DTM 2012 München: Nervenkitzel pur auf engem Parcours
(Speed Magazin) Es war eine Premiere der besonderen Art, als die DTM im vergangenen Jahr das Münchner Olympiastadion eroberte und eine Motorsport-Show für die ganze Familie lieferte. 54.000 Fans erlebten Fahrer und Boliden hautnah und sahen spannende Duelle in dem weiten Rund. An diesem Wochenende ist die populärste Tourenwagenserie der Welt zum zweiten Mal Gast in dem altehrwürdigen Stadion. Auf dem nur 614 Meter langen Kurs wurden bereits im Februar drei Schichten Asphalt verlegt und die Streckenführung verbessert. Jetzt fahren die Boliden auf zwei gespiegelten Kursen in die gleiche Richtung und nicht mehr entgegengesetzt wie noch 2011. So können die Zuschauer noch besser erkennen, wer gerade vorn liegt.Auch der Rennmodus wurde geändert. Am Samstag geht es in einer Staffel um den Herstellertitel. Je zwei Teams von BMW, Audi und
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Da der aerodynamische Abtrieb, der die Boliden auf regulären DTM-Kursen auf die Strecke presst, wegen der niedrigeren Geschwindigkeiten in München nicht aufgebaut werden kann, kommt dem Hankook-Rennreifen auf der winkeligen Strecke eine ganz besondere Bedeutung zu. Der Ventus F200 muss über die Gummimischung den mechanischen Grip liefern, damit die Piloten den Stadionkurs schnell und sicher umrunden können, ohne mit den Betonmauern Bekanntschaft zu machen. Die höhere Makro-Rauigkeit
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Der enge Parcours im Olympiastadion garantiert den Zuschauern Spannung und Nervenkitzel, Fahrer und Teams stellt er jedoch vor große Herausforderungen. Hankook-Renningenieur Michael Eckert: „Die Schwierigkeit besteht darin, die Hankook-Reifen auf der sehr kurzen und langsamen Strecke zum Arbeiten zu bringen. Diesen Prozess kann man durch Vorheizen oder ein spezielles Fahrzeug-Setup beschleunigen. Die optimale Arbeitstemperatur des Hankook-Slicks liegt zwischen 90 und 110 Grad. Wer die am schnellsten erreicht, hat die besten Siegchancen.“
Rennreifen Know-How
Die Rennreifen sehen ihren Pendants im Straßenverkehr sehr ähnlich, unterscheiden sich jedoch stark in
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München Show-Event: Grip
Grip (Griffigkeit) bezeichnet die Reibung, die durch den Reifenkontakt mit der Fahrbahnoberfläche entsteht. Diese Haftreibung wird unter anderem durch Faktoren wie Reifendruck, Gummimischung sowie den Winkel des Reifens im Verhältnis zur Fahrbahn beeinflusst. Mehr Grip bedeutet mehr Aufstandsfläche zwischen Reifen und Fahrbahn und sorgt damit im Motorsport für schnellere Beschleunigungs- und Rundenzeiten. Als lateralen Grip wird die Reifenführungskraft in Kurven bezeichnet, der Längs-Grip wirkt beim Beschleunigen oder Bremsen.
Hankook / J Patric