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IMSA 12 Stunden Sebring, USA: Zwei 911 RSR beim ältesten Sportwagenrennen der USA

Das Rennen in Sebring ist so legendär wie seine Sieger.

02.03.2017 (Speed-Magazin.de) Die 12 Stunden von Sebring sind das älteste und härteste Sportwagenrennen in den USA. Am 18. März wird der Klassiker auf dem Sebring International Raceway, dem legendären Flugplatzkurs im Herzen Floridas, bereits zum 65. Mal ausgetragen. Das Porsche GT Team setzt beim zweiten Saisonrennen der IMSA SportsCar Championship zwei 510 PS starke 911 RSR in der Klasse GTLM ein. In der Klasse GTD sind Porsche-Kundenteams mit dem 911 GT3 R am Start. Mit 18 Gesamt- und 70 Klassensiegen ist Porsche der erfolgreichste Hersteller auf der wegen ihrer vielen Bodenwellen berüchtigten Traditionsrennstrecke. In Sebring startet Porsche auch als Tabellenführer des North American Endurance Cup, für den die Langstreckenrennen in Daytona, Sebring und Watkins Glen sowie das Petit Le Mans gewertet werden.

Das Rennen
Das Rennen ist so legendär wie seine Sieger. In der Bestenliste des Zwölfstundenklassikers haben sich Rennfahrergrößen wie Juan Manuel Fangio, Dan Gurney, Hans Herrmann, Jacky Ickx und Mario Andretti verewigt. Auch Hollywood-Stars wie Paul Newman und Steve McQueen, der 1970 mit einem Porsche 908 Zweiter wurde, erfüllten sich auf dem Sebring International Raceway ihren Rennfahrertraum. Der 5,954 Kilometer lange Traditionskurs mit seinen 17 Kurven wurde auf einem ehemaligen Militärflugplatz gebaut und am 31. Dezember 1950 eröffnet.

Die Porsche-Fahrer
Für das Porsche GT Team sind sechs Werksfahrer mit dem neuen 911 RSR in der Klasse GTLM am Start. Das Cockpit der Startnummer 911 teilen sich Patrick Pilet (Frankreich), Dirk Werner (Würzburg) und Frédéric Makowiecki (Frankreich), die in Daytona mit einem zweiten Platz in die Saison gestartet sind. Mit der Startnummer 912 treten Laurens Vanthoor (Belgien), Kévin Estre (Frankreich) und Richard Lietz (Österreich) an. In der Klasse GTD sind zwei weitere Werksfahrer mit dem 911 GT3 R für Porsche-Kundenteams im Einsatz: Daytona-Sieger Michael Christensen (Dänemark) für Alegra Motorsports und Jörg Bergmeister (Langenfeld) für Park Place Motorsports.

Porsche GT Team (911): Patrick Pilet, Dirk Werner, Frederic Makowiecki (l-r)
Porsche GT Team (911): Patrick Pilet, Dirk Werner, Frederic Makowiecki (l-r)
© Porsche | Zoom
Die Porsche-Fahrzeuge
Der 911 RSR, der im Januar in Daytona seine Rennpremiere feierte, ist eine komplette Neuentwicklung: Fahrwerk, Karosseriestruktur, Aerodynamikkonzept, Motor und Getriebe wurden in Weissach von Grund auf neu konstruiert. Der vor die Hinterachse gerückte Motor leistet je nach Restriktorgröße rund 375 kW (510 PS). Dank des besonders großen Heckdiffusors in Kombination mit dem hängend angebundenen Heckflügel konnten das Abtriebsniveau sowie die aerodynamische Effizienz signifikant verbessert werden. Neu ist auch das weiterentwickelte Werksdesign mit den Grundfarben Weiß, Rot und Schwarz. Der 911 GT3 R mit dem hochmodernen Vierliter-Sechszylinder-Boxermotor mit Direkteinspritzung ist mit einem Sieg in Daytona (Klasse GTD) in seine zweite Rennsaison gestartet. Porsche hat den über 368 kW (500 PS) starken Kundensportrenner für die weltweiten GT3-Serien auf Basis des Seriensportwagens 911 GT3 RS konstruiert.

Die Porsche-Erfolge
Porsche ist der Hersteller mit den meisten Siegen in Sebring. Den ersten von insgesamt 18 Gesamterfolgen auf dem Sebring International Raceway holten 1960 Hans Herrmann und Olivier Gendebien mit dem Porsche 718 RS/60. Timo Bernhard, Romain Dumas und Emmanuel Collard fuhren zuletzt 2008 mit dem Porsche RS Spyder als Gesamtsieger über die Ziellinie. Die Erfolgsstatistik von Porsche weist außerdem nicht weniger als 70 Klassensiege auf. Den vorerst letzten holte 2015 das Kundenteam Alex Job Racing mit dem Porsche 911 GT America. Davor waren 2014 Jörg Bergmeister, Michael Christensen und Patrick Long mit dem Porsche 911 RSR erfolgreich.

Die Zeiten
Das Zwölfstundenrennen startet am Samstag, 18. März, um 10.40 Uhr Ortszeit (15.40 Uhr MEZ). 

