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Das Duell des Jahres auf der Zielgeraden: Ogier vs. Latvala und der Kampf um den WRC Weltmeister-Titel

Jari-Matti Latvala (links), Sébastien Ogier

27.09.2014 (Speed-Magazin) Matchball bei eigenem Aufschlag der eine, bereit zum Return der andere – bei der Rallye Frankreich (02.–05. Oktober) sind die Augen auf zwei Volkswagen Teams gerichtet. Das Duell des Jahres, Sébastien Ogier/Julien Ingrassia (F/F) gegen Jari-Matti Latvala/Miikka Anttila (FIN/FIN), entscheidet bei den verbleibenden drei Saisonläufen zur FIA Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) über die Vergabe der WM-Titel in der Fahrer- und Beifahrer-WM. Während Ogier/Ingrassia bei ihrem Heimspiel bei der Asphalt-Rallye durchs Elsass theoretisch schon ein Sieg reichen würde, um die frühzeitige Titelverteidigung herbeizuführen, peilen Latvala/Anttila ihrerseits einen besonderen Triumph an, um die Entscheidung offenzuhalten. Seit über 15 Jahren hat kein Finne mehr einen Asphalt-Lauf in der Rallye-WM gewonnen. Und im Elsass noch nie. Hinter Ogier/Ingrassia und Latvala/Anttila, die gemeinsam 2013 und 2014 für Volkswagen die WM-Titel* in der Hersteller-Wertung gesichert haben, liegt ihr Teamkollege auf Rang drei der Fahrer-Wertung: Andreas Mikkelsen (N), der im dritten Polo R WRC von seinem Beifahrer Ola Fløene (N) navigiert wird.

„Die Fans dürfen sich in Frankreich auf eine packende Neuauflage des Duells Champion gegen Herausforderer, also Ogier gegen Latvala freuen“, so Volkswagen Motorsport-Direktor Jost Capito. „Beide haben zuletzt gezeigt, dass sie auf Asphalt eine Klasse für sich sind, auch wenn ihnen bei der Rallye Deutschland das nötige Glück gefehlt hat, um ihre jeweilige Führung auch in einen Sieg umzumünzen. Beide haben das Zeug, den jeweils anderen zu schlagen. Nach dem Gewinn der Hersteller-WM können wir uns bei Volkswagen ganz darauf konzentrieren diesen wirklich außergewöhnlichen und für die Saison prägenden Zweikampf zu verfolgen. Die Rallye Frankreich verspricht, ein weiteres Highlight der WM-Saison zu werden. Und um den nötigen Sieges-Hunger unserer Fahrer braucht man sich nun wirklich keine Sorgen zu machen.“

Was wäre, wenn ...? Die WM-Arithmetik

Jeweils auf Sieg gepolt: Schon bei der Rallye Frankreich könnten Sébastien Ogier und Julien Ingrassia die erfolgreiche Titelverteidigung dingfest machen. Sechs Punkte müsste das Duo bei der Rallye rund um Straßburg dazu mehr sammeln als ihre Gegner Jari-Matti Latvala und Miikka Anttila. Dazu reicht beispielsweise ein Sieg plus wenigstens Platz zwei auf der Powerstage, um aus eigener Kraft alles klarzumachen. Bei allen anderen Konstellationen sind Ogier/Ingrassia auf die Mithilfe der Konkurrenz angewiesen. Für Latvala/Anttila heißt das: Sie müssen vor ihren Teamkollegen landen, um eine frühzeitige Entscheidung zu vertagen und ihre eigenen Chancen zu wahren.

