02.09.2007
Fußballbundesligist Borussia Dortmund ist ab sofort Mitglied der Superleague Formula – einer neuen Rennsport-Serie, die ab 2008 ihre Runden drehen soll.
Der erste Startschuss ist für August nächsten Jahres mit bis zu 20 Formelfahrzeugen geplant, für die jeweils ein bekannter Fußballklub als Pate gesucht wird. Neben dem BVB konnte der spanische Geschäftsmann Alex Andreu, der die Serie auf den Asphalt bringen will, bislang den RSC Anderlecht, AC Mailand, PSV Einhoven, Olympiakos Piräus und den FC Porto für seine Idee begeistern. Markus Rejek, Direktor Marketing bei Sportfive Dortmund: „Für uns gibt es bei diesem Konzept kein Risiko. Der BVB steht Pate für ein Auto der Superleague Formula und erhält dazu im Gegenzug eine finanzielle Gegenleistung.“ Für die Vermarktung des Rennboliden ist Sportfive, Agentur des BVB, nicht zuständig. Allerdings habe der Verein ein Vetorecht, falls einer der Sponsoren des BVB-Boliden mit den Sponsoren des Bundesligisten konkurrieren könnte, so Rejek gegenüber SPONSORs.
Die Idee für die Verbindung zwischen Motorsport und Fußball ist indes nicht ganz neu. Schon vor einigen Jahren wurde eine ähnliche Idee unter dem Namen „Premier1 Grand Prix“ der Öffentlichkeit vorgestellt. Das neue Konzept orientiert sich weitestgehend an der damaligen Idee, auch die handelnden Personen sind zum Teil die Selben. Im dritten Jahr, also ab 2010, wollen die Verantwortlichen der Superleague Formula, die bereits vom Automobilweltverband FIA genehmigt wurde, das erste Mal Geld verdienen. Details über den Business-Plan der Serie sind derzeit allerdings nicht bekannt. Bei der „Premier1 Grand Prix“ wurde kolportiert, dass die Fußballklubs für die Abtretung der Lizenzrechte pro Jahr jeweils eine Million Dollar bekommen sollten. Rejek wollte diese Zahlen für den BVB, der einen Fünfjahresvertrag abgeschlossen hat, allerdings nicht kommentieren. Neben dem BVB führten die Organisatoren in Deutschland übrigens auch Gespräche mit Schalke 04. Diese sind allerdings gescheitert, wie Schalke-Sprecher Gerd Voss heute mitteilte: "Zum einen konnten wir uns mit der Superleague Formula nicht über den Umfang der einzuräumenden Lizenzrechte einigen. Zum anderen wollen wir uns aber auch grundsätzlich bei möglichen neuen Geschäftsfeldern, nicht zu weit von unserem Kerngeschäft Fußball wegbewegen."
Die Autos der Serie, die in erste Linie Nachwuchsfahrern eine Chance bieten möchte, sollen indes von spezialisierten Rennteams betreut und eingesetzt werden. Gebaut werden die 750 PS starken Einheits-Boliden von der amerikanischen Rennwagenschmiede Elan Motorsports Technologies. Für 2008 plant die Superleague Formula sechs Rennwochenenden in Deutschland, England, Spanien, Frankreich, Belgien und Italien. Für 2009 sind laut Aussagen der Veranstalter dann 17 Rennen in Europa, Asien und Südamerika vorgesehen.