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Der Mercedes VITO hat als Einziger die Sicherheitstests bestanden. Kleintransporter waren 2019 in über 14.000 Unfälle mit Personenschaden verwickelt, in 66 Prozent der Fälle, bei denen 126 Menschen starben, waren Kleintransporter Hauptverursacher7
© Mercedes | Zoom

Grosses Sicherheitsrisiko: Welcher Kleintransporter ist der zuverlässigste?

Hier geht es um die Sicherheit im Strassenverkehr: Kleintransporter sind tatsächlich ein Sicherheitsrisiko, denn kein Modell in Deutschland hat serienmässig einen Notbremsassistenten an Bord. Von den 19 Kleintransporter-Modellen im ADAC Test gibt es eine erschreckend schlechte Bilanz: 18 davon sind noch nicht mal empfehlenswert. Kleintransporter bis 3,5 Tonnen prägen das Strassenbild in Deutschland: Handwerker, Lieferdienste oder Camper sind damit unterwegs. Wie es um die Sicherheit dieser Fahrzeuge bestellt ist, wollten ADAC und Euro NCAP nach einem ersten Test im Jahr 2020 erneut wissen, das ernüchternde Ergebnis: Auch 2022 ist keines der 19 getesteten Modelle serienmässig mit Sicherheitssystemen wie dem Notbremsassistenten ausgestattet. Lediglich ein Gurtwarner ist serienmässig in den Fahrzeugen verbaut. Mehr Sicherheit gibt es also immer noch nur gegen Aufpreis.

Nur ein Transporter ist lt.ADAC und NCAP zuverlässig


Euro NCAP hat die Transporter mit optionaler Vollausstattung untersucht, hier erreichen 18 Transporter eine Auszeichnung (Platin, Gold, Silber oder Bronze). Doch nach Einschätzung des ADAC werden bei dieser Fahrzeugklasse eher die Standardmodelle ohne aufpreispflichtige Extras gekauft. Daher hat sich der Club die 19 Modelle mit der in Deutschland erhältlichen Basisausstattung genauer angesehen. Und 18 der 19 getesteten Transporter bewertet der ADAC mit nicht empfehlenswert. Nur ein Modell, der Mercedes-Benz Vito kann Bronze erreichen.

Die Unfallzahlen mit Kleintransportern zeigen aber einen dringenden Handlungsbedarf im Bereich der Sicherheitsausstattung. Laut Statistischem Bundesamt waren Kleintransporter 2019 in über 14.000 Unfälle mit Personenschaden verwickelt, in 66 Prozent der Fälle, bei denen 126 Menschen starben, waren sie Hauptverursacher. Besonders Auffahrunfälle oder Unfälle mit Fussgängern und Radfahrern, wie sie im Stadtverkehr häufig vorkommen, könnten durch einen Notbremsassistenten verhindert oder zumindest abgemildert werden. Aus diesem Grund und weil die Unfallfolgen mit Kleintransportern statistisch gravierender ausfallen als bei Pkw, sind viele Assistenzsysteme ab Juli 2022 für neue Typgenehmigungen gesetzlich vorgeschrieben. So müssen Nutzfahrzeuge und Busse bis 3,5 Tonnen im Rahmen der General Safety Regulation ab Juli 2022 (Neufahrzeuge ab Juli 2024) mit einem autonomen Notbremssystem ausgestattet sein, jeweils zwei Jahre später auch mit Erkennung von Fussgängern und Radfahrern.

Obwohl diese Systeme also bereits vorhanden sind, und im Pkw und Lkw Bereich auch eingesetzt werden, bieten Fahrzeughersteller sie für ihre Transporter-Modelle nicht serienmässig an. Auch durch Förderprogramme des Bundes für die Beschaffung optionaler aktiver Sicherheitssysteme im Fahrzeug könnte die Zahl der Unfallopfer im Strassenverkehr durch Kleintransporter schon vor der Verpflichtung durch die General Safety Regulation nennenswert verringert werden. Nach Ansicht des ADAC sollten modernste Sicherheitsassistenten aber in vollem Umfang serienmässig eingesetzt werden, um die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer zu erhöhen. Bis dahin sollten Käufer mindestens den Notbremsassistent wählen.

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ADAC / se