Mikkelsen/Fløene im „kleinen Finale“ um die WM-Ränge drei mit besten Karten

Mittleres Rallye-Wunder nötig: Latvala/Anttila wollen Entscheidung vertagen
Mittleres Rallye-Wunder nötig: Latvala/Anttila wollen Entscheidung vertagen
© Volkswagen | Zoom
Seit der Rallye Australien ist er zwar raus aus dem Kampf um die Fahrer-WM, doch Andreas Mikkelsen (N) darf bereits auf eine enorm erfolgreiche Rallye-WM-Saison zurückblicken. Vier Podiumsergebnisse – in Schweden und Polen zweiter, in Deutschland und Australien dritter Platz – sowie vier weitere Top-Fünf-Resultate – in Portugal, Argentinien, Italien und Finnland wurde Mikkelsen jeweils Vierter – sprechen für sich. Und bringen den 25-Jährigen in die beste Position, WM-Rang drei womöglich schon in Frankreich dingfest zu machen. 41 Zähler beträgt sein Vorsprung in der Fahrer-WM auf den Viertplatzierten (Mikko Hirvonen, M-Sport Ford), 45 auf den Fünftplatzierten (Thierry Neuville, Hyundai) und 50 auf den Sechstplatzierten (Mads Østberg, Citroën). Holt Mikkelsen wenigstens 14 Zähler mehr als der direkteste Verfolger, ist ihm WM-Rang drei nicht mehr zu nehmen. Auch sein Beifahrer, Ola Fløene, der in Frankreich seine erst siebte Rallye im Polo R WRC bestreitet, hat trotz seines späten Einsatzes im World Rally Car aus Wolfsburg beste Chancen, Rang drei in der Beifahrer-WM zu erobern. Lediglich zwei Punkte fehlen ihm als Vierter auf Jarmo Lehtinen, Beifahrer von Mikko Hirvonen.

Ein bisschen „Monte“, ein bisschen Deutschland – das ist typisch Rallye Frankreich

Die Rallye Frankreich bildet nach der Rallye Deutschland die zweite reine Asphalt-Rallye des Rallye-WM-Jahres. Und obwohl die beiden einzigen Veranstaltungen ihres Typs angesichts ihrer Wertungsprüfungen durch Weinberge gewisse Ähnlichkeiten aufweisen, hat die Rallye Frankreich ihren ganz eigenen Duktus. Schnell zu fahrende, flüssige Abschnitte durch Wälder prägen das Bild der Wertungsprüfungen im Elsass nahe der Stadt Straßburg. Teilweise feuchte Passagen auf diesen Abschnitten sowie die Fahrt über Bergstraßen lassen ein wenig Flair der legendären Rallye Monte Carlo aufkommen. 18 Wertungsprüfungen stehen 2014 auf der Agenda. Nur drei davon – „Vosges–Pays d’Ormont“, „Soultzeren–Le Grand Hohnack“ und die Stadtprüfung „Strasbourg“ sind identisch mit den Sonderprüfungen, die bereits 2013 ausgetragen wurden. Insgesamt sind knapp die Hälfte aller WP-Kilometer Neuland für die Teilnehmer – am Sonntag sogar alle. Eines der Highlights für die Tausenden Fans bildet die Stadtprüfung „Strasbourg“, die nach Einbruch der Dunkelheit am Freitagabend ausgetragen wird.

Heimspiel für Ogier und Ingrassia – am Ort des größten Triumphs

Für Sébastien Ogier und Julien Ingrassia ist die Rallye Frankreich das Heimspiel im Kalender der Weltmeisterschaft. Bereits zwei Mal entschied das Duo die Rallye durchs Elsass, die in dieser Form erst seit 2010 ausgetragen wird, für sich – 2011 mit Citroën, 2013 mit Volkswagen. Der Erfolg vor Jahresfrist schmeckte dabei besonders süß: Mit dem Gewinn der Powerstage zum Auftakt der Rallye Frankreich 2013 besiegelten Ogier/Ingrassia ihren ersten WM-Titel, drei Tage später feierten sie als Tüpfelchen auf dem i nach einer grandiosen Aufholjagd auch den Gewinn der Rallye selbst.

Schaulaufen für das Team – die neuen und alten Weltmeister* kommen

Für Volkswagen stellen die drei abschließenden Saisonläufe in Frankreich, Spanien und Großbritannien ein Schaulaufen im Rallye-Tempo dar: Bereits bei der zurückliegenden Rallye Australien sicherten Sébastien Ogier und Jari-Matti Latvala als Team Volkswagen den Titel in der Hersteller-WM*. Und das mit der frühzeitigsten Entscheidung seit 25 Jahren.

* Vorbehaltlich der Bestätigung durch die FIA.


J.P. Stewart / VW

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