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IMSA WeatherTech SportsCar Championship: Starke Performance des neuen 911 RSR bleibt unbelohnt

Marco Ujhasi:

10.07.2017 (Speed-Magazin.de) Die Vorzeichen für den ersten Sieg des neuen Porsche 911 RSR hätten nicht besser sein können: Im Qualifying zum sechsten Saisonrennen der IMSA SportsCar Championship im Canadian Tire Motorsport Park holte Dirk Werner (Würzburg) die erste Pole-Position mit dem 510 PS starken Rennwagen, der von Porsche Motorsport in Weissach für diese Saison komplett neu entwickelt wurde. Sein Teamkollege Patrick Pilet (Frankreich) fuhr im Rennen auf der superschnellen Strecke nahe der Millionenstadt Toronto die schnellste Runde in der Klasse GTLM. Und das Porsche GT Team schaffte es mit einem perfekten letzten Boxenstopp, den 911 RSR mit der Startnummer 911 in der Schlussphase des vom Start weg hart umkämpften Rennens am Spitzenreiter vorbei in die Führungsposition zu bringen.

Die starke Performance der Fahrer und des Teams wurden jedoch nicht belohnt. Patrick Pilet lag aussichtsreich auf dem zweiten Platz und hatte noch alle Chancen auf den ersten Sieg mit dem neuen 911 RSR, als er neun Minuten vor dem Ziel sein Auto auf Grund eines mechanischen Problems ohne Vortrieb in der Box abstellen musste. Bereits in der ersten Rennstunde hatte es am Sonntag den 911 RSR mit der Startnummer 912 getroffen: Wenige Runden, nachdem er das Auto von Laurens Vanthoor (Belgien) übernommen hatte, musste Gianmaria Bruno (Italien) unplanmäßig zurück in die Box, um sich einen neuen rechten Hinterreifen abzuholen. Die dadurch verlorene Zeit war auf dieser Strecke, auf der es kaum Überholmöglichkeiten gibt, gegen die starke Konkurrenz nicht aufzuholen.

© Porsche | Zoom
Für Patrick PIlet und Dirk Werner lief zunächst alles nach Plan. Von der Pole-Position gestartet, mussten sie die Führung zwar schon in der ersten Runde abgeben. Mit einer starken Leistung blieben sie jedoch auf Schlagdistanz zur Spitze. Anfangs der letzten Rennstunde stellten die Strategen in der Porsche-Box die Weichen auf Angriff: Sie forderten Patrick Pilet über Funk auf, in den drei Runden bis zum dann anstehenden Stopp noch einmal alles zu versuchen, um seinen ohnehin schon knappen Rückstand auf den Spitzenreiter zu verkürzen – mit dem Hintergedanken, ihn mit einem schnellen Stopp selbst in Führung zu bringen. Diese Rechnung ging auf: Der Franzose holte Runde um Runde auf, fuhr schließlich direkt hinter dem Führenden in die Boxengasse und als Erster mit fünf Sekunden Vorsprung wieder zurück auf die Strecke.

Als es zu regnen begann, erst leicht und kurz darauf stärker, musste er die Führung zwar wieder abgeben, war zunächst sogar nur noch Dritter. Doch kampfstark eroberte er innerhalb weniger Runden den zweiten Platz zurück – die Ausgangsposition für den entscheidenden Angriff auf die Spitze war ideal. Die Hoffnung auf den ersten Sieg mit dem neuen 911 RSR erfüllte sich jedoch nicht.

Der siebte Lauf der IMSA SportsCar Championship wird am 22. Juli in Lime Rock im US-Bundesstaat Connecticut ausgetragen.

Stimmen zum Rennen
Marco Ujhasi, Gesamtprojektleiter GT Werksmotorsport: „Wir sind von der Pole ins Rennen gegangen. Der Start war etwas kurios.

