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MINI Cooper SE
© BMW Media | Zoom

Vollelektrischer Mini Cooper SE: Im Einklag mit allen Sinnen

Seit Kurzem ist der MINI Cooper SE auf der Straße. Was man auf den ersten Blick nicht sieht: Sein Design ist erstmals auch hörbar. Oliver Heilmer, Leiter MINI Design, und Renzo Vitale, Sound Designer BMW Group, geben Einblicke in die Entstehung des MINI Cooper SE (Kraftstoffverbrauch kombiniert: 0,0 l/100 km; Stromverbrauch kombiniert: 16,8 – 14,8 kWh/100 km; CO2-Emissionen kombiniert: 0 g/km) und dessen Klangwelten. Ein Gespräch über die Liebe zum Detail, den Sound von MINI, das Zusammenspiel von Information und Gefühl sowie die Zukunft einer Ikone des Automobildesigns.

Herr Heilmer, der erste MINI wurde sofort zur Ikone. Worin liegt eigentlich der Reiz, ein derart bekanntes Design weiterzuentwickeln?

 
Oliver Heilmer (OH): Für mich liegt der Reiz in der großen Herausforderung. Es ist keine leichte Aufgabe, ein solch ikonisches Design weiterzuentwickeln. Denn, je stärker eine Ikone ist – und MINI hat eine große Tradition –, umso wichtiger ist nicht nur das Thema Innovation, sondern auch Kontinuität. In diesem Spannungsfeld versuchen wir, die Historie behutsam in das Neue zu integrieren. So wie beim MINI Cooper SE: Er ist ebenso als MINI wie als elektrisch angetriebenes Fahrzeug erkennbar.
 

Beim MINI Cooper SE war also gar nicht viel zu ändern?

 
OH: Wenn ein Fahrzeug überzeugend ist und beispielsweise ideal in den Kontext urbaner Mobilität passt – wie der MINI 3-Türer –, wirkt es so, als müsste man gar nicht mehr viel machen. Im Arbeitsprozess selbst ist das natürlich komplexer und manchmal sogar herausfordernder, als ein neues Fahrzeug zu gestalten. Um den vollelektrischen MINI Cooper SE zum Beispiel von einem MINI mit konventionellem Verbrennungsmotor unterscheidbar zu machen, haben wir zunächst jedes Element auf seinen Beitrag zur Gesamtwirkung analysiert. Erstaunlich war, dass bei manchen Detailänderungen das Design geradezu zerfiel – und damit auch die Wahrnehmung eines MINI. Wir wollten jedoch den MINI Kern bewahren und gleichzeitig in die Zukunft blicken. Daher entschieden wir uns für bewusste Akzente, die den MINI Cooper SE von einem MINI mit Verbrennungsmotor differenzieren.

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Welche Designdetails sind spezifisch elektrisch?

 
OH: Der MINI Cooper SE hat beispielweise einen weitestgehend geschlossenen Grill. Bekanntermaßen wird bei einem elektrifizierten Fahrzeug die Kühlluft nicht an der gleichen Stelle benötigt wie bei einem Verbrenner. So ist im Grill des MINI Cooper SE nur noch ein schmaler horizontaler Luftspalt enthalten. Der Rest ist flächenbündig geschlossen und in einem modernen Grau farblich abgesetzt. Der elektrische Antrieb und dessen Modernität wird im Innenraum unter anderem durch die digitale Instrumentenkombi deutlich. Hier werden alle für das elektrische Fahrerlebnis relevanten Informationen angezeigt. Auch im Felgendesign wollten wir ganz klar neue Wege gehen: asymmetrisch, fast statisch in der Optik. Wir haben etwas kreiert, das bewusst mit dem bricht, was man klassisch als Felge bezeichnet. Auch die Akzentfarbe Energetic Yellow zeigt die elektrische Natur des MINI Cooper SE. Sie findet sich unter anderem auf den Spiegelkappen oder im E-Logo auf Grill, Heckklappe oder Sidescuttles wieder. Damit die farbliche Akzentuierung wirkt, gibt sich der Rest des Fahrzeugs bewusst zurückhaltend.
 

Ermöglicht die Elektrifizierung einen neuen Ansatz im Design? Gar eine neue Art der Emotionalisierung?

 
OH: Definitiv. Das Gesamterlebnis ist entscheidend. Die Elektrifizierung schafft die Basis, Dinge grundlegend anders zu denken – nicht nur im ästhetischen Sinne. Überspitzt gesagt, ermöglicht sie es, neue Welten zu entdecken. Das sensorische Zusammenspiel verschiedener gestalterischer Elemente, wie Fahrzeugdesign, Klang oder auch Duft, wollen wir zukünftig stimmig in den MINI bringen.
 
Der MINI Cooper SE folgt bereits in Teilen einem neuen Gestaltungsansatz: Wir wollen bei MINI zukünftig ein Design für alle Sinne bieten – ein sorgfältig orchestriertes Zusammenspiel von Erlebnissen, statt singulärer Elemente. Dies betrifft verschiedene Bereiche: Es gibt ein Exterieur und ein Interieur, im Einklang mit Materialien und Farben – bei MINI ein sehr wichtiger Aspekt. Hinzu kommt das User Interface. Hier stellt sich zum Beispiel die Frage: Wie interagiere ich Themen, und was sehe ich dabei auf dem Display?
 
