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Rallye Dakar 2018: Peugeot will es beim letzen Mal knallen lassen

Giniel de Villiers und Dirk von Zitzewitz

06.01.2018 (Speed-Magazin.de) Die Fans in den 1980ern wussten bereits wie es sich anfühlte, von den „Löwen“ – die damals in einem finnischen Akzent von Vatanen und Kankkunen brüllten – an die Kanten ihrer Sitze gedrängt zu werden. Ein paar Jahrzehnte vorgespult und die Löwen sind wieder die Könige des Dschungels. Nach nur einem Fehlstart holte Stéphane Peterhansel für den 3008 den Sieg im Jahre 2016. Ein Jahr später verteidigte er seinen Titel erfolgreich gegen seine Team-Kollegen Sébastien Loeb und Cyril Despres in einem 1-2-3 Podiumfinish für die französische Mannschaft.

Nach der Ankündigung, dass in den zukünftigen Auflagen kein Peugeot mehr am Start stehen wird, sind die Favoriten fest entschlossen, im optimierten 3008 DKR Maxi mit einem Knall aufzuhören. Die Gerüchte rund um „Peter“, dass auch er nach 30 Jahren in der Dakar in die Fahrer-Rente gehen werde, hat die Entschlossenheit des hart umkämpften Titelverteidigers nur noch verstärkt. Sein Team-Kollege Sébastien Loeb mag noch relativ unerfahren sein, hat aber das Talent eines zukünftigen Dakar-Champions schon unter Beweis gestellt. Er beanspruchte neun Etappensiege in zwei Auflagen für sich und – am wichtigsten – wurde im letzten Jahr Zweiter mit nur fünf Minuten Rückstand auf seinen Kapitän. Auch Cyril Despres hat seine erstaunliche Anpassungsfähigkeit gezeigt und wurde 2017 Dritter. Es war sein dritter Start in einem Auto, nachdem er fünf Mal auf dem Motorrad den Gesamtsieg geholt hatte. Carlos Sainz‘ glorreiche Tage verblassen zwar langsam in der Ferne – er konnte fünf aufeinanderfolgende Auflagen nicht beenden –, aber er ist immer noch genauso aggressiv wie eh und je und es wäre ein Fehler, ihn abzuschreiben.

314 Yazeeed Al Rajhi (SAU); Timo Gottschalk (DEU)
314 Yazeeed Al Rajhi (SAU); Timo Gottschalk (DEU)
© Frederic Le Floc′h | Zoom
Eines ist jedoch klar: Ihre Gegner wollen sich nicht kampflos geschlagen geben. Nach einem grundsoliden Auftritt 2017 ist Nasser Al-Attiyah ein Mitfavorit auf den Titel. Der katarische Fahrer führte die letztjährige Dakar an, als ihn ein mechanisches Versagen in der 3. Etappe aus dem Rennen warf. Seitdem hat er sieben von acht Rennen gewonnen, einen dritten Cross-Country Rally World Cup für sich entschieden und einen wichtigen psychologischen Sieg über Loeb bei der Rallye von Marokko erzielt. Die Zuversicht Al-Attiyahs beruht auf seinem komplexen Wissen über das Rennen und auf den substanziellen Verbesserungen, die Toyota Gazoo Racing für den Hilux geschafft hat, von denen auch der Champion von 2009, Giniel De Villiers mit seinem deutschen Beifahrer Dirk von Zitzewitz profitieren will.

Auch das Team X-Raid aus Trebur – mit Mikko Hirvonen, dem Rookie Bryce Menzies und Yazeed Al-Rajhi am Steuer der drei Buggys mit Zweiradantrieb – könnte einen großen Schritt nach vorne machen. Sven Qandt, der Boss des deutschen Teams, hat sein Ass im Ärmel – den Allrad-Mini, der seit 2012 schon vier Mal bei der Dakar triumphierte – für seine Spitzen-Neuverpflichtungen Joan "Nani" Roma und Orly Terranova reserviert. Der gesamte X-Raid-Kader hat das Zeug dazu, einen Podestplatz zu erreichen ... oder vielleicht sogar noch mehr.

Die bekanntesten Teilnehmer aus deutscher Sicht sind Co-Piloten: Dirk von Zitzewitz, der seinen südamerikanischen Fahrer Giniel de Villiers bereits zu einem Dakar-Sieg navigierte, will im Toyota einen weiteren Angriff auf den Dakar-Sieg machen. Auch Timo Gottschalk, der an der Seite von Carlos Sainz bereits einen Dakar-Sieg zu verzeichnen hat, will den neu entwickelten Buggy gemeinsam mit seinem Piloten Yazeed Al-Rajhi zu Lorbeer führen. Andy Schulz - Navigator bei WRC Vizeweltmeister Mikko Hirvonen - versucht bei seinem Jubiläum, seiner 25. Dakar, ebenfalls in einem Mini Buggy seine Erfolge von 2001 und 2013 zu wiederholen.

386 Markus Walcher (DEU); Tobias Henschel
386 Markus Walcher (DEU); Tobias Henschel
© Markus Walcher | Zoom
Als Neuling will sich Markus Walcher behaupten. Für ihn zählt es „zweimal über das Podium zu fahren, beim Start und im Ziel“. Tipps holt sich der 30-jährige dabei von seinem Vater Gerhard, der im Renntruck bereits achtmal die Dakar bestritten hat. Bei der 40. Dakar wird er seinen Sohn als Service in einem Unimog unterstützen.

Markus Behringer, das bayerische Dakar-Urgestein, pilotiert wieder einen seiner schnellen Renn- MAN, um das hessische Team South Racing als Fast Service im Rennen zu begleiten. Dabei trifft er auf ein deutsches Vater-Sohn Duo: Jürgen Schröder lässt sich von seinem Sohn Max durch die Dünen navigieren. Die beiden Amateure Jürgen Drössiger und Rainer Wissmanns komplettieren das deutsche Aufgebot in Südamerika in der Motorrad- und Auto-Kategorie. Wobei der in Paraguay lebende Wissmanns bei seinem zweiten Anlauf quasi ein Heimrallye bestreitet.

In der sogenannte „Side by Side“-Kategorie werden dieses Jahr 13 Crews in Lima am Start stehen. Der Kampf um den Ruhm wird sich zwischen Xtrem Plus‘ Polaris RZR Buggys – die Gewinner des Vorjahres mit dem Brasilianer Leandro Torres am Steuer –, den Maverick X3 CAN-AMs in ihrer ersten Renn-Edition und den Yamaha 1000 YXZs abspielen.


Ellen Lohr / RB

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