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Nasse Fahrbahn: Gebremst wird an der Schiene
© ADAC | Zoom

Sommerreifen 2021: Falken, Conti, Kumho, Bridgestone beim ADAC Test ganz vorne

Diesmal im ADAC Sommerreifentest: 17 aktuelle Modelle der Dimension 225/50 R17 für viele Mittelklassefahrzeuge vom Audi A4 bis zum VW Passat. Die Gesamtbilanz ist positiv, doch in einigen Disziplinen zeigten die Reifen große Leistungsunterschiede – und ein Modell fiel komplett durch.

Welcher Reifen ist der beste für die Fahrzeuge der Mittelklasse? Die Antwort liefert der ADAC Reifentest, der die aktuellen Modelle bezüglich Fahr- und Sicherheitseigenschaften sowie unter Komfort- und Wirtschaftlichkeitsaspekten prüft. Diesmal im Test: Die Größe 225/50 R17 in der Geschwindigkeitsklasse Y bis 300 km/h.
 
Das Ergebnis: Von 17 getesteten Modellen wird die Gesamtleistung von vier Modellen mit "gut", von zwölf Reifen mit "befriedigend" und von einem Reifen mit "mangelhaft" bewertet. Nach der Tabelle mit den Noten und Einzelbeurteilungen finden Sie wie immer die Stärken und Schwächen der Modelle im Vergleich – und ein großes Thema ist diesmal das Nassbremsen.

Testkategorie Nass-Handling: Auch die Zeit wird bewertet
Testkategorie Nass-Handling: Auch die Zeit wird bewertet
© ADAC 
 

Sehr ausgewogenen: Die Sieger

Als besonders empfehlenswert gelten vier Modelle. Allen voran: Der Falken Azenis FK510, der mit seiner Ausgewogenheit überzeugt. Er bietet Spitzenwerte auf nasser und trockener Fahrbahn. Im direkten Vergleich der Spitzengruppe zeigt er allerdings einen etwas höheren Kraftstoffverbrauch. 
 
Der Continental PremiumContact 6 glänzt mit einer in allen Kriterien überdurchschnittlichen Leistung. Im Trockenen bietet er gute Sicherheitsreserven, im Nassen ist sein präzises Handling hervorzuheben. 

Kraftstoffverbrauch: Gemessen wird auf dem Ovalkurs mit Steilkuve
Kraftstoffverbrauch: Gemessen wird auf dem Ovalkurs mit Steilkuve 
© ADAC
 
 
Der drittplatzierte Kumho Ecsta PS71 ist vorbildlich im Kapitel Aquaplaning, sowohl in Längs- als auch in Querrichtung, glänzt aber auch in allen anderen Nass-Disziplinen. Auf Trockenheit kratzt er an der Notengrenze zur Abwertung: Im Vergleich zu den anderen "guten" Reifen lässt er sich nicht so präzise steuern. Mit kurzen Bremswegen sichert er sich aber eine noch gute Bewertung im Trockenen. 
 
Beim Bridgestone Turanza T005 ist es genau umgekehrt: Seine Stärken liegen mit kurzen Bremswegen und einem präzisen Fahrverhalten im Trockenen. Im Vergleich zu den Besten ist der Verschleiß aber etwas höher.
 
Im Spitzenquartett ist der Kumho übrigens am günstigsten: Die bundesweite ADAC Preisabfrage bei mehreren Händlern ermittelte einen Durchschnittspreis von 108 Euro (Stand Anfang 2021). Für den Conti PremiumContact 6 werden dagegen 148 Euro aufgerufen. Wer sich also für das koreanische Produkt entscheidet, spart bei einem Satz Reifen immerhin 160 Euro. 

Viele zufriedenstellende Reifen

Tendenziell sparen kann man auch mit den Modellen des befriedigenden Mittelfelds. Doch hier gilt es genauer hinzusehen, denn diese Reifen sind nicht so ausgewogen wie die Spitzenreiter: Sie haben meist eine spezielle Schwäche, weshalb sie im Gesamturteil abgewertet werden. So erkennt man schnell die individuellen Defizite. Doch wer aufgrund seiner individuellen Fahrgewohnheiten und Einsatzbedingungen damit gut leben kann, hat eine breite, meist preiswertere Auswahl.
 
