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AvD Histo Monte Tag 3: Die Königsetappe ist geschafft

Über die verschneiten Flächen des französischen Jura

15.02.2019 (Speed-Magazin.de) „Wenn sich der liebe Gott eine Terrasse gebaut hätte, vielleicht hätte er das hier gemacht.“ Heiß dampft der Kaffeepott in der Hand von Rallyeleiter Peter Göbel. Hinter ihm erstreckt sich das atemberaubende Panorama vom Hotel auf dem Hochblauen, wo bei strahlendem Sonnenschein der Blick bis weit in die schneebedeckten Hochalpen schweifen kann.

Tag 3 der 22. AvD-Histo-Monte, und das Starterfeld hat sich am frühen Morgen vom Freiburger Dorint-Hotel aus auf den Weg nach Süden gemacht. Es ist bereits die zweite Wertungsprüfung dieser insgesamt vierten Etappe, und in unzähligen geschwungenen Kurven geht es von Badenweiler hinauf auf den über 1100 Meter hohen Hochblauen, wofür nun alle mit diesem unfassbaren Ausblick belohnt werden.

Aber die Ersten sind bereits wieder unten in der Rheinebene und genießen bald ein besonderes Privileg: Die Einreise in die Schweiz, südlich von Basel, über die historische Brücke von Rheinfelden ist eigentlich nur mit dem Fahrrad erlaubt – für die Teilnehmer der AvD-Histo-Monte gewähren die Eidgenossen jedoch eine Ausnahme, gefolgt von einer Durchfahrtskontrolle direkt vorm historischen Rathaus von Rheinfelden (Foto rechts), wo sich wieder viel Publikum eingefunden hat.

Doch bald schon ist die Schweiz wieder verlassen, und es geht hinauf auf die noch immer massiv verschneiten Höhen des französischen Jura, immer wieder mit Passagen von noch immer verschneiten Fahrbahnen, die im Schatten länger der Sonne trotzen. Und die ist da! Ein stabiles Hochdruckgebiet schiebt sich vom Mittelmeer hinauf und bringt einen ersten echten Frühlingsgruß mit Temperaturen im zweistelligen Bereich. Damit hat nun wirklich niemand gerechnet, aber beschweren tut sich auch keiner.

Es ist auch so noch beschwerlich genug. Die Besatzung des Vorkriegs-Riley-Roadsters lernt die über 320 Kilometer bis zur Mittagspause spüren, 220 Kilometer kommen am Nachmittag noch einmal dazu. Das ist wirklich Hardcore, und auch ohne Schneegestöber ist der Ritt mit diesem blattgefederten Urviech noch Abenteuer genug.

Aber es gibt ja auch die Mittagspause, herrlich in Malbuisson, hoch über dem Lac Saint-Point, dessen azurblaues Wasser aus denselben Hochtälern wie auch die junge Rhône gespeist wird. Der Saal im Hôtel Du Lac präsentiert sich dazu in seiner ganzen klassizistischen Pracht unter kristallenen Lüstern mit einer langen Fensterfront zum See hin. Und es ist genug Platz für alle da, ein großes gemeinsames Durchatmen, bevor es wieder weitergeht.

Die Wertungsprüfungen indes haben es in sich. Mancher hadert mit seinem Schicksal, wenn er plötzlich hinter einem Lkw, einem Sonntagsfahrer oder gleich beiden hängt. That´s rally. Da machste nix.

Endlich, nach langen Etappen durch eine verschneite Traumlandschaft, erreichen die Teilnehmer die legendäre Tram Bar in Confort, eine zum Café ausgebaute Straßenbahn, von wo aus man prima mit heimischen Rallye-Fans auf Tuchfühlung gehen kann. Was für ein Hallo, wenn der Platz in die falsche Richtung verlassen wird! Dazu ein breitbeiniger R8 Gordini mit französischem Kennzeichen, der sich nahtlos in das Rallye-Feld einfügen würde. Blau ist er natürlich, im strahlenden „Allez les Bleus!“-Farbton der alten Herzöge von Orleans, heute die Farben der französischen Trikolore, der Nationalmannschaft, der Sportwagen und so weiter und so fort!

Es ist ein langer, weiter Ritt an diesem dritten Tag der 22. AvD-Histo-Monte. Froh erreichen die ersten Teams das Tagesziel, den Rathausplatz an den Thermen von Aix-les-Bains, wo schon die alten Römer die heißen Quellen genossen haben. Im Saal des mondänen Casinos wird gemeinsam der Abend zelebriert. Doch schon bald ziehen sich die ersten zurück, denn am Freitag führt die anspruchsvolle Route bis hinunter an die Côte d´Azur. Das Abenteuer geht weiter!


AvD Histo Monte


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