Nachhaltigkeit - Kreislaufwirtschaft: Autohersteller müssen Gas geben!
Viele große europäische Hersteller nutzen zwar bereits recycelte Materialien wie> SEAT, BMW, Volkswagen, Audi, Volvo und Renault, von einzelnen Komponenten bis über Serien- und Konzepte mit hohen Rezyklatanteilen. Doch noch ist es ein weiter Weg bis zum Ziel. BMW, Porsche, Volkswagen; Citroën, Volvo, Renault & Co. haben klare Ziele zur Nutzung größerer Rezyklatmengen. Diese Initiativen zeigen greifbare Schritte Richtung Kreislaufwirtschaft im Automobilsektor. Dazu kam vor kurzem die neueste Nachricht vom Europäischen Parlament - Es wurde eine Einigung über EU-Regeln erzielt, wenn auch nur vorläufig, doch immerhin...Nachhaltigkeit in der Autobranche - noch ist es ein weiter Weg
EU-weit sollen neue Vorschriften sicherstellen, dass mindestens 15 – 25 % des Kunststoffs in neuen Fahrzeugen aus recycelten Materialien besteht – davon ein Teil aus echten Closed-Loop-Recyclaten (also aus Altfahrzeugen) – künftig verpflichtend. Mehr dazu hier: Europäisches Parlament
Mehrere EU-ansässige Autohersteller arbeiten bereits mit recycelten Materialien, vor allem im Rahmen von Nachhaltigkeits- und Kreislaufwirtschaftsstrategien. Nachfolgend einige Beispiele der Prozentanteile der zur Zeit bereits eingesetzten Altmaterialien und die Strategien der Autohersteller für die Zukunft.
Mercedes-Benz - 20 - 30% bis zu 40% (bis 2039)
Mercedes investiert stark in Design-for-Recycling (Bauteile leichter trennbar, weniger Materialmix). Der Status Quo von Mercedes-Benz: Man arbeitet bereits mit recycleten Materialien in Serie, dazu gibt es eine klare Zukunftsstrategie.
Konkrete Beispiele der bereits erfolgten Maßnahmen in der Herstellung bei Serien Fahrzeugen: Recycelte Kunststoffe in über 70 Bauteilen (z. B. Radhausschalen, Unterbodenverkleidungen, Innenraumteile); Sitzbezüge, Teppiche und Dämmmaterialien aus recyceltem PET (z. B. aus alten Plastikflaschen); Rezyklate in Batterien (Nickel, Kobalt) bei Elektrofahrzeugen, und zwar in Modellen wie der C-Klasse; E-Klasse; EQE / EQS und EQC.
Mercedes setzt bei mehreren Modellen recycelte Kunststoffe ein — z. B. mehr als 70 Komponenten mit recycelten Polymerteilen in älteren Modellen wie der E-Klasse. Je nach neuem Modell 20–30 % recycelte Materialien und neue Fahrzeuge sollen deutlich über 40 % zirkuläre Materialien enthalten. Die Strategie von Mercedes für die Zukunft: Aufbau einer echten Closed-Loop-Kreislaufwirtschaft (z. B. Batterie-Recycling) - Ziel bis 2039
BMW - 25 - 30% bis zu 100% (Konzeptfahrzeug)
BMW arbeitet aktiv daran recycelte Materialien in neuen Modellen zu nutzen. In Serie werden bei BMW zudem recycelte Kunststoffe aus z. B. Meeresabfällen für Innen- und Außenbauteile eingesetzt. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Aluminium, Stahl, Kunststoffe und auf natürlichen Materialien. Weitergehend wird auf einfache Demontage der Fokus gelegt.
Das BMW i Vision Circular (siehe Video) Konzeptfahrzeug wurde bereits vor über 4 Jahren vorgestellt, und zwar als Modell der Zukunft von BMW. Es soll nahezu vollständig aus recycelten Materialien konstruiert sein, also zu 100%.
Neue KLASSE (ab 2025 geplant): Dekorative Teile sollen 30 % recyceltes Meeresplastik (Innen- und Außenverkleidung) enthalten, was den CO₂-Fußabdruck senkt im Vergleich zu herkömmlichen Kunststoffen. Recyclinganteile laut BMW-Projekt „Car2Car“: ~30 % recycelter Metallanteil aus Fahrzeugschrott in neuem Fahrzeugmaterial. BMW i3 (älteres Serienmodell): ca. 25 % recycelte Thermoplaste im Fahrzeugmaterial.
