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Sabine initiierte die weltberühmte Rallye Paris-Dakar
© AFP/SID/DANIEL JANIN, DOMINIQUE FAGET | Zoom

Das SID-Kalenderblatt am 14. Januar: Ende der ersten Rallye Paris-Dakar

Drei Tage und Nächte war Thierry Sabine verloren. Der Franzose irrte durch die Wüste, im Rahmen der Rallye Abidjan-Nizza war er vom Weg abgekommen.

Köln (SID) - Drei Tage und drei Nächte war Thierry Sabine verloren. Der Franzose irrte durch die libysche Wüste, im Rahmen der Rallye Abidjan-Nizza 1977 war er vom Weg abgekommen. Ohne Verpflegung schien sein Ende nah. Doch als dieser Mann aus vornehmem Hause dann doch noch gerettet wurde, wollte er der Sahara nicht etwa für immer den Rücken kehren - er hatte sich verliebt.

Zurück in Frankreich hatte Sabine also einen Plan: So viele Motorsportler wie möglich, Profis wie Amateure, sollten jährlich die Möglichkeit haben, eine große, abenteuerliche Wüsten-Rallye zu fahren. Die Idee zur Paris-Dakar war geboren, schon im Dezember 1978 startete die erste Ausgabe. Und am 14. Januar 1979 raste der erste Sieger in Senegals Hauptstadt durchs Ziel.

Nach rund 10.000 km durch Frankreich, Algerien, Niger, Mali und Burkina Faso war der französische Motorradfahrer Cyril Neveu einer der ersten Helden der "Dakar". Die bis heute vielkritisierte Offroadshow offenbarte aber auch schon ihre Schrecken.

Mehr als die Hälfte der gut 180 Teilnehmer gab unterwegs entkräftet auf, darunter einige Verletzte, und auch den ersten Toten gab es auf dieser Jungfernfahrt: Der Franzose Patrice Dodin stürzte von seinem Motorrad und erlitt schwerste Schädelverletzungen.

Mindestens 69 Menschen verloren bis heute ihr Leben im Rahmen der "Dakar", und es ist ein tragischer Schlenker des Schicksals, dass auch Sabine selbst auf dieser Liste steht. Genau sieben Jahre nach der Zieldurchfahrt der Erstausgabe, am 14. Januar 1986, geriet er als Organisator der Rallye mit dem Hubschrauber in einen schweren Sandsturm und stürzte ab.

Eine kleine Akazie in der ansonsten fast baumlosen Wüste Nigers wurde nach Thierry Sabine benannt, das Gewächs ist bis heute ein wichtiger Orientierungspunkt. Auch ein Gedenkstein erinnert dort an den Gründer der Paris-Dakar. "Für jene, die eine Herausforderung annehmen. Für jene, die einem Traum folgen", steht da geschrieben. Ein berühmtes Motto Sabines ist indes nicht verewigt: "Wenn dein Leben langweilig wird, dann riskiere es!"

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