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Porsche Mobil 1 Supe​​​rcup: Sven Müller - Meisterschaft im Doppelpack!

Vom Junior zum Doppelchampion in nur sieben Tagen

27.10.2016 (Speed-Magazin.de) Immer wieder reckt Sven Müller vor den Kameraleuten und Fotografen seine geballte Faust gen Himmel, denn: die letzten sieben Tage waren die vielleicht wichtigsten in seinem Leben. Nach dem Titelgewinn im Porsche Carrera Cup Deutschland sicherte sich der 24-jaehrige nun auch noch die Meisterschaft im internationalen Porsche Mobil 1 Supercup. Am Sonntag reichte ihm beim Saisonfinale im Rahmen des Formel-1-Rennens in Austin/Texas Platz acht fuer den begehrten Titel.

Sven ist in der Geschichte der Porsche-Markenpokale erst der fünfte Fahrer, dem der Sieg in einem nationalen Cup und dem Supercup im selben Jahr gelang, aber der einzige der es mit zwei verschiedenen Teams geschafft hat und diesen zugleich zum Gewinn der Teammeisterschaft verholfen hat. Der Porsche-Junior stand im Supercup acht Mal auf dem Podium, davon drei Mal als Sieger – bei den Rennen in Spielberg, Silverstone und Budapest. Jedes Mal natürlich mit jubelnder Müller-Faust.

© Sven Müller | Zoom
Dabei begann das letzte Wochenende zum neunten und zehnten Lauf des PM1SC mit einigen Hindernissen. Beim freien Training belegte der Porsche-Junior mit einem Rückstand von 0,110 sec. Platz zwei. Nach der anschließenden Datenanalyse stellt er mit seinem Ingenieur Michael Rüks vom Team Lechner Racing fest, dass er in einer Kurve 0,4 sec. schneller hätte sein können.

Mit diesem Wissen und entsprechender Motivation ging er dann ins Qualifying am Samstagmorgen. Mit dem ersten Satz Reifen lag der Lechner Racing Pilot dann aber nur auf Platz sechs. Daraufhin wurde eine Veränderung am Fahrzeug vorgenommen und es ging zum Ende der Qualisitzung nochmal mit neuen Reifen raus auf Zeitenjagt. Als Sven dann auf seiner schnellsten Runde mit zwei Sektorenbestzeiten den dritten und letzten Sektor in Angriff nahm, wurde das Qualifying mit roten Flaggen abgebrochen. Grund dafür war ein Unfall auf der Start- und Ziellinie seines Titelrivalen Matteo Cairoli, der sein Fahrzeug in die Streckenbegrenzung gefahren hatte. „Sehr ärgerlich, da der Grip der Reifen keine zwei schnellen Runden herhilt“, sagte Sven nach dem Qualifying. Die Strecke wurde anschließend nochmal für drei min. freigegeben, wobei Sven seine Zeit zwar nochmal verbessern konnte, was aber nicht zu einem besseren Startergebnis geholfen hat. Somit hatte Sven mit seiner schnellsten Zeit Platz sechs und seiner zweit schnellsten Platz vier für die beiden Rennen am Samstag und Sonntag herausgefahren.

Entsprechend enttäuscht war Sven nach dem Quali, zumal sein Konkurrent um die Meisterschaft in beiden Läufen vor ihm stand. Somit hieß es also anzugreifen und möglichst viele Punkte in den Rennen holen.

© Sven Müller | Zoom
Der Porsche-Junior konnte wieder durch einen sehr guten Start Positionen gutmachen und lag in der ersten Runde bereits auf Platz drei. Sven setzte, den zweiten immer wieder unter Druck, sah letztendlich aber keine ungefährliche Überholmöglichkeit. Als Cairoli plötzlich langsamer wurde und zurück viel, nahm Sven den Druck raus und konnte mit Platz zwei weiter wichtige Punkte für die Meisterschaft einfahren.

Das Rennen am Sonntag startete der Lechner Racing Pilot dann von Position vier mit dem Wissen, dass ihm ein 16ter Platz mit einem Punkt reicht um die Meisterschaft einzufahren. Dementsprechend fuhr Sven ohne jegliches Risiko ein völlig defensives Rennen und kam als frisch gebackener Meister auf Position acht ins Ziel.

Sven zeichnete sich über die Saison durch eine konstante Leistung mit acht Podiumsplatzierungen in zehn Rennen aus: Er siegte drei Mal, wurde viermal Zweiter und einmal Dritter. Einmal holte er die Pole-Position. Auf die gesamte Saison gesehen hat Sven jedes zweite seiner Rennen im Porsche Carrera Cup Deutschland und im Porsche Mobil 1 Supercup 2016 gewonnen. In 13 der 26 Markenpokalrennen die er bestritt, stand er ganz oben auf dem Podium. Vor allem im PCCD ist die Quote mit 10 Siegen in 16 Rennen neuer Rekord!

Sven Müller befindet sich im dritten Jahr der Förderung von Porsche in dem Junior Kader 2016. Porsche unterstützt und bildet ausgesuchte Talente professionell zum Rennfahrer aus.


Sven Müller / DW


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