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VLN: Underdog Racing, ein exotischer Farbtupfer

25.02.2018 (Speed-Magazin.de) Klingt komisch, ist aber so: Dirk Neumüller hat große Pläne für 2018. Der 37-jährige Werkstattleiter will in diesem Jahr sein Kult-Auto, einen BMW 330i E46, in der VLN und beim 24h-Rennen am Nürburgring an den Start bringen. Dabei hat der gelernte KFZ-Mechaniker keinerlei eigene Erfahrung als Pilot auf der legendären Rennstrecke in der Eifel vorzuweisen. 

"Ich habe keine Lizenz. Nach 13 Jahren Kart fahren habe ich aufgehört. In Zolder bin ich mal gefahren. Das glaubt man nicht. Aber, ich bin noch nie eine Runde Nordschleife gefahren. Mir wurde auch mal gesagt, man kann so kein Rennauto bauen. Mich interessieren mehr die Zusammenhänge. Was passiert, wenn ich wo dran drehe. Fahren ist eine schöne Sache. Aber, das andere hat für mich mehr Wert", so Neumüller, der nach seiner Ausbildung ein Studium im Bereich der Kraftfahrzeugtechnik absolvierte.

2015 war das Jahr des BMW 330i E46. Beim 24h-Rennen am Ring landete das Auto, Baujahr 2005, auf einem 72. Gesamtrang in der Besetzung Dale Lomas, Bradley Philpot, Luke Garvis und Johan Sandberg. "Zwei Tage vor Nennschluss konnte ich erst die Fahrer benennen. Das Auto hat wunderbar über die lange Distanz durchgehalten. Bis auf einen Radbolzen hatten wir gar keine Probleme", erinnert sich Neumüller. Am 8. September gab es dann das bislang einzige Gastspiel in der VLN Langstreckenmeisterschaft Nürburgring. Beim 6 Stunden ADAC Ruhrpokal-Rennen wurde der BMW nach Problemen mit der Lenkung mit dem Fahrertrio Bradley Philpot, Sarah Ganser und Johan Sandberg Achter in der Klasse V5.

"Das Auto ist eine Herzensangelegenheit. Es hat zwei Jahre gestanden. Ich möchte das Ganze wiederaufleben lassen", sagt Neumüller über den BMW, der 240 PS und 3,0-Liter-Hubraum hat. Mittlerweile hat er 153.000 Kilometer auf dem Buckel. Der Motor wurde für 8.000 Euro revidiert. Für seinen Rennstall hat sich Neumüller den treffenden Namen "Underdog Racing" erwählt. Die ersten Berührungspunkte hatte Neumüller 2012 mit der VLN. Für Heribert Steiner und David Schiewitz baute er einen BMW M3 GTR auf. Das flüssiggasbetriebene Fahrzeug sammelte insgesamt drei Klassensiege in der Specials ATG.

Nun will der dreifache Familienvater Neumüller selber als Teamchef durchstarten und das Ganze nach Möglichkeit auch noch mit einem guten Zweck verbinden. Je gefahrener Rennrunde soll der Kinderhospiz-Abteilung in Düsseldorf ein Betrag X als Spende zukommen. "Da geht es nicht um eine Platzierung. Gegen die Porsche usw. wird man nicht ankommen. Das Reglement ist für uns viel zu ungünstig. Aber, was bringt mir ein schnelles Auto, wenn ich damit nicht ins Ziel komme. Wir haben sportlichen Geiz, keinen Ehrgeiz", sagt Neumüller, der sich über den einen oder anderen weiteren Sponsor freuen würde.


VLN / JM


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