Nick Heidfeld mit seinem Porsche 959 S bei Porsche Classic
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Bolide beim Boxenstopp: Nick Heidfelds 959 S zu Gast bei Porsche Classic

PS-Zahl, Beschleunigung, Höchstgeschwindigkeit oder Neupreis – wer in den 1980ern oder 90ern Autoquartett gespielt hat, kennt den Porsche 959 als absolute Trumpfkarte. Nur 292 Mal hat Porsche diesen über 315 km/h schnellen Supersportwagen gebaut. Nick Heidfeld besitzt die noch seltenere, lediglich 29 Mal produzierte Sportversion. Sie ist leistungsgesteigert, hat 515 PS und ist bis zu 339 km/h schnell. Und dieses Sammlerstück hat einen weiteren rekordverdächtigen Wert zu bieten: Nur 4.183 Kilometer hatte sein 959 S auf dem Tacho, als ihn der Ex-Rennfahrer im Sommer 2017 zu Porsche Classic brachte.
 

Obwohl kaum eingefahren, war dieser 959 bereits reif für eine umfangreiche technische Überholung: „Wenn ein solcher Technologieträger nicht regelmäßig bewegt wird, sind Standschäden leider unvermeidlich. Der gesamte Antriebsstrang und das Fahrwerk müssen ganzheitlich überholt werden, jegliche Verringerung der Arbeitsumfänge führt erfahrungsgemäß zu Folgeproblemen“, so Uwe Makrutzki, Leiter der Werksrestaurierung bei Porsche Classic.
 
Wie alle Besitzer eines klassischen Porsche profitieren auch die Eigentümer eines 959 von der einzigartigen Expertise und Ausstattung dieses integrierten Unternehmensbereiches: Nach dem Produktionsende des Supersportwagens hat Porsche Classic sämtliche Prüf- und Instandsetzungswerkzeuge aus allen Bereichen des Werkes übernommen. Hinzu kommt viel Erfahrung mit diesem seltenen Modell: „Fast alle 959 sind mindestens einmal in ihrem Autoleben bei uns gewesen“, erzählt Makrutzki. „Wir haben also viel Übung. Dank der hochkomplexen Technologie ist eine 959-Überarbeitung aber immer eine ebenso spezielle wie wunderschöne Aufgabe.“

Nick Heidfeld mit seinem Porsche 959 S bei Porsche Classic
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Bei Heidfelds 959 S ergab die Diagnose unter anderem, dass die Motorsteuerung modifiziert worden war. In Absprache mit dem Besitzer stellten die Porsche Classic-Mitarbeiter den originalen Zustand der Motronic wieder her.
 
Im Dezember 2021 war der 959 S des ehemaligen Formel 1-Piloten dann wieder startklar. Heidfeld: „Ich durfte schon viele leistungsstarke Autos fahren. Aber diese High-Tech-Legende zu bewegen, ist etwas Besonderes für mich. In den späten 80ern war ich ein jugendlicher Autofan, und diesen Porsche fand ich herausragend: Der 959 war seinerzeit das schnellste Serienfahrzeug der Welt und das mit Abstand fortschrittlichste. Deshalb fährt er sich heute auch nicht wie ein 30 Jahre altes Auto, sondern wie ein viel modernes Fahrzeug.“
 
Um den Reparaturerfolg nachhaltig zu sichern, rät Makrutzki zur regelmäßigen Bewegung: „Mindestens einmal im Monat rund 100 Kilometer im Mischbetrieb zurückzulegen, schützt vor Standschäden. Das haben auch die Rückmeldungen unserer Kunden ergeben.“
 
Der jetzt restaurierte 959 S hatte im Jahr 1987 folgende Katalogdaten:

Porsche 959 S

Länge/Breite/Höhe mm  4.260/1.840/1.240
Radstand mm  2.272
Leergewicht (DIN) kg  1.350
Motor Zylinderzahl/Anordnung  Sechszylinder-Boxer
Getriebe/Antrieb    6 Gang/Allradantrieb
Hubraum cm³  2.848
Leistung kW/PS bei 1/min  379 /515 bei 6.900
Drehmoment Nm bei 1/min  561 bei 6.500
Beschleunigung 0-100 km/h s  3,7
Höchstgeschwindigkeit km/h  339
Grundpreis (1987) DM  420.000

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