Definitiv kein Schnäppchen ist der Michelin Primacy 4, mit 154 Euro der teuerste Reifen im Test. Immerhin spart man, weil er lange auf dem Auto bleiben kann: Beim Thema Laufleistung ist er in der Spitzengruppe des Testfelds, und auch beim Bremsen auf trockener Fahrbahn macht ihm keiner was vor. Allerdings verliert er im Nassen beim Aquaplaning und Handling deutlich Punkte.
 
Ein ähnliches Nassproblem haben der Dunlop Sport Maxx RT2 und der Nexen N Fera Sport. Doch wie der Michelin punkten sie besonders im Trockenen und fahren vor allem beim Handling sehr exakt und präzise. 
 
Zwischen den beiden reiht sich in der Tabelle mit einem besseren Nässe-, aber schlechterem Trocken-Ergebnis der preiswerte Esa+Tecar Spirit Pro ein (96 Euro). Esa+Tecar? Das ist die Marke der Handelsgesellschaft Tecar, die ihre Sommer- und Winterreifen bei renommierten Reifenherstellern im Auftrag produzieren lässt. Tatsächlich schneiden die Modelle in den letzten Jahren in den ADAC Tests recht gut ab, sind aber nicht überall erhältlich, weil sie in Deutschland in der Regel über angeschlossene, markengebundene Autohäuser vertrieben werden.

Aufgerüstet mit Mess-Equipment: Der Test-Audi A4
© ADAC
 

Eine Alternative: Zweitmarken

Die getesteten Reifen der unteren Hälfte des Klassements sind in der Regel Zweitmarken der Premiumhersteller, die damit auch preisorientierte Kunden bedienen wollen: Semperit, Barum und Viking gehören zu Continental, Kleber ist eine Michelin-Tochter, Sava ein Goodyear-Produkt und Laufenn ein Hankook-Ableger. Mit Ausnahme des Semperit (Abwertung: Trocken) schneiden alle Modelle wegen ihrer schwächeren Nässe-Performance schlechter, aber immer noch insgesamt befriedigend ab.
 
Nur "befriedigend" lautet auch das Gesamturteil für den Pirelli Cinturato P7 – und das dürfte den teuren Premiumhersteller dann nicht zufriedenstellen. Hatten die Italiener ihr Erfolgsmodell P7 doch erst mit der C2-Variante gründlich überarbeitet, was auf trockener Fahrbahn mit der Bestnote 1,5 im Test auch prima gelang. Aber auf Nässe kann er das Niveau mit schwächeren Brems- und Handling-Werten nicht halten.
Fast 10 Meter Unterschied: Die Bremswege auf Nässe
Fast 10 Meter Unterschied: Die Bremswege auf Nässe
©ADAC

Mangelhaft: Der Firestone Roadhawk

Der Firestone Roadhawk, ein Bridgestone-Produkt, ist der letztplatzierte in unserem Test. Seine Eigenschaften auf trockener Fahrbahn sind prinzipiell befriedigend, nur bei wärmeren Temperaturen fühlt sich das Testfahrzeug mit dem Firestone jedoch unpräzise an.
 
Auf feuchter Fahrbahn ist sein Grip-Niveau dagegen unterdurchschnittlich: Große Lenkwinkel sind notwendig, um den Roadhawk durch den Handlings-Kurs zu manövrieren. Wird dann in der Kurve gebremst oder beschleunigt, reißt die Haftung oft gänzlich ab.
 
Im Vergleich zum Testfeld ist seine Leistung im Handling mangelhaft: Das Einzelkriterium Nasshandling schlägt auf das Hauptkriterium Nass durch und führt letztendlich zum ADAC Urteil „mangelhaft“.

Fahrzeugübersicht der Dimension 225/50 R 17 Y

Nachfolgende Fahrzeugmodelle (und zahlreiche weitere) können – je nach Motorisierung und Ausstattung – mit der hier getesteten Reifengröße bestückt werden.

Baureihe                     Modell                    
Alfa Romeo                     Giulia
Audi                     A4, A5, TT                   
BMW 3er, 4er, X1
DS                     DS 5                   
Honda                    Accord                   
Lexus                    GS                    
 Mercedes B- und C-Klasse
Opel  Astra, Zafira Tourer
 Peugeot  3008, 5008, 508
 Renault  Latitude
 
Baureihe                     Modell                    
Alfa Romeo                     Giulia
Audi                     A4, A5, TT                   
BMW 3er, 4er, X1
DS                     DS 5                   
Honda                    Accord                   
Lexus                    GS                    
 Mercedes B- und C-Klasse
Opel  Astra, Zafira Tourer
 Peugeot  3008, 5008, 508
 Renault  Latitude

ADAC / DW