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Rallye Frankreich - Ergebnisse nach WP 16: Latvala steht kurz vor einem historischen Sieg

Jari-Mattis Gespür für Asphalt

05.10.2014 (Speed-Magazin.de / WRC Rallye Frankreich) Jari-Matti Latvala (Polo R WRC Nr. 2) ist nur noch zwei Wertungsprüfungen entfernt vom ersten Asphalt-Sieg eines Finnen seit 15 Jahren. Nach der ersten Schleife der Sonntagsetappe führen Latvala und Beifahrer Miikka Anttila mit 29,2 Sekunden vor Andreas Mikkelsen/Ola Floene (Polo R WRC Nr. 9). Weltmeister Sébastien Ogier (Polo R WRC Nr. 1) hat sich inzwischen auf Gesamtrang 15 verbessert.



FIA WRC: Rallye Frankreich
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Mit dem Sieg ginge für Latvala ein Traum in Erfüllung. „Ein Sieg bei einer Asphalt-Rallye ist für einen Skandinavier etwas ganz Besonderes“, sagte er. Skandinavier lernen Autofahren auf Schotter, meist in einem Alter, in dem deutsche Jugendliche höchstens den Mofa-Führerschein machen dürfen. Entsprechend selten sind Erfolge der Nordmänner bei Asphalt-Rallyes, die in der Weltmeisterschaft ohnehin in der Unterzahl sind.

Latvala und Mikkelsen bauen ihre Doppelführung bei der Rallye Frankreich aus
Latvala und Mikkelsen bauen ihre Doppelführung bei der Rallye Frankreich aus
© Volkswagen | Zoom
Jahrzehntelang war die Rallye Frankreich die einzige reine Asphalt-Veranstaltung im Kalender. Der italienische WM-Lauf bestand ursprünglich aus einem Schotter-Asphalt-Mix, wandelte sich dann 1997 zu einer reinen Asphalt-Rallye, bevor er 2004 auf den Schotter der Insel Sardinien umzog. Den umgekehrten Weg ging die Rallye Spanien, die in jüngerer Vergangenheit einige Asphalt- durch Schotter-Prüfungen ersetzte.

2002 wurde die Rallye-Deutschland als weitere Asphalt-Rallye in den Kalender aufgenommen. Die ebenfalls ausschließlich auf Asphalt ausgetragene Rallye Irland gab es als WM-Lauf nur 2007 und 2009.

Der neunmalige Weltmeister Sébastien Loeb aus Frankreich war fast ein Jahrzehnt lang der dominierende Mann auf Asphalt. Zwischen 2004 (Markko Märtin aus Estland/Rallye Frankreich) und 2011 (Sébastien Ogier/Rallye Deutschland) gewann kein anderer Fahrer auf festem Untergrund. Erst nach Loebs Rückzug konnten neben Volkswagen Werkspilot Ogier (Polo R WRC #1) auch der Spanier Dani Dordo und der Belgier Thierry Neuville Siege auf Asphalt feiern.

Latvala:
Latvala: "Ich versuche, auf Sicherheit zu fahren."
© Volkswagen | Zoom
Um den letzten Erfolg eines Skandinaviers auf Asphalt zu finden, muss man bis ins Jahr 2003 zurück gehen. Damals gewann der Norweger Petter Solberg die zu diesem Zeitpunkt noch auf Korsika beheimatete Rallye Frankreich. Der letzte Asphalt-Sieg eines Finnen ist sogar noch vier Jahre älter: 1999 stand Tommi Mäkinen bei der Rallye Italien ganz oben auf dem Podest.

Noch 32 WP-Kilometer, und Jari-Matti Latvala hat diese lange sieglose Ära beendet. Ein Erfolg, auf den er lange hingearbeitet hat. „Wer heute Weltmeister werden will, muss auf allen Untergründen gewinnen können“, hatte er schon vor Jahren erkannt. Er ging in die Lehre bei Rundstreckenpiloten, um seinen Asphalt-Stil zu verbessern. 2010 startete er sogar beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring. Dieser Einsatz hat sich spätestens jetzt gelohnt.

FIA WRC Rallye Frankreich 2014 - Stand nach WP 16:  

Pos     Fahrer Zeit Rückstand
1. J. LATVALA 2:22:36.0       
2. A. MIKKELSEN      2:23:05.2 +29.2
3. K. MEEKE 2:23:31.0 +55.0
4. R. KUBICA 2:24:10.1 +1:34.1
5. D. SORDO 2:24:18.5 +1:42.5
6. M. HIRVONEN 2:24:31.6 +1:55.6
7. M. OSTBERG 2:25:40.6 +3:04.6
8. E. EVANS 2:25:40.8 +3:04.8
9. B. BOUFFIER 2:26:35.6 +3:59.6
10. T. NEUVILLE 2:26:40.1 +4:04.1


Volkswagen / Yvonne D.

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