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Die Ambivalenz der Autofahrer
© Consors Finanz | Zoom

Consors Finanz Studie - Der Klimawandel zwingt Autofahrer zum Umdenken, oder?

Grüner Konsum contra Sparsamkeit: Jeder zweite Autobesitzer würde einen Hybrid kaufen, ein Drittel ein Elektroauto - für sechzig Prozent ist der Preis aber ein Kaufhindernis.

Umweltbewusstsein contra Luxus: Zwei Drittel der Verbraucher weltweit halten das Auto für einen Klimasünder - die Zahl der SUVs steigt

Ökosteuer contra höheres Haushaltsbudget: Knapp jeder Fünfte würde für ökologische Mobilität mehr bezahlen - 61 Prozent der Autobesitzer wünschen sich abereine niedrigere Kraftstoffsteuer.

Um die Pariser Klimaziele zu erreichen, müsste jeder Deutsche nach Berechnungen des Umweltbundesamts seinen CO2-Verbrauch um mehr als zehn Tonnen reduzieren. Das ist auch den Autofahrern bewusst - aber nicht jeder ändert dafür seine Gewohnheiten.



Verbraucher offen für Veränderung

Immerhin: Es bewegt sich etwas. Laut dem Automobilbarometer International von Consors Finanz (https://www.consorsfinanz.de/unternehmen/studien/index.html) behaupten drei Viertel aller Verbraucher weltweit, dass sie ihr generelles Konsumverhalten mit Blick auf die ökologischen Auswirkungen bereits angepasst haben. Das Auto halten dabei zwei Drittel für den größten Klimasünder. Entsprechend würde inzwischen auch knapp jeder zweite Autobesitzer einen Hybrid kaufen, ein Drittel ein Elektroauto. In Deutschland liegt die Bereitschaft mit 43 Prozent (Hybrid) und 31 Prozent (E-Auto) knapp darunter. Die Stadtbevölkerung zeigt sich generell offener für die alternativen Antriebstechniken. Ein Hybrid käme für 55 Prozent infrage, auf dem Land sind es 42 Prozent. Auch bei den E-Autos liegt die Stadtbevölkerung mit 39 Prozent gegenüber 26 Prozent vorn.

Umweltbewusstsein oder Geldbeutel?

Doch die Kluft zwischen Absicht und alltäglichem Handeln ist groß. So steigen etwa weltweit die Absatzzahlen ausgerechnet von SUVs - also von Fahrzeugen mit einem hohen Kraftstoffverbrauch. Allein in Deutschland kletterte die Zahl der SUVs im vergangenen Jahr um zwanzig Prozent, so das Kraftfahrtbundesamt. Weltweit ist das Segment sogar zum wichtigsten Absatzmarkt für Autobauer geworden. Auch stößt die Bereitschaft, die Umwelt zu schützen, ganz schnell an ihre Grenzen, wenn es an den eigenen Geldbeutel geht. Bereits das Automobilbarometer 2019 zeigte, dass für sechzig Prozent der Befragten weltweit der Preis der Hauptgrund ist, sich gegen neue, alternative Antriebstechniken zu entscheiden. Und hätten Autofahrer die Wahl zwischen Steuererhöhungen, um die ökologischere Mobilität zu fördern, oder Steuererleichterungen, um Verbraucher finanziell zu entlasten, fällt die Antwort nach der diesjährigen Erhebung sehr eindeutig aus: 61 Prozent der Befragten weltweit plädieren für die Entlastung des Steuerzahlers. Nur achtzehn Prozent wären bereit, einen Zuschuss zu leisten. In Deutschland ist die Differenz dabei mit 47 zu 22 Prozent nicht ganz so hoch.

Stadt und Land: Unterschiedliche Entwicklungsdynamiken

Bernd Brauer, Head of Automotive Financial Services bei Consors Finanz, resümiert: "Die grundsätzliche Bereitschaft, mehr für die Umwelt zu tun, wird anhalten. Die aktuell niedrigeren Spritpreise könnten den Wandel etwas verzögern, aber langfristig ist der Trend zur nachhaltigeren Mobilität nicht aufzuhalten." Allerdings sieht der Experte noch verschiedene Herausforderungen, die die Branche meistern muss. So seien die aktuellen alternativen Antriebstechniken aus seiner Sicht nur Brückentechnologien. "Viel größeres Potenzial hat Wasserstoff als Antrieb, wenn er grün produziert wird", so Brauer. Zudem sei nicht nur ein Antriebswechsel erforderlich, sondern ein genereller nachhaltiger Umbau des Mobilitätssystems: "Das wird in den Städten schneller passieren als auf dem Land. Dort müssen zugleich noch ganz andere Antworten gefunden werden, weil die Landbevölkerung noch immer stärker auf das eigene Auto angewiesen ist als Stadtbewohner."

© ots / SK