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IMSA RXR ONE: Der AMG GTS mit 860PS und 1000NM neuinterpretiert

IMSA RXR ONE - AMG GTS

18.10.2017 (Speed-Magazin.de) Über die Jahre hinweg, ist die IMSA GmbH ein Synonym für High-Performance und exklusive Fahrzeugveredelung geworden.

Auf der diesjährigen IAA präsentierte IMSA erstmals stolz ihren limitierten Super Gran Turismo, den RXR ONE. Ziel der Entwicklung dieses einzigartigen Fahrzeuges war es, die Performance eines Mittelmotor-Supersportwagens mit der Gewichtsbalance eines heckangetriebenen Front-Mittel-Motor Gran-Turismos zu vereinen. Die Basis für den RXR ONE stellt der AMG GTS dar. Das „RXR“ in der Modellbezeichnung steht für Road X-tra Racing, wohingegen das „ONE“ auf die erste Generation schließen lässt.
Um eine gewisse Exklusivität zu wahren, wird der RXR ONE nur in einer stark limitierten Stückzahl produziert. Den zukünftigen Besitzern steht zudem eine breite Palette an Außenlackierungen und möglichen Innenausstattungen zur weiteren Individualisierung ihres Fahrzeugs zur Wahl. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass jedes einzelne Fahrzeug ein Einzelstück ist.

IMSA RXR ONE - AMG GTS
IMSA RXR ONE - AMG GTS
© IMSA | Zoom
Der Gründer und Geschäftsführer von IMSA, Holger Mohr, erklärt dass das RXR ONE-Projekt aus der Anfrage eines ehemaligen Lamborghini-Kunden entstanden sei. Jener Kunde wünschte sich einen praktikableren Sportwagen, den er auch in alltäglichen Situationen bewegen kann. Die Leistung und Performance seines IMSA-getunten Lamborghinis möchte er dabei aber nicht missen. „Wir kamen zu dem Entschluss, dass der AMG GTS die beste Basis für solch ein Projekt darstellt. Front-Mittel-Motor, Transaxle-Bauweise, Doppelquerlenker vorne und hinten, um nur ein paar der Beweggründe zu nennen.“ Um dieses Projekt auch gleichgesinnten Interessenten zu ermöglichen, entstand die Idee, eine limitierte Kleinserie zu schaffen.

Das RXR ONE Projekt stützt sich hauptsächlich auf die vier Schwerpunkte: Gewichtsreduktion, Leistungssteigerung, Fahrwerksoptimierung und aerodynamische Funktion.

Gewichtsreduktion:
Durch das Ersetzen sämtlicher Karosserieteile durch eigene Kohlefaserteile, zusätzlichen Einsparungen bei den Achsen, der Abgasanlage, den Felgen, den Sitzen und weiteren Maßnahmen, werden rund 300kg eingespart und das Leergewicht des Fahrzeugs auf 1296kg abgesenkt. Dies resultiert in einem Leistungsgewicht von ungefähr 1,5KG/PS.

Leistungssteigerung:
Der bekannte AMG M178 4,0l V8-Biturbo Motor wurde grundlegend überarbeitet. Ziel war es den Motor in allen Bereichen zu verstärken und zu optimieren. Neben einer bearbeiteten Kurbelwelle, wurden auch die Kolben und Pleuel durch verstärkte Schmiedeteile ersetzt. Sämtliche Kanäle in den Zylinderköpfen wurden CNC-Bearbeitet und strömungsoptimiert. Das neue Ansaugsystem versorgt die größeren Turbolader direkt vom Ansaugtrichter an der Front des Fahrzeuges mit ausreichend Frischluft. Die neu entwickelten Ladeluftkühler, halten auch bei höheren Außentemperaturen die Temperatur der angesaugten Luft nachhaltig im Zaum. Um auf der anderen Seite die Temperaturen möglichst schnell vom Motor abzuführen, bestückt IMSA den RXR ONE mit einer staudruckreduzierten Abgasanlage. Jene trägt durch eine Fertigung aus Inconel ebenfalls zur Gewichtsersparnis bei. Mittels größerer Dimensionierung und der Verwendung von Sportkatalysatoren, lassen sich die beiden Turbolader mit deutlich mehr Ladedruck betreiben.

Die Maximalleistung beträgt 860ps und 1000nm Drehmoment.

IMSA RXR ONE - AMG GTS
IMSA RXR ONE - AMG GTS
© IMSA | Zoom
Um das massive Drehmoment nachhaltig verwalten zu können, musste auch das Getriebe überarbeitet werden. Neben zwei zusätzlichen Kupplungsscheiben und einer geschmiedeten Eingangswelle, bekam das Doppelkupplungsgetriebe auch einen eigenen Ölkühler. Insgesamt wurden alle Kühlsysteme (Motor, Getriebe, Hinterachsdifferential) neuentwickelt, teils größer dimensioniert und optimiert angeströmt. Die beiden Turbolader verfügen zudem nun über ihren eigenen unabhängigen Kühlkreislauf.

