Herausforderer: Der Mazda RX-7 (FD) erreichte 1992 die Fahrleistungen von Supersportwagen
© Mazda | Zoom

Retro: Mazda RX-7 hält Gene des Le-Mans-Siegers

(Retro: Mazda RX-7 (FD) - Revolution in der Entwicklung)  Die dritte Generation des exclusiven Supersportwagens Mazda RX-7 (FD), der mit starkem Zwei-Scheiben-Kreiskolben-Motor gegen die renommiertesten europäischen Pulsbeschleuniger antrat – war für die Fachwelt Anfang 1992 eine Überraschung. Tatsächlich hatte sich der Mazda RX-7 bereits in den vorhergehenden zwei Generationen in die Geschichtsbücher eingetragen: Allerdings nur in der Kategorie "bezahlbarer Sportwagen", der als erstes Automobil mit Kreiskolben-Motor die Rekord-Produktionszahl von fast 750.000 Einheiten erzielte. Dagegen präsentierte sich der damals neue RX-7 (FD) vor über 30 Jahren als kostspieliger, dafür kompromissloser und ultra-leichtgewichtiger Hochleistungsathlet, in dessen Entwicklung auch die technologische Expertise des legendären Sieges von Mazda bei den 24 Stunden von Le Mans 1991 einfloss.
 

Mazda RX-7 (FD) revolutionierte die Entwicklungsabläufe


Seinen ersten öffentlichen Auftritt feierte der RX-7 (FD) Ende 1991 in Japan unter der nationalen Vertriebsmarke Efini. In Europa und Nordamerika markierte er aber erst zum Jahresanfang 1992 einen neuen Gipfel der Mazda Straßensportwagen. Ebenso wie der in Le Mans spektakulär über alle europäischen Favoriten triumphierende Kreiskolben-Rennwagen Mazda 787B, wurde auch der Mazda RX-7 (FD) um ein neues kompaktes und leichtgewichtiges Kreiskolben-Triebwerk herum entwickelt.

Erst der Motor, dann die Konstruktion des passenden Autos, diese Vorgehensweise brach mit traditionellen Entwicklungsabläufen. Verantwortlich zeichnete dafür Takaharu Kobayakawa, der Programm-Manager für den revolutionären Straßensportler RX-7 (FD). Kobayakawa-san brachte dabei seine Expertise als Leiter der erfolgreichen Mazda Motorsportaktivitäten in Le Mans ein.
 
Das für den RX-7 entwickelte, zunächst 176 kW/240 PS, später sogar bis 206 kW/280 PS starke Zwei-Scheiben-Kreiskolben-Aggregat (Typ 13B) mit 2 x 654 cm³ Kammervolumen wurde zudem in Front-Mittelmotor-Layout positioniert. So ergab sich eine im Wettbewerbsumfeld beispielhaft austarierte Gewichtsverteilung von 50:50. Der Fahrzeugschwerpunkt des Mazda RX-7 (FD) mit klassischem Hinterradantrieb lag außerdem noch tiefer als bei den Vorgängermodellen, alles zugunsten einer herausragenden Agilität des japanischen Sportwagens auf kurvenreichen Kursen, so wie sie sonst fast nur reinrassige Rennwagen boten.

Mazda RX-7 (FD) revolutionierte die Entwicklungsabläufe
Auf der Jagd nach jedem Gramm: Visionärer Leichtbau machte den RX-7 agil und legendär   © Mazda

Auch die unter Chefdesigner Yoichi Sato gezeichneten ikonischen Konturen des knapp 4,30 Meter langen, aber stämmige 1,76 Meter breiten Zweisitzers waren mit extrem kurzen Überhängen, aerodynamisch-flacher Klappscheinwerfer-Front – maßgeschneidert für den kompakten Kreiskolben-Motor – und gerade einmal 1,23 Meter Fahrzeughöhe ganz auf sportlichen Fahrspaß ausgerichtet.

Dazu passte das vom Interieur-Designer Yasuhisa Kochi in Tränenform gestaltete Racing-Cockpit mit zentral positioniertem Drehzahlmesser und körpergerechten Schalensitzen, Features, die die Besatzung des RX-7 mit der Fahrmaschine zu einer Einheit verschmolzen. Agil und direkt auf Fahrbefehle ansprechend bot der Mazda RX-7 die perfekten Voraussetzungen für unverfälschten Fahrspaß. Jinbai Ittai nennt die japanische Kultur dieses Prinzip der Einheit von Pferd und Reiter, das schon im Roadster MX-5 realisiert wurde und bis heute ein Fundament der Fahrfreude in allen Mazda Fahrzeugen ist.
 
