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Duell auf der Piste....
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DTM: Maxi Götz und Kelvin van der Linde liefern sich verbalen Schlagabtausch

Der HRT-Mercedes Pilot gewann am Sonntag sein erstes DTM-Rennen. In Runde eins kam es zu einem harten Duell zwischen ihm und Kelvin van der Linde im Abt-Audi, in deren Verlauf Götz auf die Wiese ausweichen musste um eine Kollision zu vermeiden. Er kommentierte die Aktion so: „Ich habe von Kelvin am Start eine mitbekommen und war im Gras. Ich habe ihn schon gefragt, ob seine Mechaniker möglicherweise den rechten Spiegel über Nacht verstellt haben. Er hat meine Frage aber nicht beantwortet." Was war da los?

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Götz und van der Linde starteten von den Positionen drei und vier und fighteten Rad an Rad in Turn1. Der Audi Pilot setzte sich durch und fuhr vor Götz in Kurve zwei. Der Mercedes-Pilot gab sich nicht geschlagen und war bei der Anfahrt zu Haarnadel-Kurve fünf knapp vor van der Linde. Der blieb jedoch auf seiner Linie undGötz hatte auf der Außenbahn natürlich die schlechteren Karten. Götz musste ins Gras und vom Gas gehen. Daraufhin forderte er van der Linde auf, sich zu der Aktion zu äußern. Doch der Südafrikaner hakt die Situation als klassischen Zwischenfall ab, wie er nun mal in der Startphase vorkommt. "Da geht es wild zu, jeder versucht, dranzubleiben und Plätze gutzumachen“, sagt der Südafrikaner. Der Abt-Audi Pilot ist der Meinung das man auf der Geraden zwischen Kurve 5 und 6, auf der die Aktion passierte, nicht rechts überholen kann. „Das ist eine Kurve, in derman es wirklich nicht außen probiert. Wenn ich dort außen gefahren wäre, dann wäre ich vielleicht auch im Gras gelandet. Ich weiß nicht ... viel gibt es dazu nicht zusagen." In der Pressekonferenz nach dem Rennen gab sich van der Linde noch zurückhaltend. Auf „Twitter“ ließ er jedoch einen lockeren Spruch über die Äußerung von Götz folgen: „Ich glaube, das Problem liegt nicht an unserem Spiegel,sondern eher an deiner Brille, mein Freund", richtet er seinem HRT-Mercedes-Rivalen aus. Götz und van der Linde kennen sich schon lange aus gemeinsamer GT-Masters-Zeit. Bereits 2014 fuhren sie dort gegeneinander, wo van der Linde den Titelgewann. Man respektiert sich und hat eigentlich keine Probleme miteinander. Deshalb sollte man die verbalen Nettigkeiten nicht überbewerten.

und daneben. Maxi Götz und Kelvin van der Linde
.... und daneben. Maxi Götz und Kelvin van der Linde
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Verpatzter Boenstopp bei Liam Lawson
Der 19jährige Neuseeländer ist die Überraschung in der nun mit GT3-Fahrzeugen ausgetragenen DTM-Rennserie. Mit den Podiumsplätzen zwei und drei in seiner erst vier Rennen umfassenden DTM-Karriere hat sich der Ferrari-Youngster bereits in eine Favoritenrolle gefahren. Lawson liegt in der Tabelle mit 65 Punkten auf Rang zwei, nur vier Zähler hinter Kelvin van der Linde. Und ohne den verpatzten Boxenstopp im Sonntagsrennen hätte Liam Lawson sehr wahrscheinlich das Rennen am Sonntag gewonnen. Der AF-Corse Pilot führte das Rennen an, als er in Runde acht zum Pflicht-Boxenstopp bei seiner Boxen-Crew vorstellig wurde. Dort schien auch alles wie gewohnt seinen Lauf zu haben, doch dann würgte Lawson seinen Ferrari beim losfahren ab! Die verlorene Zeit reichte, um zwei Positionen zu verlieren,er fiel hinter van der Linde und Götz zurück. Ein Blick auf die Top-Standzeitenbeweist, wie sehr der verpatzte Stopp Lawson weh getan hat. Die Standzeit beim Samstags-Rennen betrug 7,9 Sekunden, am Sonntag hingegen 11,6 Sekunden. Das Lawson sich trotzdem nur hauchdünn hinter dem Audi und dem Mercedes einreihte, beweist: Bei einem normal verlaufenen Stopp wäre 
der Sieg möglich gewesen. Am Ende fuhr er 4,6 Sekunden hinter Maxi Götz als zweiter ins Ziel. Lawson vorsichtig: „Ich glaube, dass der abgewürgte Motor w meine Schuld war. Ich entschuldige mich beim Team, denn das hat uns die Führung gekostet, auch wenn ich nicht weiß, ob wir sie im Rennverlauf behalten hätten. Es lief definitiv nicht ideal." Sein Fazit des Lausitzring-Wochenendes ist deshalb zwiespältig: „Es ist ein sehr gutes Ergebnis, aber natürlich wollen wir gewinnen. Es ist natürlich frustrierend, dass wir das nicht geschafft haben. Wenn wir das realistisch sehen, war das für die Pace, die wir insbesondere im Rennen hatten, ein gutes Resultat."

Ein verpatzter Boxenstopp kostete den möglichen Sieg
Ein verpatzter Boxenstopp kostete den möglichen Sieg
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DTM TV-Quoten besser als bei der Formel E!
Erstmals vergleichbare Voraussetzungen bei TV-Übertragung bei DTM und Formel E, mit besseren Zahlen für die DTM. Das Interesse an den Rennen auf dem Lausitzring war größer als der Formel E in London. Erstmals gab es einen direkten Vergleich, welche Rennserie in der Gunst der TV-Zuschauer höher angesiedelt ist, da die TV-Zeiten identisch waren. Am Samstag waren die Zahlen auf gleichem Niveau. Jeweils 0,31 Millionen Zuschauer verfolgten die Rennen in der Lausitz und in London. Allerdings erzielte die DTM einen höheren Marktanteil in der werberelevanten Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen. Das erste Rennen mit Turn 1 des Triovals sahen 5,7 Prozent dieser Personengruppe, während der Wert bei der Formel-E-Übertragung bei 5,3 Prozent lag. Am Sonntag verzeichnete die DTM höhere Einschaltquoten, die die Werte des Vortags übertrafen. 0,36 Millionen Menschen schalteten ein. Der Marktanteil war mit 4,4 Prozent aber niedriger als am Samstag. Die Formel-E-Übertragung erzielte mit 0,29 Millionen Zuschauern einen Marktanteil von 2,5 Prozent.

Im TV schneidet die DTM besser ab als die Formel E
Im TV schneidet die DTM besser ab als die Formel E
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Horst Bernhardt

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