das war das Ende“, so Kubica enttäuscht. „Ein Getriebedefekt kann passieren, aber es war total frustrierend.“ Doch der DTM-Rookie ist ein Kämpfer. „Für den Rest der Saison müssen wir die Fehler minimieren und mehr aus dem ganzen Paket herausholen. Dann stellen scih hoffentlich auch die Ergebnisse ein, die wir als Team verdienen.“

Neue Erfahrung: Tür an Tür   

An sechster Position in diesem erlesenen Starterfeld zu fahren, hat Robert Kubica bei aller Anspannung ein Lächeln ins Gesicht gezaubert. Was ihn am meisten beeindruckt hat, war die Intensität, mit der im vorderen Feld gegeneinander gekämpft und teilweise mit drei DTM-Boliden nebeneinander gefahren wurde. „Das war für mich eine absolut neue Erfahrung“, stellte der 97-malige Grand-Prix-Pilot fest.

„Die Positionskämpfe mit Tourenwagen untescheiden sich von jenen mit Formel-Auto. Das Überholen, das Verteidigen – wow, da vorn ist das Racing sehr intensiv“, unterstreicht Kubica noch einmal. „Das ist pures Racing, Tür an Tür. Da wird nicht viel Rücksicht genommen, denn die Autos halten ja Einiges aus. Im Formel-Auto ist das Risiko beim Kampf Rad an Rad viel größer.“ Robert Kubica fand die harten Duelle "sehr interessant", wie er sagt, betont aber ausdrücklich: "Es ging zu jederzeit absolut fair zu.“

Dabei ist die Rolle von Robert Kubica alles andere als einfach. Schließlich ist der star/Orlen-Pilot des #8-BMW ein Einzelkämpfer im 16-köpfigen DTM-Feld. „Ich bin auf mich allein gestellt, gegen alle Audi und auch gegen die BMW-Werksfahrer.“ Und mit Blick auf das letzte Saisondrittel lässt Robert Kubica keinen Zweifel aufkommen. „Ich will da vorne wieder hin und freue mich auf noch viele dieser Positionskämpfe. Es war eine neue, eine positive Erfahrung, und es hat Spaß gemacht."

Robert Kubica über...

  … das BMW Junior Team   
Ich habe am Nürburgring das BMW Junior Team getroffen, das sich bei der DTM umgeschaut hat. Dan Harper, Max Hesse und Neil Verhagen sind sehr nette und sehr interessierte Jungs. Es war auch für mich interessant zu hören, was sie alles im Rahmen ihres Förderprogramms unternehmen und dass sie in der Nähe des Nürburgrings sogar in einer WG zusammenleben. Für ihren Start beim 24-Stunden-Rennen am kommenden Wochenende auf dem Nürburgring im BMW M4 GT4 wünsche ich diesem Trio viel Erfolg.

  … die Zeit zum Relaxen  
Seit Juni bin ich jedes Wochenende unterwegs. Vom Nürburgring ging es direkt nach Hause. Am Dienstag fliege ich nach Sotschi zur Formel 1, als Reservefahrer für Alfa Romeo Racing Orlen. Und danach habe ich endlich einige Tage frei. Diese kurze Zeit will ich nutzen, um zu relaxen und den Kopf für den Endspurt in der DTM frei zu bekommen.

  … die beiden Strafen   
Am Nürburgring habe ich gleich zwei Strafen kassiert. Beide waren vermeidbar. Am Samstag bin ich nach einer Safety-Car-Phase beim Indy-Restart zu früh aus der Reihe ausgeschert – das war ganz klar mein Fehler, aber es war einfach ein Reflex aus meiner Formel-Zeit. Am Samstag habe ich nicht korrekt in meiner Startbox gestanden – das war einfach nur ärgerlich und die Folge einer fehlerhaften Kommunikation bei der Ansage, wie weit ich noch vorrollen kann, um perfekt zu stehen.
 

ORLEN Deutschland GmbH / DW