Zu diesem Fahrvergnügen trug auch das außergewöhnlich geringe Gewicht des Mazda RX-7 (FD) bei. „Mission Zero“ nannte die Entwicklungsingenieure die Jagd nach jedem überflüssigen Gramm, wobei sie sich gleichermaßen an Fertigungsmethoden aus dem Flugzeugbau und Motorsport orientierten. Nicht weniger als sechs Mal wurden die Prototypen des RX-7 (FD) analysiert, um kein Potential für Gewichtsreduzierungen ungenutzt zu lassen. Entscheidende Leichtbaufaktoren waren schließlich ein hoher Aluminiumanteil bei Fahrwerk und Karosserie, neue Kunststoffe, kleinere Verglasungen und die Liebe zum Perfektionismus, der sich in gelochten Gas- und Bremspedalen aus Aluminium reflektierte.
 
„Das einzige Bremspedal, das einen Sportwagen schneller fahren lässt“, erklärte Mazda in einer Anzeigenkampagne den Vorteil des damals wahrscheinlich branchenweit leichtesten Bremspedals. Insgesamt sparte die „Mission Zero“ beim Mazda RX-7 (FD) 50 Kilogramm Gewicht gegenüber dem Vorgängermodell ein, mit dem Ergebnis eines Leergewichts von nur 1.240 bis 1.310 Kilogramm. Und mit einem Leistungsgewicht von maximal 5,4 Kilogramm pro PS setzte sich der Mazda RX-7 (FD) in seinem Wettbewerbsumfeld an die Spitze.

007 | Mazda RX-7 - Baujahr 1992
007 | Mazda RX-7 - Baujahr 1992  © Mazda

Großer Gewichtsvorteil punktet vs. den europäischen Sportwagen


Gut eine halbe Tonne Gewichtsvorteil hatte der athletische Mazda auch gegenüber süddeutschen und englischen Zwölfzylinder-Sportwagen, mit denen deutsche Fachmedien den Japaner verglichen. Der drehfreudige Kreiskolben-Motor (bei knapp 8.000 Umdrehungen erinnerte ein Signal ans Schalten des Fünfganggetriebes) katapultierte den stärksten Rotary-Seriensportler aller Zeiten in 5,3 Sekunden auf 100 km/h – damals ein Supersportwagen-Wert – und mühelos bis zur limitierten Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h.

Dank eines neuartigen, zweistufigen Abgas-Turboladers erfolgte der Kraftzuwachs dabei kontinuierlich ohne das berüchtigte „Turboloch“ früherer Motoren. Gegenüber konventionellen Supersportwagen galt der mindestens 85.500 Mark teure RX-7 (FD) zwar als kostengünstig, aber dennoch begrenzte dieser Preis die Zahl potentieller Käufer. Trotzdem wurde die finale Generation dieses bis 1996 in Deutschland und bis 2002 weltweit angebotenen RX-7 in 68.589 Einheiten produziert.

Wer diesen Meilenstein der Sportwagengeschichte, der durch Konsolenspiele und Kultfilme wie „The Fast and The Furious“ bis heute Bestandteil der Popkultur ist, hautnah kennenlernen möchte, sollte ins Automobil Museum Frey in Augsburg besuchen. Ein signalroter RX-7 (FD) führt die Parade der erfolgreichen Mazda Kreiskolben-Sportwagen an, zu denen auch die aufsehenerregenden Cabriolets der zweiten RX-7 Generation (FC) zählen sowie der in mehr als hundert Rennen siegreiche erste Mazda RX-7 (SA22C, FB). Nicht fehlen darf natürlich der allererste japanische Supersportwagen, der 1967 vorgestellte futuristische Mazda Cosmo Sport 110 S.

Auch interessant:
Infothema: Autobahngebühren für 2026 sind digitaler denn je
Wolfsburg: Erlebnisort Autostadt - Highlights aus 25 Jahren Autostadt
Emobility Video: Hyundai MG entwickelt Laderoboter für E-Autos

Mazda