Für den siegreichen Mercedes-AMG-Piloten endete eine lange Durststrecke
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DTM: Edoardo Mortara hebt ab und ist zu Tränen gerührt

(Speed-Magazin.de) 580 Tage musste Edoardo Mortara warten. Dann war er am Ziel seiner Träume. Der 31-Jährige machte einen Luftsprung auf die oberste Stufe des Siegertreppchens. Als die italienische Nationalhymne aus den Lautsprechern erklang, flossen Tränen der Rührung beim Mercedes-AMG-Piloten. Am 16. Oktober 2016 hatte „Edo“ beim Finale in Hockenheim seinen letzten DTM-Sieg gefeiert, damals noch in einem Audi. Am Samstag endete für ihn eine lange Durststrecke. Am Lausitzring gewann er sein insgesamt neuntes Rennen in der Tourenwagenserie. „Das ist ein spezieller Tag für mich. Der erste Sieg mit Mercedes ist für mich etwas ganz Besonderes“, sagte Mortara, der nach dem Wechsel des Herstellers ein schwieriges Jahr 2017 in der DTM erlebte.

Lediglich Platz 14 stand am Ende für den Vize-Meister von 2016 zu Buche. Ein dritter Rang samstags am Norisring und ein vierter Platz Sonntags beim Finale in Hockenheim waren die positiven Ausreißer nach oben. „Das war kein optimales Jahr für mich. Ich musste sehr kämpfen. Ich hatte große Schwierigkeiten mit dem Auto. Bei den ersten Tests lief es schon viel besser. Ich hoffe, dass ich noch viele solche guten Rennen in diesem Jahr haben werde“, sagte Mortara, der nun mit 37 Punkten hinter Markenkollege Gary Paffett (45) und BMW-Pilot Timo Glock (62) Dritter in der Gesamtwertung ist.

„ICH FAHRE NUN NICHT AUF EINEM ANDEREN LEVEL, ABER ANDERS“
„Für viele Fahrer ist es ein Problem, sich an ein neues Auto und eine andere Marke anzupassen. Das ist nicht einfach. Es ist so viel Technik im Spiel. Und Kleinigkeiten entscheiden. Ich fahre jetzt nicht auf einem anderen Level, aber anders. Du musst deinen Fahrstil verändern, aber auch gleichzeitig das Auto verstehen, das geht Hand in Hand. Dieses Jahr haben wir andere Regeln und eine veränderte Aerodynamik. Bis jetzt läuft es mit dem neuen Paket sehr gut für mich“, erklärte der vierfache Sieger des Macau-Grand-Prix.

SPÄTER BOXENSTOPP WAR DER SCHLÜSSEL ZUM ERFOLG
Von Position sieben aus war es für Mortara losgegangen. Beim Start verlor er gar einen Platz. In Runde 13 fuhr der Mercedes-AMG-Pilot als Führender in die Box. Die Konkurrenten wie Philipp Eng (zehnte Runde), Lucas Auer (elfte Runde) oder Timo Glock (zwölfte Runde) absolvierten ihren Pflichtstopp früher. Letztlich war diese Strategie der Schlüssel zum Erfolg. Drei Runden vor dem Ende passierte er Philipp Eng. Eine Runde später auch Timo Glock. Nach 21 Runden raste er als Erster über den Zielstrich. „Der späte Stopp, ein schneller Reifenwechsel und eine erste gute Runde mit den kalten Reifen“, waren aus Sicht von Mortara entscheidend. „Ich war froh, dass das Rennen so kurz war. Dadurch war es für mich am Ende einfach.“

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