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FIA WRC: Ford Fiesta-Fahrer Sebastien Ogier will seinen sechsten Rallye-WM-Titel einfahren

Show-down in Down-under

13.11.2018 (Speed-Magazin.de) Die Weichen für eines der spannendsten Finale in der Geschichte der Rallye-Weltmeisterschaft sind gestellt: Mit ihrem Ford Fiesta WRC gehen die amtierenden Champions Sébastien Ogier/Julien Ingrassia als Tabellenführer an den Start der Schotter-Rallye Australien. Erst beim vorletzten Saisonlauf in Spanien konnten sich die beiden Franzosen wieder an die Spitze der Fahrer- und Beifahrerwertung setzen. Vor dem großen Show-down in Down-under verteidigen sie einen Vorsprung von lediglich drei Punkten auf ihre Herausforderer Thierry Neuville/Guy Coulsol. Auch das Team M-Sport Ford besitzt rein rechnerisch noch Chancen auf die Verteidigung des Herstellertitels. Mit dem World Rally Car auf Basis des in Köln produzierten Ford Fiesta belegt es in der Tabelle mit 25 Punkten Rückstand aktuell den dritten Rang.

Als WM-Führende müssen Ogier und Copilot Ingrassia auf den acht Wertungsprüfungen der ersten Etappe jeweils als Erste auf die rolligen Pisten - ein Umstand, der ihnen speziell bei sommerlich-trockenen Bedingungen zum Nachteil gereichen kann: Die Schotterstrecken rund um das Rallye-Zentrum in Coffs Harbour an der Goldküste zwischen Brisbane und Sidney sind berüchtigt für ihren dicken Staubbelag. Er handicapt die frühen Starter besonders stark, während nachfolgende Teilnehmer bereits eine saubere Spur vorfinden. Setzt Regen ein, verwandeln sich die Wege in heimtückische Rutschbahnen. Mit ihrem Mix aus schnellen, harmonisch geschwungenen Abschnitten entlang des Meeres und engen, sehr technischen Passagen durch den Regenwald im Landesinneren, die oftmals nur im Millimeterabstand an massiven Bäumen vorbeiführen, besitzt die Rallye Australien einen ganz eigenen Charakter. Staubbildung in den Wäldern und Sonnenstrahlen, die wie ein Stroboskop-Licht durch die Baumkronen brechen, können erschwerend hinzukommen.

"Ich kann mich nicht erinnern, wann wir zuletzt einer so knappen und spannenden WM-Entscheidung beim Finallauf entgegen geblickt haben", betont M-Sport-Teamchef Malcolm Wilson. "Das ist Rallye-Sport, wie er im Idealfall sein sollte. Ich bin enorm gespannt, wie sich das Geschehen in Australien entwickelt. Sébastien Ogier und Julien Ingrassia gehen als Tabellenführer an den Start, auch wenn ihr Vorsprung nur drei Punkte beträgt. Als fünffache Weltmeister wissen sie aber, wie Titel gewonnen werden, und nach drei Siegen in Australien kennen sie sich auch mit den dortigen Bedingungen ganz gut aus. Das ganze Team steht geschlossen hinter ihnen. Wir alle wollen, dass unsere gemeinsame Zeit mit dem bestmöglichen Ergebnis endet. Auch im Kampf um die Hersteller-Weltmeisterschaft besitzen wir noch eine mathematische Chance und wer weiß - im Rallye-Sport ist alles möglich. Elfyn Evans und Teemu Suninen sind schon ganz scharf darauf, mit starken Resultaten ihren Beitrag zu leisten, es noch möglich zu machen."

Sébastien Ogier/Julien Ingrassia (Ford Fiesta WRC, Startnummer 1); WM-Rang: 1. Rallye-Australien-Starts: 7. Bestes Ergebnis: Platz 1 (2013, 2014 und 2015)

Die fünffachen Weltmeister stehen kurz vor ihrem sechsten Titelgewinn und reisen mit einem Dreipunktevorsprung nach Down-under. Ein Selbstläufer wird das Saisonfinale für die beiden Franzosen deswegen aber bei weitem nicht: Als Erste auf dem losen australischen Schotter stehen sie vor einer schwierigen Aufgabe. Dennoch sind es nicht Ogier und Ingrassia, die beim Finale angreifen müssen. Mit einem vierten Sieg bei dem Rallye-Klassiker am anderen Ende der Welt wären alle Rechenspiele erledigt - dann käme es auch nicht mehr darauf an, wie viele WM-Punkte ihre belgischen Konkurrenten auf der abschließenden Power-Stage am Sonntagmittag erringen.