Stimmen vor dem Rennen
Dr. Frank-Steffen Walliser, Porsche-Motorsportchef: „Beim Saisonauftakt in Daytona hat unser neuer 911 RSR eine erfolgreiche Rennpremiere gefeiert. Dabei haben wir viele wichtige Erkenntnisse gewonnen, die wir jetzt in Sebring gegen sehr starke Konkurrenten in eine noch bessere Performance umsetzen wollen. Das wird allein schon deshalb nicht einfach werden, weil dieser Flugplatzkurs eine sehr spezielle Rennstrecke ist, die Fahrern und Autos alles abverlangt. Doch als erfolgreichster Hersteller in der Geschichte dieses Klassikers haben wir einen Ruf zu verteidigen. Zusammen mit unseren Kundenteams, die in Daytona mit einem Sieg in der Klasse GTD in die Saison gestartet sind, werden wir alles daransetzen, dass uns das gelingt.“

Marco Ujhasi, Gesamtprojektleiter GT Werksmotorsport: „Nach Daytona ist Sebring der zweite Klassiker der Saison. Dieses Rennen ist eine brutale Herausforderung. Nur halb so lang wie Daytona, aber um einiges härter. Dafür sorgen die Hitze und die Strecke mit ihren vielen Bodenwellen. Wir haben mit unserem neuen 911 RSR viele Testkilometer in Sebring abgespult und gehen bestens vorbereitet an den Start. Gerade in der Klasse GTLM stehen die Zeichen auf einem spannenden Kampf um den Sieg.“

Porsche GT Team (912): Richard Lietz, Laurens Vanthoor, Kevin Estre (l-r)
Porsche GT Team (912): Richard Lietz, Laurens Vanthoor, Kevin Estre (l-r)
© Porsche | Zoom
Sebastian Golz, Projektleiter GT Kundenmotorsport: „Der Sieg des 911 GT3 R in Daytona war für unsere Kundenteams ein Saisonauftakt nach Maß. Im Gegensatz zu Daytona liegt in Sebring das Hauptaugenmerk nicht beim Topspeed, sondern auf dem Bremsenverschleiß. Die Balance zwischen Bremsenverschleiß und Bremsperformance spielt eine große Rolle, denn ein Extra-Boxenstopp für einen Wechsel der Bremse kostet wertvolle Zeit, die über Sieg oder Niederlage entscheiden kann.“

Patrick Pilet (911 RSR #911): „Sebring ist ein sehr intensives Rennen. Anders als in Daytona, wo du dich in den ersten beiden Renndritteln eher zurückhältst, um für die Schlussstunden ein heiles Auto zu haben, musst du in Sebring von Anfang an voll fahren. Es ist eines der wichtigen Rennen in den USA, das ich noch nicht gewonnen habe. Die Motivation, es diesmal zu schaffen, ist riesengroß, zumal ich davon überzeugt bin, dass die Strecke sehr gut für den 911 RSR passt.“

Dirk Werner (911 RSR #911): „Ich mag diese anspruchsvolle Strecke. Sie ist mit all den Bodenwellen eine sehr große Herausforderung nicht nur für die Fahrer. Auch die Belastung für die Autos ist so groß wie bei kaum einem anderen Rennen. Ich habe noch nie in Sebring gewonnen, habe da also noch eine Rechnung offen.“

Frédéric Makowiecki (911 RSR #911): „Sebring ist sehr speziell und zusammen mit Le Mans mein Lieblingsrennen. Die vielen Fans kennen sich aus im Motorsport und zeigen den Spirit, den ich so liebe. Ich freue mich auf eine ausgelassene Motorsport-Party und hoffe, dass am Ende auch wir allen Grund zum Feiern haben.“

Laurens Vanthoor (911 RSR #912): „Ich kenne dieses Rennen nur vom Fernsehen und den Erzählungen meiner Teamkollegen. Es hat eine große Historie, und ich freue mich darauf, ein Teil davon zu sein. Die Strecke habe ich bei unserem Test kennengelernt. Eine eindrucksvolle Erfahrung.“

Kévin Estre (911 RSR #912): „Sebring ist ein richtig cooles Rennen, mit sehr vielen Zuschauern und einer tollen Atmosphäre. Die feiern da ausgelassen den St. Patrick’s Day und kommen schon in bester Partystimmung zur Strecke. Wir haben mit dem neuen 911 RSR ausgiebig in Sebring getestet, und das Auto fühlte sich sehr gut an.“

Richard Lietz (911 RSR #912): „Sebring ist eine meiner Lieblingsstrecken. Sie ist sehr anspruchsvoll, und die vielen Bodenwellen machen es extrem schwierig für die Piloten, konstant schnelle Rundenzeiten zu fahren. Die Tests mit dem 911 RSR dort waren sehr ermutigend. Ich denke, Sebring ist eine sehr gute Strecke für unser neues Auto.“

Michael Christensen (911 GT3 R #28): „Sebring ist ein echter Klassiker. Dieses Rennen 2014 zu gewinnen, war einer der Höhepunkte meiner Karriere. Auf dieser holprigen Strecke stundenlang am Limit zu fahren, verlangt einem als Fahrer alles ab. Es macht aber auch sehr viel Spaß. Und nach unserem Erfolg in Daytona ist das ganze Team natürlich besonders motiviert.“

Jörg Bergmeister (911 GT3 R #73):
„Um auf dieser Strecke eine Chance zu haben, musst du von Anfang an Druck machen. Sebring ist komplett anders als Daytona. Das Rennen ist nur halb so lang, aber doppelt so anstrengend. Auch die Fans sind sehr speziell. Die Stimmung, die sie verbreiten, ist so gut wie bei keinem anderen Rennen.“


Porsche / DW


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