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Speed Magazin Exclusiv Interview mit Rainer Koch von RSK Motorsport

Koch: Wir freuen uns schon sehr auf den

24.05.2012 (Speed Magazin) Das Team RSK-Motorsport wurde 2010 gegründet und ist noch recht frisch in der Motorsport-Szene. Zur Zeit fährt RSK Chevrolet (Cruze) Cup und wird einen Procar Gaststart in Oschersleben machen. Speed Magazin führte ein exclusives Interview mit Rainer Koch von RSK Motorsport. 

Als 2010 gegründetes Team ist RSK-Motorsport noch recht „frisch“ in der Motorsport-Szene. Bislang machten Sie erste Erfahrungen im ADAC Cruze-Cup. Können Sie uns erst einmal generell zur Struktur und zum Aufbau des Teams etwas sagen? Wie kam es zur Teamgründung? Schliesslich ist Ihr Teamstandort Lemgo auch relativ weit entfernt von der nächsten Rennstrecke.

RSK-Motorsport wurde 2010 gegründet
RSK-Motorsport wurde 2010 gegründet
© Motorsportarena | Zoom
Rainer Koch: Der Standort Lemgo ist sicherlich nicht direkt an einer Rennstrecke, jedoch liegen wir relativ zentral, wenn wir die deutschen Rennstrecken zusammen betrachten, denn wir fahren auf den verschiedensten Rennstrecken in Deutschland und dem europäischen Ausland. Das Team hat sich im Jahr 2010 aus der Begeisterung für den aktiven Rennsport heraus entwickelt. Wir hatten einige Trainings bei der AMG Driving Academy, sowie der Porsche Sports Driving School absolviert und dann war die Gründung der RSK-Motorsport GmbH nur noch die logische Konsequenz daraus. Dabei hat uns der ADAC-Ostwestfalen Lippe in unserem Vorhaben tatkräftig unterstützt.

In Kürze (Juli 2012) eröffnet in der Nähe Ihres Teamsitzes mit dem „Bilster Berg Drive Resort“ eine neue Rennstrecke. Die Streckencharakteristik lässt auf eine spektakuläre Rennstrecke hoffen. Wird RSK-Motorsport die Strecke auch zu Testzwecken nutzen, oder präferieren Sie andere Rennstrecken?
Rainer Koch: Wir freuen uns schon sehr auf den „Bilster Berg“ und sicherlich werden wir die Gelegenheit nutzen einige Prüf und Einstellfahrten hier durchzuführen. Die Streckencharakteristik eignet sich gut um verschiedene Fahrzeugsetups zu testen.
Wie sich die Strecke am Bilster Berg „anfühlt“, werden wir ja bald erfahren können.

Wie bereits angesprochen, sammelten Sie erste Erfahrungen im ADAC Cruze-Cup. Wie fällt Ihr erstes Resumee aus? Was ist Ihre Meinung von der Serie und dem Dachverband, dem ADAC?
Rainer Koch: Der ADAC-Chevrolet-Cup, wie er seit 2012 heisst, ist von der Idee her eine gute Sache und ermöglicht gerade talentierten jungen Fahrern, die z.B. aus dem Kartsport kommen, einen relativ günstigen Einstig in den Tourenwagensport. Die Rennen, welche über eine Distanz von 4 Stunden gehen, bieten vor allem eins: Viel Erfahrung auf den Rennstrecken. Wiechers Sport bietet den Chevrolet Cruze in der Cup Version für rund 20.000 Euro komplett rennfertig an und betreut die Teams mit Ersatzteilen auch bei den Rennen vor Ort. Somit ist ein Einstig von den Kosten her relativ überschaubar.

