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Renault Clio Cup Central Europe: Rookie Paziewski stiehlt alten Hasen die Show und feiert ersten Sieg

02.07.2017 (Speed-Magazin.de) Bartosz Paziewski (Seyffarth Motorsport) hat den Reifen-Poker bei der Frankreich-Premiere des Renault Clio Cup Central Europe auf dem Circuit Dijon-Prenois gewonnen. In seinem fünften Rennen gelang dem jungen Polen der erste Sieg. Trotz der unbeständigen und regnerischen Bedingungen auf Slickreifen zu starten, zahlte sich für Paziewski aus. Gleiches galt für Tomáš Pekař (Carpek Service) und Daniel Hadorn (Schläppi Race-Tec), die mit den Plätzen zwei und drei auf dem Podium standen. Der Vergleich zwischen Slicks und Regenreifen bestimmte das Rennen und stellte die Reihenfolge im fünften Saisonlauf zweimal auf den Kopf.

Ihre Reifenwahl trafen die Fahrer erst unmittelbar vor dem Start. Die Strecke war trocken, doch in der Startaufstellung setzte leichter Regen ein.

REGENREIFEN ZU BEGINN DIE RICHTIGE OPTION

Polesetter Niklas Mackschin (Ahrens Racing Team) verteidigte auf profilierten Reifen zunächst die Führung. Das Safety Car rückte für zwei Runden aus, weil Robin Rogalski (Seyffarth Motorsport) und Tomasz Magdziarz (BM Racing Team) im Kiesbett steckten.

Nach der Wiederfreigabe arbeitete sich Karol Urbaniak (BM Racing Team), der von Platz drei gestartet war, aus dem Windschatten auf der langen Start-Ziel-Gerade an Mackschin vorbei. Andreas Stucki (Stucki Motorsport) zog kurz darauf mit. Urbaniak, Stucki und die Verfolger hatten allesamt auf Regenreifen gesetzt, was sich zunächst auszuzahlen schien.

Tomáš Pekař bekräftigte diesen Eindruck. Der Tscheche war mit Slicks von Rang zwei losgefahren und hielt sich in der ersten Rennhälfte nur mit Mühe unter den ersten Zehn. Auch der spätere Sieger, Bartosz Paziewski, sowie Daniel Hadorn, Daniel Nyffeler (No Name Fighter) und Reto Wüst (Wüst Motorsport) hatten auf profillose Michelin-Reifen gesetzt und versanken zunächst im Hinterfeld. Paziewski startete beispielsweise von Platz vier, lag zu Rennbeginn aber lediglich an viertletzter Position.

PAZIEWSKI STÜRMT URPLÖTZLICH AN DIE SPITZE

Kurz nach Rennhalbzeit waren Slicks mit einem Mal die gefragten Reifen. Innerhalb von nur zwei Runden schob sich Bartosz Paziewski bis an die Spitze. Pekař, Hadorn, Nyffeler und Wüst flogen ebenfalls in Richtung der Podestplätze. Diese fünf Piloten waren mitunter sieben Sekunden schneller, als die Konkurrenz mit Regenreifen, die nun nach hinten durchgereicht wurde.

Bartosz Paziewski, der die Vorteile der Slicks als erster umsetzte, ließ sich die Spitze nicht mehr streitig machen. Nach dem dritten Platz beim Auftakt in Oschersleben feierte der Pole in seinem fünften Rennen im Clio Cup Central Europe nun den ersten Sieg. Damit holte zum ersten Mal in diesem Jahr ein Pilot der Rookie-Wertung den Gesamtsieg. Außerdem war Paziewskis Triumph der erste Sieg für Seyffarth Motorsport seit dem Einstieg des Teams im vergangenen Jahr.

FAHRER MIT SLICKS BELEGEN DIE PLÄTZE EINS BIS FÜNF

Tomáš Pekař fuhr zum dritten Mal in Folge auf Platz zwei und behauptet damit seine Tabellenführung. Daniel Hadorn freute sich einen Tag nach seinem 49. Geburtstag über Rang drei. Für den Schweizer, der nur sporadisch am Start steht, war es das erste Podium seit Platz drei in Spa-Francorchamps 2015.

Mit Position vier fuhr Daniel Nyffeler sein bisher bestes Saisonergebnis ein. Reto Wüst, der zuletzt beim Finale 2016 dabei war, erreichte bei seiner Rückkehr Platz fünf.

René Leutenegger (No Name Fighter) hielt auf seinen Regenreifen zum Rennende noch am ehesten mit, musste sich aber letztlich auf Platz sechs einreihen. Karol Urbaniak, Albert Legutko (BM Racing Team), Andreas Stucki und Roland Schmid (Valente Motorsport) beschlossen die ersten Zehn.

Wegen Überschreitung der Track Limits wurde gegen Niklas Mackschin eine Durchfahrtsstrafe verhängt. Der Polesetter belegte am Ende Platz 15.

PAZIEWSKI AUCH MIT GUTER AUSGANGSLAGE FÜR LAUF ZWEI

Das morgige Rennen wird ab 11:25 Uhr live auf renault-sport.de übertragen. Dank seiner sechstschnellsten Zeit im Qualifying und des Reversed-Grid-Verfahrens steht der heutige Sieger, Bartosz Paziewski, auf der Pole Position.

FAHRERSTIMMEN

1. Platz: Bartosz Paziewski (Seyffarth Motorsport)
„Vor dem Start wollte mir das Team erst noch Regenreifen montieren, aber dazu war nicht mehr genug Zeit. Beim Start habe ich den Motor abgewürgt. Am Rennanfang waren die Slicks auch noch völlig kalt. Ich habe mich sogar ein paar Mal gedreht. Da war ich erstmal richtig angefressen. Dann funktionierten die Slicks plötzlich und ich bin innerhalb von zwei Runden von fast ganz hinten bis an die Spitze gefahren. Das war großartig.“

2. Platz: Tomáš Pekař (Carpek Service)
„Während der ersten Runden habe ich nicht gedacht, dass ein Podium noch möglich ist. Es war sehr rutschig und ich war richtig langsam. Irgendwann waren die Slicks plötzlich auf Temperatur und wir waren viel schneller, als die Fahrer mit Regenreifen. Trotzdem war das Überholen schwierig, weil wir von der abtrocknenden Ideallinie ins Nasse fahren mussten. Die Bedingungen waren sehr anspruchsvoll und die Konkurrenz hier ist sehr stark. Deswegen bin ich mit meinem Ergebnis zufrieden.“

3. Platz: Daniel Hadorn (Schläppi Race-Tec)
„Fast alle um mich herum haben in der Startaufstellung Regenreifen aufgezogen. Dann überlegst Du natürlich, ob Du mitziehst oder bei deiner Wahl bleibst. Auf den Slicks war ich am Anfang chancenlos. Da muss man cool bleiben, auch wenn einen alle überholen. Danach musste ich viel kämpfen. Das hat Spaß gemacht und das Podest ist ein tolles nachträgliches Geburtstagsgeschenk.“


Renault / RB


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