© Porsche | Zoom
Da gibt es noch einiges zu klären, warum die BMW bereits beschleunigten, bevor es eigentlich los ging. Jedenfalls war es ein spannendes Rennen, in dem wir die Spitze über weite Strecken unter Druck gesetzt haben. Unser 911 RSR war konstant schnell, wir sind die beste Rennrunde gefahren. Unsere Strategie war gut. Nachdem auf der Strecke nur schwer überholt werden konnte, haben wir uns darauf konzentriert, die Nummer 911 mit einem extrem schnellen Stopp an die Spitze zu bringen. Das hat funktioniert und wir lagen fünf Sekunden vorne. Leider war das Rennglück nicht auf unserer Seite. Unterm Strich haben wir heute jedoch eine sehr starke Performance gezeigt, auf der wir aufbauen können. Trotzdem tut so ein Ergebnis natürlich weh, wenn man so einen beherzten Kampf liefert und dann ohne Podium nach Hause geht.“

Patrick Pilet (911 RSR #911): „Das ganze Team hat heute wieder hervorragende Arbeit geleistet, vor allem bei diesem sensationellen Boxenstopp. In der Schlussphase, als der Regen kam, war es nicht einfach, da wir eine etwas andere Reifenmischung gefahren sind als unsere Konkurrenten. Der 911 RSR hat auf die Distanz sehr gut funktioniert. Wir waren heute die Schnellsten. Leider hat das nicht zum ersten Sieg gereicht. Jetzt versuchen wir es in Lime Rock.“

Dirk Werner (911 RSR #911): „Das Rennen begann mit einer großen Überraschung: Normalerweise entscheidet der Polesitter, wann gestartet wird, doch zwei Konkurrenten haben sich nicht daran gehalten und haben schon vor mir beschleunigt. Ich bin dann als Dritter durch meinen Stint gefahren. Unser 911 RSR war heute eigentlich ein Siegerauto, war im Rennen so gut wie im Training und im Qualifying. Die Boxenstopps waren super. Wir nehmen viel Positives mit, auch wenn das Ergebnis nach diesem Rennverlauf natürlich enttäuschend ist. Doch in zwei Wochen haben wir in Lime Rock eine neue Chance.“

© Porsche | Zoom
Laurens Vanthoor (911 RSR #912): „Das war von Anfang an kein gutes Rennen für uns. Wir haben beim Start eine Position verloren. Unsere Pace war zwar gut genug, um mit der Spitze mithalten zu können, doch auf dieser Strecke kann man nur sehr schwer überholen. Wir sind dann auf eine andere Strategie gegangen, doch bevor sich die auszahlen konnte, hat uns ein Reifenschaden zurückgeworfen.“

Gianmaria Bruni (911 RSR #912):
„Schade, wie es heute für uns gelaufen ist. Wir hatten ein tolles Auto mit einer sehr guten Balance. Mit dem ersten Boxenstopp haben wir uns für eine neue Strategie entschieden, von der wir uns sehr viel versprochen haben. Doch dann ging meinem Reifen die Luft aus und ich musste mich über den größten Teil der Strecke praktisch auf drei Rädern in die Box retten. Danach lagen wir am Ende des Feldes, und das auf dieser Strecke, wo es kaum Überholmöglichkeiten gibt. Doch wir geben nicht auf, kämpfen weiter.“

Rennergebnis
Klasse GTLM
1. Auberlen/Sims (USA/GB), BMW M6, 116 Runden
2. Edwards/Tomczyk (USA/D), BMW M6, 116
3. Westbrook/Briscoe (GB/USA), Ford GT, 116
4. Garcia/Magnussen (E/DK), Corvette, 116
5. Hand/Müller (USA/D), Ford GT, 116
6. Vanthoor/Bruni (B/I), Porsche 911 RSR, 116
7. Pilet/Werner (F/D), Porsche 911 RSR, 108
8. Gavin/Milner (GB/USA), Corvette, 102

Klasse GTD
1. Davis/Aschenbach (USA/USA), Audi R8, 113 Runden
2. Lally/Legge (USA/GB), Acura NSX, 113
3. Balzan/Nielsen (I/DK), Ferrari 488, 113
9. Bergmeister/Lindsey (D/USA), Porsche 911 GT3 R, 113
14. Bennett/Braun (USA/USA), Porsche 911 GT3 R, 112
15. Morad/de Quesada (/DK/CAN/USA), Porsche 911 GT3 R, 112


Porsche / RB


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