Fahrwerk:
Beginnend mit dem Überrollbügel, der neben der Sicherheit auch die Steifigkeit erhöht. Steigern auch die IMSA Schalensitze aus Kohlefaser, inklusive der 6-Punkt-Gurte, die Sicherheit für Fahrer und Beifahrer.

Damit der RXR ONE die brachiale Motorleistung auf der Straße und auf der Rennstrecke in absolute Performance umsetzen kann, war eine Neuentwicklung der Vorder und Hinterachse unumgänglich. Ziel der Änderungen war es, die Traktion aber auch die Handlichkeit im Vergleich zum Serienauto massiv zu verbessern. Durch neuentwickelte Querlenker, Streben und Lager, besitzt der RXR ONE eine komplett neue Achsgeometrie. Das Rennfahrwerk ist ebenfalls maßgeschneidert und bietet neben Dämpfern in „Upside-Down“-Bauweise auch 6 Verstellbereiche bei Druck und Zugstufe. Der große Verstellbereich gibt dem Fahrer die Möglichkeit für ein perfektes Straßen oder Rundstrecken Setup.

Neben dem sportlichen Erscheinungsbild, tragen die IMSA Leichtbau Aluminium Schmiederäder auch zum mechanischen Grip bei. Auf der Vorderachse haben die Felgen die Dimension 12.0Jx20 und auf der Hinterachse 12.5Jx21. Dazu passend besitzt das Fahrzeug auf der Vorderachse eine Bereifung von 305/30ZR20 und auf der Hinterachse 315/30ZR21. In Zusammenarbeit mit Pirelli, bietet IMSA den Kunden zwei unterschiedliche Bereifungen an. Zum einen den Pirelli P Zero Corsa, für den hauptsächlichen Gebrauch auf der Straße, und zum anderen den Pirelli P Zero Trofeo R, den IMSA für den Rennstreckeneinsatz empfiehlt.

Hinter den gewichtsoptimierten Felgen, verbirgt sich die mit Hochleistungsbremsbelägen bestückte IMSA Carbon-Keramik Bremsanlage. Neben herausragenden Verzögerungswerten trägt Sie auch zur Gewichtsersparnis bei. In Sachen Standfestigkeit profitiert sie vom Leichtbau des Fahrzeugs.

Aerodynamik:

IMSA RXR ONE - AMG GTS
IMSA RXR ONE - AMG GTS
© IMSA | Zoom
Die Aerodynamik ist vermutlich das Thema, welches bei diesem Projekt am ausführlichsten behandelt wurde. Mit Hilfe von Computersimulationen optimiert IMSA die im Autoklaven gebackene Kohlefaserkarosserie des RXR ONE nach dem Prinzip „form follows function“. Die äußere Erscheinung des Super GT Sportwagens lässt darüber keine Zweifel aufkommen und polarisiert durch eine zielgerichtete Formsprache. Es handelt sich hierbei um kein gewöhnliches Breitbau-Bodykit, sondern um speziell konstruierte und neuentwickelte Karosserieteile. Um die verbreiterten Achsen samt Rädern vernünftig abzudecken, wurden die vorderen Kotflügel um 55mm und die hinteren 65mm verbreitert. Die Seitenschweller enthalten neben einer Belüftungsöffnung für die hintere Bremsbelüftung auch einen Anschluss an den komplett geschlossenen Fahrzeugunterboden. Versuche im Windkanal haben gezeigt, dass sich ein paar der aerodynamischen Schlüsselprobleme bei einem Kleinserienprodukt leichter lösen lassen können, als bei einem in Serie gefertigten Massenprodukt. Beispielsweise enthält die Frontstoßstange große Öffnungen für die Kühler bereit, währenddessen die Motorhaube einen Ansaugtrichter für die Kühlung der Turbolader und einen Entlüftungskanal für den Hauptwasserkühler beherbergt. Zusammen mit den Entlüftungsöffnungen an den Radhäusern, dem geschlossenen Unterboden und dem Diffusor aus Kohlefaser, erzeugt der RXR ONE deutlich mehr Abtrieb als das Basisfahrzeug. Für weiteren Abtrieb insbesondere auf der Rennstrecke, sorgt der verstellbare Frontsplitter und auch das einstellbare Heckflügelwerk. Mit allen Details aufgelistet würde die Liste aller Änderungen zu lang, daher lässt sich das Gesamtkonzept am besten als „einzigartig Kompromisslos“ beschreiben.

Als Paradebeispiel von Entwicklung und Design, zeigt der RXR ONE die umfassende Erfahrung der Firma IMSA auf und gilt zugleich als einzigartiger Vorreiter für eine neue Art der Fahrzeugveredelung.


Miranda Media / JM


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