Zur Zeit fährt RSK Chevrolet (Cruze) Cup
Zur Zeit fährt RSK Chevrolet (Cruze) Cup
© Motorsportarena | Zoom
Bereits jetzt, früh in der laufenden Saison, haben Sie feste Pläne für 2013. Ein Start in der ADAC Procar wird angestrebt. Noch in diesem Jahr sollen zudem Gaststarts ermöglicht werden, sehen Sie die laufende Saison lediglich aus Übergangsjahr? Soll das Team in seiner Struktur auch im nächsten Jahr bestehen bleiben oder werden Änderungen notwendig sein?
Rainer Koch: Es stimmt wir planen für dieses Jahr einen Gaststart in der ADAC-PROCAR-Serie, in der wir schon jetzt sehr herzlich aufgenommen wurden. Weiterhin sind wir voll in den Vorbereitungen für das Jahr 2013, wo das RSK-Team sowohl den Start in der Division 2, als auch den Start in der Division 1 der PROCAR plant.
Wir sind auch schon mitten in der Auswahl der Fahrer, welche für das RSK-Team in 2013 starten werden. Deshalb ist es auch nicht zu früh, das nächste Jahr anzugehen. Trotz aller Planungen für 2013, sind wir voll bei der Sache, wenn es um die Saison 2012 geht, in der wir die junge talentierte Schweizer Kartmeisterin Jasmin Preisig als Fahrerin für unseren Chevrolet Cruze gewinnen konnten. Eine Podiumsplazierung im ersten Rennen dieses Jahr zeigt, dass unser Team gut vorbereitet ist. Momentan wächst das RSK-Team ständig an und wir freuen uns, dass wir so viele erfahrene Motorsportler mit unseren Ideen und unserem Vorhaben gewinnen konnten. Im Motorsport kann man als Einzelkämpfer nicht mehr gewinnen. Deshalb bauen wir unser Netzwerk ständig weiter aus, um die Erfahrungen der „alten Hasen“ im Motorsport, beim RSK-Team zu integrieren.

Mit Sicherheit verfolgen Sie auch einen langfristigen Plan mit dem Team. Gibt es hierzu schon Infos? Welche Rennserie gilt als ein Traum von Ihnen?
Rainer Koch: Wir haben unsere klaren Ziele für dieses Jahr und für 2013 vor Augen. Auf diese Ziele konzentrieren wir uns und stecken unsere ganze Energie in diese Projekte. Trotzdem gibt es sicherlich Träume, ohne die es im Motorsport nicht vorangehen würde. Es bleibt abzuwarten, wie sich die nächsten Monate entwickeln. Es ist und bleibt spannend.

In der Motorsport-Szene gibt es ausreichend Talente, welche jedoch durch die Problematik der Finanzierung des Hobbies kaum Chancen auf eine grosse Karriere haben. Einige von ihnen führen dazu Ihr Hobby am PC als sogenanntes SimRacing aus. Haben Sie davon schon gehört und sehen Sie Potential in dieser Branche?

RSK-Motorsport macht einen Procar Gaststart in Oschersleben
RSK-Motorsport macht einen Procar Gaststart in Oschersleben
© Motorsportarena | Zoom
Rainer Koch: Die Finanzierung einer Karriere im Motorsport ist sicherlich ein riesen Problem für talentierte junge Fahrer oder Fahrerinnen, die nicht zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Leute treffen. Dabei wird die Gemeinde der Sim-Racer immer beliebter und grösser, auch wenn der Sprung in ein reales Cockpit dadurch nicht unbedingt leichter wird. Ich selber bin auch oft virtuell unterwegs und unsere Fahrer nutzen auch immer wieder gerne die Gelegenheit sich auf die Rennen am PC vorzubereiten.

Rahmenserien haben es bei den Zuschauern gegenüber Serien wie der Formel 1, DTM, ADAC GT Masters, FIA GT1, WTCC bekanntlich schwer. Was können Ihrer Meinung nach Dachverbände wie die ADAC oder die FIA tun, um auch Rahmenserien den Zuschauern schmackhaft zu machen? Sind hierbei auch die Medien gefragt?
Rainer Koch: Gerade in Serien wie dem Chevrolet-Cup wäre es absolut nötig die Medien mehr ins Boot zu holen. Auch wenn die Serie vergleichsweise günstig ist, so kann eine Saison in der Regel von einem jungen Fahrer nicht alleine bewältigt werden. Somit sind die Fahrer und Teams auf Sponsoren und Förderer angewiesen. Hier ist noch viel zu tun, wenn man dem Nachwuchs eine Chance geben will.
Gerade bei Markenpokalen sollte der Hersteller hinter den Teams stehen und die Medienpräsenz fördern, um den Sponsoren der Teams eine möglichst breite Basis zu bieten, wie es in höheren Serien ja auch üblich ist.


Stefan Gottschalk


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