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Pikes Peak International Hill Climb: I.D. R Pikes Peak - Tempo-Macher Dieter Depping, Test- und Entwicklungsfahrer

Stiller Held hinter dem Pikes-Peak-Rekord - Depping testete den I.D. R Pikes Peak

08.08.2018 (Speed-Magazin.de) Er ist der stille Held und heimliche Tempo-Macher des erfolgreichen Pikes-Peak-Projekts: Dieter Depping. Der Hannoveraner, der heute, am 07. August, seinen 52. Geburtstag feiert, wirkt seit 16 Jahren als Test- und Entwicklungsfahrer von Volkswagen im Motorsport. Ohne ihn? Wären Erfolge wie die zwölf WM-Titel in der FIA Rallye-Weltmeisterschaft (WRC), zwei weitere in der FIA Rallycross-Weltmeisterschaft (WRX), die drei „Dakar“-Siege mit dem Race Touareg oder zahlreiche Klassensiege beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring undenkbar. Oder wie es Romain Dumas zum Ausdruck bringt: „Dieter war mein zweiter Gasfuß. Ohne ihn wäre der Rekord am Pikes Peak gar nicht möglich gewesen“. Dass Romain Dumas diese Würdigung nur wenige Augenblicke nach den bahnbrechenden 7.57,148 Minuten in die Mikrofone diktierte, mit denen er Motorsport- und Elektromobilitätsgeschichte geschrieben hatte, spricht Bände über die bedeutsame Rolle von Dieter Depping in der Erfolgsgeschichte von Volkswagen Motorsport.

„Die herausragende Arbeit, die Dieter Depping für Volkswagen Motorsport leistet, ist von unschätzbarem Wert“, so Volkswagen Motorsport-Direktor Sven Smeets. „In jedem unserer erfolgreichen Motorsport-Projekte steckt viel wertvoller Input von Dieter. Angefangen beim Race Touareg für die ‚Dakar‘ über den Polo R WRC, der in der Rallye-WM 43 Siege gefeiert hat, bis zum Polo R Supercar für die WRX – und zuletzt nun auch beim Pikes-Peak-Projekt. Wann immer es darum geht, Neuland zu betreten, ist Dieter ein verlässlicher Test- und Entwicklungsfahrer und ein echter Erfolgsfaktor. Er hat den I.D. R Pikes Peak entscheidend mitentwickelt.“

Der Tempo-Macher

Der Volkswagen Polo R WRC, das heutige Polo R Supercar in der Rallycross-WM, der Race Touareg, viele erfolgreiche Tourenwagen-Renner für die Nachwuchsförderung und das 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring und jetzt: der I.D. R Pikes Peak. Sie alle haben eine Menge Lorbeeren eingeheimst. Und sie tragen das Gütesiegel „Getestet von Dieter Depping“. Doch wie genau macht man das, wenn es um so grundsätzlich verschiedene Kategorien des Automobilrennsports geht? „Man braucht ein Quäntchen Talent“, so Depping lachend. „Und man muss sich natürlich auf die jeweiligen Versuchsfahrten und Aufgaben konzentrieren und sich entsprechend eingewöhnen. In diesem Jahr waren das im Wechsel die Entwicklungen für den I.D. R Pikes Peak, das Polo R Supercar für die Rallycross-WM und den kommenden Polo GTI R5. Es dauert bei mir ein, zwei Runs – dann kann ich den Ingenieuren das Feedback geben, das sie brauchen.“

Der Technik-Pionier

Depping steht für viele erfolgreiche Renn- und Rallye-Fahrzeuge von Volkswagen
Depping steht für viele erfolgreiche Renn- und Rallye-Fahrzeuge von Volkswagen
© Volkswagen Motorsport | Zoom
Vor allem der 500 kW (680 PS) starke I.D. R Pikes Peak erforderte jede Menge Anpassungsfähigkeit, denn der Prototyp aus dem Hause Volkswagen Motorsport ist das erste rein elektrisch angetriebene Rennfahrzeug der Marke. „Die gesamte Elektronik ist natürlich etwas Besonderes am I.D. R, das betrifft vor allem die Ingenieure, die Neuland betreten haben“, so Depping. „Doch ein wenig gilt das auch für das Fahren. Nach 30 Jahren Motorsport mit teils sehr lautstarken Verbrennungsmotoren ist das Fahren mit Elektromotor eher geräuschlos – und damit fehlt ein wichtiger Sinneseindruck, ein Anhaltspunkt für das Timing und die Geschwindigkeit beim Fahren.“ Für den 52-Jährigen eine große Umstellung: „Man hat nur Gas, Bremse und einen einzigen Vorwärtsgang. Man braucht deshalb eine Zeit, sich an diese neue Welt zu gewöhnen. Dann macht es aber unglaublich viel Spaß. Besonders im unterem Teil der Pikes-Peak-Strecke bis rauf zu Glen Cove war der I.D. R der Hammer – unglaublich, welche Kurvengeschwindigkeiten möglich waren und mit welcher Beschleunigung es aus den engen Kehren herausging.“