Volkswagen-Gruppe - 40% bis zu 100% (Sitztextilien)
Die Volkswagen-Gruppe fördert den Einsatz von Rezyklaten (z. B. recyceltes PET aus Flaschen) in verschiedenen Komponenten wie Dachhimmel, Textilien, Teppichen und Zierleisten, um den Einsatz primärer Rohstoffe zu reduzieren. In mehreren VW ID.-Modellen (z. B. ID.3, ID.4) werden recycelte Materialien eingesetzt, z. B. Sitztextilien aus bis zu 100 % recyceltem PET (z. B. aus alten Flaschen) für einzelne Ausstattungsvarianten. Volkswagen strebt an, den Anteil an „zirkulären Materialien“ auf 40 % in Fahrzeugen bis 2040 zu erhöhen.
Audi
Audi, ebenfalls Teil der VW-Gruppe, nutzt teilweise recycelte Kunststoffe (chemisch recycelte Kunststoffe) z. B. für die Verkleidung von Sicherheitsgurten im Q8 e-tron und erweitert so den Einsatz von Rezyklaten in sicherheitsrelevanten Komponenten.
SEAT (Spanien)
Der spanische Hersteller SEAT —ebenfalls Teil der Volkswagen-Gruppe — hat als einer der ersten Produzenten recycelte Materialien aus dem Ozeanplastik in Serienfahrzeuge integriert. In den Ibiza und Arona Modellen werden z. B. recycelte Meeresplastik-Fasern in Sitzbezügen, Fußmatten und Teppichen verwendet, die aus gereinigten Plastikflaschen und Meeresabfall hergestellt wurden.
Porsche
Porsche arbeitet stark mit Materialinnovationen (z. B. synthetische Kraftstoffe, neue Verbundmaterialien) statt nur mit klassischen Rezyklatquoten. Porsche ist konservativer als Mercedes, arbeitet aber aktiv an nachhaltigen Lösungen.
Konkrete Beispiele der recycelten Kunststoffe sind: Radhausschalen; Unterbodenverkleidungen; Kabelummantelungen; Innenraumtextilien aus recyceltem Polyester (z. B. bei Taycan-Varianten). Die Strategie der E-Performance betrifft auch die Wiederverwertung von Batterie-Rohstoffen in den Modellen Taycan; Macan (neu, elektrisch) und Cayenne (teilweise).
Der Status Quo bei Porsche ist selektiver Einsatz plus Fokus auf Performance & neue Materialien. Der Fokus liegt auf hochwertigen Rezyklaten, der Gewichtsneutralität und der Materialqualität für Sportwagen.
Volvo (Schweden) - mindestens 25%
Volvo plant einen signifikanten Anteil recycelter Materialien zu verwenden (z. B. recycelte Fischernetze für Teppiche und Innenraumkomponenten) und strebt ambitionierte Nachhaltigkeitsziele an.
- Volvo hat angekündigt, bis 2025 mindestens 25 % recycelte Kunststoffe in neuen Fahrzeugen zu nutzen (Plastikrezyklat)
Renault (Frankreich) - bis zu 60%
Renault hat Beispiele für den Einsatz von recycelten Textilien und Kunststoffen in Innenräumen aufgezeigt (z. B. aus alten Sicherheitsgurten und PET-Flaschen). Der Renault Espace hat etwa 50 kg recycelte Kunststoffe im Fahrzeug. Renault hat Ziele bis 2030 mit erheblich höheren Rezyklatanteilen in neuen Fahrzeugen verfolgt; z. B. sind in manchen Modellen bis zu ~60 % recyceltem Kunststoff in bestimmten Teilen. verbaut.
Stellantis (u. a. Peugeot, Citroën, Opel) - bis zu 35%
Stellantis hat mittelfristige Ziele gesetzt, den Mindestanteil an recycelten Materialien in Fahrzeugen auf ~35 % oder mehr zu bringen. Konkrete Angaben pro Modell variieren. Beispielhafte Anwendung: Citroën C5 Aircross (2025) nutzt etwa 160 kg recycelte Metalle und 47 kg umweltfreundliche Kunststoffe + recycelte Stoffe in Sitzen und Verkleidungen.
Überblick: Kreislaufwirtschaft im Automobilsektor – Herstellerbeispiele (EU)
Die Beispiele zeigen den aktuellen Stand seriennaher Anwendungen und strategischer Entwicklungen. Umfang und Anteil recycelter Materialien variieren je nach Modell und Ausstattung.
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