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Rallye Monte Carlo im Rückspiegel: Legendärer Doppelsieg für den „Porsche des Ostens“

Rallye Monte Carlo 1977: Das Skoda-Werksteam belegte mit dem 130 RS den 1. und 2. Platz

31.01.2017 (Speed-Magazin.de) Vaclav Blahna und Lubislav Hlavka schrieben sich vor 40 Jahren nicht nur in die Annalen von Skoda ein, sondern auch in die der berühmtesten Rallye der Welt: Die beiden Tschechen gewannen in einem Skoda 130 RS die Rallye Monte Carlo in der Klasse bis 1300 Kubikzentimeter Hubraum. Ihre Teamkollegen Milan Zapadlo und Jiri Motal wurden Zweite.



FIA WRC: Rallye Monte Carlo 2017
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Autos aus Mlada Boleslav sind seit 1912 bei der Rallye Monte Carlo mit dabei. Der Skoda 130 RS prägt den guten Motorsportruf der Marke bis heute. Dieses Rennauto zur Zeit der Planwirtschaft in der Tschechoslowakei auf die Räder zu stellen, war nicht einfach und zeigte die technologische Kompetenz und das Engagement der damaligen Entwickler und Techniker.

Bereits 1912 nahm Graf Sascha Kolowrat-Krakowski mit einem offenen Wagen von Laurin & Klement an der Sternfahrt nach Monte Carlo teil. 1936 belegte der Skoda Popular Roadster Pohl/Hausman den zweiten Platz in der Klasse bis 1,5 Liter Hubraum. Neben den tschechischen Fahrern erwarben sich auch Piloten aus Finnland, Norwegen und Deutschland Verdienste für Skoda. 1961 nahmen skandinavische Privatteams mit einem Octavia Touring Sport an der Rallye Monte Carlo teil. Das finnische Duo Keinänen/Eklund siegte in der Klasse bis 1300 cm, die Norweger Gjolberg/Martinsen erkämpften den zweiten Platz.

1977 konnte Skoda diesen Triumph gegen noch härtere Konkurrenz wiederholen. Das Werksteam hatte sich sorgfältig auf die „Monte“ vorbereitet, mit einem täglichen Trainingspensum von bis zu 500 Kilometern pro Auto. Am 22. Januar 1977 starteten 198 Fahrzeuge, im Ziel wurden am 28. Januar nur 45 Autos klassifiziert. Vaclav Blahna mit Lubislav Hlavka siegten in der Klasse bis 1300 ccm, gefolgt von Milan Zapadlo und Jiří Motal. In der Gesamtwertung belegte der Skoda mit seinem Klassen-Doppelsieg gegen die deutlich größeren und stärkeren Konkurrenten den 12. beziehungsweise 15. Platz. Das dritte Skoda-Team Svatopluk Kvaizar und Jiri Kotek hatte wegen einer technischen Störung aufgeben müssen.

Der größte Erfolg des 130 RS war der Gesamtsieg in der Markenwertung der Tourenwagen-Europameisterschaft 1981. Bereits im Vorjahr hatte es zu Rang drei gereicht. Die erfolgreiche Ära endete 1983, als die – von der FIA bereits verlängerte – Homologation endgültig ablief.

Der Skoda 130 RS galt in den 1970er- und 80er-Jahren als „Porsche des Ostens“, 1975 gab er sein Rallye-Debüt. Das etwa vier Meter lange Coupé wog nur 720 Kilogramm. Dach, Haube und Türaußenhäute bestanden aus Leichtmetall, während die Kotflügel und die Motorhaube aus glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK) gefertigt waren. Ein Käfig aus Stahlrohren schützte Fahrer und Beifahrer. Im Heck des 130 RS arbeitete ein wassergekühlter Vierzylinder mit 1,3 Litern Hubraum und OHV-Ventilantrieb. Die Leistung von bis zu 103 kW / 140 PS genügte je nach Übersetzung für bis zu 220 km/h Höchstgeschwindigkeit. Zu den technischen Finessen zählten die Weber-Doppelvergaser und die Trockensumpfschmierung. Das Kurbelgehäuse war aus Aluminium gegossen.

Skoda hat Mitte Januar den Erfolg bei der Rallye Monte Carlo vor 40 Jahren wiederholt. Andreas Mikkelsen und Anders Jaeger gewannen beim ersten Start im Fabia R5 den berühmtesten Lauf der Rallye-Weltmeisterschaft in der WRC2-Kategorie. Mit dem zweiten Platz machten Jan Kopecky und Pavel Dresler den Doppelsieg perfekt. In Erinnerung an das gleiche Ergebnis vor 40 Jahren waren die Autos in den Skoda-Motorsportfarben von damals an den Start gegangen.


AMPNET / DW


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