Und natürlich spielt der Klang eine entscheidende Rolle. Was früher ein eher nüchternes Thema war, wie beispielsweise das Kreieren eines Parkwarntons, kann mit der Elektromobilität ein emotionales Erlebnis werden. Wir können selbst definieren, wie sich ein elektrischer MINI anhören soll, welche Emotion wir damit hervorrufen, welches Gefühl wir vermitteln möchten. Renzo Vitale, der die Komposition für den MINI Cooper SE entwickelt hat, erklärte mir beispielsweise dessen Sound so, wie wir in der Regel Design verständlich machen. Mir war sofort klar, dass sich mit diesem Ansatz für uns bzw. für MINI eine völlig neue Erlebniswelt eröffnen kann.
 
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Renzo Vitale, Sie sind Musiker, Komponist und Elektroingenieur. Worin lag die Herausforderung, den Sound für den vollelektrischen MINI Cooper SE zu entwickeln?

 
Renzo Vitale (RV): Grundsätzlich muss der Sound eines Fahrzeugs Emotionen hervorrufen und gleichzeitig zur Übermittlung von Informationen dienen. Diese beiden Seiten sollen sich im MINI wiederfinden und müssen sich doch klar voneinander abgrenzen. Bei vielen Menschen ruft der Sound eines Verbrennungsmotors starke Emotionen hervor. Uns war jedoch von Anfang an klar, dass es keinen Sinn macht, den Klang eines Verbrennungsmotors zu simulieren. Schließlich gibt es keine Gangwechsel. Auch steht beim Beschleunigen die gesamte Energie – genau jetzt – zur Verfügung. Meine Klanginhalte bzw. meine Hauptinspirationsquellen liegen im Design. Für den MINI Cooper SE habe ich beispielweise die optischen Eindrücke der Felgen und der gelben Akzente in Klang übersetzt.
 

Wie entwickeln Sie den Sound eines Elektrofahrzeugs?

 
RV: Ich betrachte zunächst das Fahrzeug als Ganzes. Es ist für mich wie ein Instrument. Musiker verwenden Instrumente, um Gefühle zu erzeugen. Genauso soll das Fahrzeug beim Fahrer – wie auch anderen Verkehrsteilnehmern – Gefühle hervorrufen. Und natürlich ist Klang immer auch Information. Diese beiden Aspekte – Emotion und Information – gilt es darzustellen. Abhängig davon, wie wir agieren, klingt das Fahrzeug unterschiedlich. So vermittelt der MINI Cooper SE beispielsweise im Stand einen freundlichen, willkommen heißenden, ja beinahe leuchtenden Charakter. Sobald man anfährt, entwickelt sich ein dynamischer Sound, der einem das Gefühl von Fortbewegung und Geschwindigkeit gibt. Unabhängig davon, wie ein Fahrzeug gefahren wird – ob fordernd oder zurückhaltend –, der Sound muss in der Lage sein, alle Fahrzustände abzubilden und gleichzeitig der Marke zu entsprechen bzw. sie erlebbar zu machen. Ich denke, dies ist uns mit dem Sound des MINI Cooper SE gelungen.

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Wie klingt der MINI Cooper SE? Wie klingt MINI?

 
RV: Für mich ist der MINI Sound dreigeteilt: Er ist leidenschaftlich, energetisch und inspirierend. MINI hat ein Glitzern, etwas Überraschendes, einen Twist. Und das soll man auch mit geschlossenen Augen erfahren können. Der Sound ist eine Ausdrucksmöglichkeit des Fahrzeugs – wie eine Stimme. Es kommuniziert mit uns. Im Übrigen ist auch Stille eine Art der Kommunikation bzw. ein Soundelement. Beim Komponieren habe ich den MINI Cooper SE lange betrachtet, um seinen Charakter zu greifen. Ich habe versucht, die Linien des Fahrzeugs hörbar zu machen. Die Stimme von MINI ist leuchtend. Sie sagt: Hier ist ein Freund in der Nähe.

Welchen Weg geht MINI zukünftig im Design? Werden wir ein Smartphone auf Rädern in einer ikonischen Hülle sehen?

 
OH: Ein Fahrzeug ist komplexer als jedes Handy. Wie komplex es ist, kann man beim Thema „Autonomes Fahren“ deutlich sehen. Statt einem Handy auf Rädern sehen wir den MINI in Zukunft eher als „Partner in Crime“. Viele Besitzer geben ihren MINIs bereits heute Namen. Darauf wollen wir aufbauen, ganz unkompliziert und intuitiv, sodass eine echte Beziehung entstehen kann. Eine Bindung, die über das reine Autofahren hinaus reicht. Das muss technologisch gar nicht hochkomplex sein. Es soll vor allem ein Lächeln auf die Lippen zaubern.
 
RV: Es ist zum Beispiel denkbar, dass der MINI fühlt, wie es dem Fahrer geht, und darauf mit Klang reagiert. Er stellt eine Klangwelt zur Verfügung, die den Augenblick zu einem besseren Moment macht. Das kann eine Art Klanglandschaft, ein Klangzeichen oder ein Stück Musik sein. Das Fahrzeug drückt sich aus und gibt dem Insassen das Gefühl, nicht alleine zu sein.
 
OH: Genau, richtig. Und dann kommt zusätzlich zum Sound noch das Licht. Nicht nur als konkrete Information, die auf dem Display stattfindet, sondern als Lichtstimmung. Idealerweise ist es ein Zusammenspiel von Licht und Sound. Ein MINI gibt mir so quasi das Gefühl, dass jemand da ist, mit dem ich kommunizieren kann. Entscheidend ist hier der holistische Ansatz: die Verbindung von taktilen Erlebnissen, Klang, Sound und Stimmungen sowie Materialien. Und dieses neue MINI Gefühl wollen wir erlebbar machen.

BMW Media / DW