Nur zwei Fahrer haben jeweils eine komplette Fahrt mit dem I.D. R am Pikes Peak absolviert – Romain Dumas bei seiner Rekordfahrt, bei der er erstmals die gesamte Strecke mit dem Prototyp am Stück absolvierte. Und: Dieter Depping. Während der raren und kurzen Testfahrten am Pikes Peak absolvierte er eine Fahrt über die gesamte Distanz. „Bei diesem ersten Run ging es nicht um die Zeit, aber es kam eine ganz gute dabei heraus“, so Depping schmunzelnd.

Der Vollgas-Vermittler

Torsten Goldberg (D), Timo Gottschalk (D), Dieter Depping (D), Volkswagen Race Truck (2007)
Torsten Goldberg (D), Timo Gottschalk (D), Dieter Depping (D), Volkswagen Race Truck (2007)
© Volkswagen Motorsport | Zoom
Dieter Depping hat bisher bei Volkswagen Motorsport mit vielen großen Fahrern in der Entwicklung zusammengearbeitet: neben Romain Dumas unter anderem mit Carlos Sainz, Giniel de Villiers und Nasser Al-Attiyah, Petter Solberg und Johan Kristoffersson oder Sébastien Ogier, Andreas Mikkelsen und Jari-Matti Latvala. Doch wie wird man als Test- und Entwicklungsfahrer diesen vielen Fahrstilen gerecht? „Ich setzte mich mit den Fahrern zusammen und bespreche intensiv, in welche Richtung wir entwickeln wollen“, so Depping. „Zusammen mit den Ingenieuren versuchen wir dann das Fahrverhalten über die Abstimmung in eine Richtung zu entwickeln, die diesen Stilen entgegenkommt. Bisher haben wir immer eine gute Basis gefunden, mit der die Fahrer dann in die Feinarbeit gehen konnten.“ Und der eigene Stil? „Liegt irgendwo zwischen dem sauberen von Sébastien Ogier und dem quertreibenden von Petter Solberg“, sagt Depping mit einem verschmitzten Lächeln.

Der Marathon-Mann

In seiner Rolle als Test- und Entwicklungsfahrer hat sich Dieter Depping dem Erfolg des Teams verschrieben. Dennoch kann er auf eine erfolgreiche Karriere als Einsatzfahrer zurückblicken. Der dreimalige Deutsche Rallye-Meister (1992, 1993 und 1994) sorgte auch in Volkswagen Diensten für Aufsehen. Zunächst als schneller Helfer des im Wettbewerb eingeschriebenen Race Truck bei der Rallye Dakar, bei der er nicht selten in den zwischenzeitlichen Top Ten der Gesamtwertung auftauchte. Aber auch als schneller Chauffeur zeigte er sein Können, wenn es darum ging, für TV-Promis wie RTL-Moderatorin Nazan Eckes die Faszination des Motorsports erlebbar zu machen. Oder als Vollprofi ganz fokussiert wie bei seinem sechsten Platz bei der „Dakar“ 2009 mit dem Race Touareg selbst. 2001 und 2002 stellte er mit dem Volkswagen W12 in Nardo mehrere Geschwindigkeitsrekorde auf. Beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring 2007 steht sein Name hinter dem Klassensieg von Volkswagen. Und zuletzt startete er 2017 beim Heimrennen von Volkswagen in Buxtehude erstmals in der FIA Rallycross-Weltmeisterschaft (WRX).

Gerard Jan de Jongh (NL), Dieter Depping (D), Timo Gottschalk (D)
Gerard Jan de Jongh (NL), Dieter Depping (D), Timo Gottschalk (D)
© Volkswagen Motorsport | Zoom
In seiner Karriere hat Dieter Depping so ziemlich alles gefahren, getestet und zum Erfolg geführt, das vier Räder hat. Nur eine Sache fehlt ihm noch: „Einen Formel-1-Renner würde ich gern einmal fahren“, sagt er mit einem Lachen. Wohl wissend, dass es dazu wohl nicht mehr kommen wird. Auch, weil er an anderer Stelle gebraucht wird. „Beim Polo GTI R5 habe ich ein sehr gutes Gefühl. Er ist ein echter Rallye-Polo – wie sein erfolgreicher Vorgänger“, sagt Depping mit Blick auf das Debüt des Kundensport-Rallye-Autos, das Ende Oktober bei der Rallye Spanien in der WRC-2-Kategorie sein Debüt geben wird. Dieter Depping ist eben jener Mann bei Volkswagen Motorsport, der mit seinen Händen und seinem Gasfuß in die Zukunft blickt.

Auf die nächsten 16 Jahre und alles Gute zum Geburtstag!


Volkswagen Motorsport / ND


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