"Im Kampf um den Titel könnte es kaum enger zugehen", bestätigt Ogier. "Wir liegen vor dem letzten Lauf in Australien mit drei Punkten vorne - das ist eine gute Ausgangsbasis verglichen mit dem 23-Punkte-Rückstand, dem wir noch zwei Rallyes zuvor gegenüberstanden. Der Druck liegt jetzt auf unseren Kontrahenten, die aufholen müssen. Klar wissen wir, dass uns als Erste auf der Strecke keine einfache Aufgabe bevorsteht. Aber wir sind bereit für die Herausforderung, im Rallye-Sport kann alles passieren. Wir konnten in den vergangenen Jahren in Australien tolle Erfolge feiern, dies möchten wir am kommenden Wochenende fortsetzen. Wir wollen zwei tolle Jahre mit Malcolm Wilson und seinem Team auf die bestmögliche Weise krönen."

Elfyn Evans/Daniel Barritt (Ford Fiesta WRC, Startnummer 2); WM-Rang: 6. Rallye-Australien-Starts: 3. Bestes Ergebnis: Platz 5 (2017)

Elfyn Evans und Daniel Barritt wollen in Australien dort weitermachen, wo sie bei der Rallye Spanien aufgehört haben: Der Waliser und sein britischer Copilot möchten eine mitunter schwierige Saison mit einem weiteren Podiumsresultat zu einem guten Ende führen. Im Kampf um die Verteidigung des Herstellertitels könnten sie das Zünglein an der Waage spielen.

"Ich habe die Rallye Australien mit ihrer entspannten und freundlichen Atmosphäre schon immer gemocht", betont Evans. "Von der ersten Sekunde an, wenn du in Coffs Harbour ankommst, fühlst du dich sehr willkommen. Die Veranstaltung selbst aber ist eine echte Herausforderung und unterscheidet sich stark von allen anderen WM-Läufen der Saison. Die Sicht spielt oftmals eine besondere Rolle, wenn der Staub in den Wäldern hängen bleibt - darum kommt es auf den Aufschrieb besonders an. Wenn die Sonne tiefsteht, erzeugt dies eine Art Stroboskop-Effekt, der ebenfalls die Sicht und das Lesen der Strecke erschwert. Hinzu kommen die Schatten der Bäume. Daher ist maximale Konzentration während des gesamten Wochenendes ein absolutes Muss. Ich kann mich nicht an eine engere Ausgangssituation vor dem Saisonfinale erinnern, jeder ist extrem gespannt, was passieren wird. Wir geben wieder unser Bestes und wollen nach Spanien erneut ein starkes Ergebnis für das Team einfahren."

Teemu Suninen/Mikko Markkula (Ford Fiesta WRC, Startnummer 3); WM-Rang: 11. Rallye-Australien-Starts: 0

Der 24 Jahre junge Finne geht zum allerersten Mal bei der Rallye Australien an den Start und vertraut neben seinem immensen Talent auch der Erfahrung seines routinierteren Beifahrers Mikko Markkula. Trotz der fehlenden Streckenkenntnis ist Suninen aber stets für eine positive Überraschung gut.

"Auf mein Australien-Debüt habe ich mich genauso konzentriert vorbereitet wie für andere Rallyes auch - zum Beispiel durch intensives Video-Studium", betont Suninen. "2016 war ich bereits in Down-under und habe einen Aufschrieb erstellt, damals wurden aber nicht alle Wertungsprüfungen gefahren, die in diesem Jahr auf dem Programm stehen. Darum spielt das Abfahren der Strecken für uns eine elementare Rolle, wenn wir auf einem Level mit unseren Konkurrenten kämpfen wollen. Ich hätte nichts dagegen, wenn wir am Ende einer so spannenden Saison mit einem weiteren Höhepunkt aufwarten könnten."


Ford / DW

Rallye Australien: News & Ergebnisse | Bildergalerie


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