23.07.2010
In der Financial Times heisst es "Schumachers Schönfärberei", und dass er das Comeback schon bereuen könnte. Die Österreicher haben da schon härtere Worte und schreiben in der Wiener Zeitung von "Weggeschwemmten Hoffnungen", in Bezug auf den angeblich schleppenden Ticketverkauf für den Formel 1 Grand Prix am Hockenheimring. Auch die WELT lässt kein wirklich gutes Haar an der Rückkehr vom 7fachen Formel 1 Weltmeister Schumi: "Schumacher-Euphorie ebbt immer mehr ab..."
(Speed-Magazin.de/Formel 1) Laut WELT ist man in Hockenheim so wie auch am Nürburgring froh, dass man nur alle zwei Jahre Formel 1-Gastgeber zu sein hat. Dass das allerdings mehr mit der allgemein herrschenden Wirtschaftskrise zu tun hat, als mit den schlechten Ergebnissen von Schumi bisher, liest man nur zwischen den Zeilen.
Michael Schumacher hat in der Formel 1 Saison 2010 kaum positive Presse, und das liegt zum grössten Teil daran, dass man von Anfang an viel zu grosse Erwartungen in sein F1 Comeback gesteckt hat. Nicht nur seine treuen Fans, die seit der Ankündigung im letzten Dezember zu Weihnachten wieder brav jedes Rennen verfolgen, auch die Journalisten haben sich Schumi immer auf den vorderen Plätzen vorgestellt. Einzig die Motorsport-Experten haben von Beginn an versucht die Euphorie ein wenig einzudämmen, indem man die Fakten zusammengezählt hat. Und die sind nun mal nicht zu leugnen: Mercedes GP ist im ersten Jahr, das Auto ist immer noch in der Entwicklung, und Schumacher hat nunmal einige Jahre keinen Formel 1 Boliden mehr im Rennen gefahren.
Michael Schumacher, Mercedes GP Petronas Formel 1 Team, beim ersten Rennen der F1 Saison 2010
Dabei kann man sich sehr genau daran erinnern, als der jetzige Mercedes GP Pilot noch bei Ferrari war: Er und sein Formel 1 Auto waren eine Einheit, er fuhr den hochkarätigen Rennwagen fast im Schlaf, kannte jede Schraube, jede noch so kleine Kleinigkeit. Einfach ausgedrückt konnte er das 900PS Auto mit dem kleinen Finger fahren. Dieses Talent brachte ihm 7 Weltmeistertitel, so viele wie niemand vor ihm gewonnen hat.
Für mich ist es keine Frage, dass Michael Schumacher bei der Überlegung ob er in den Formel 1 Zirkus zurückkommen will vordergründig seinen ureigenen Wunsch nach Spass am Rennen fahren im Wettbewerb stellte. Er war ehrlich genug und schraubte die Messlatte für das erste Jahr nicht zu hoch, schon Angesichts der diesjährigen Konkurrenz, die er sehr gut einschätzte.
Und wenn man ein bisschen geduldig ist und Ross Brawn und die Jungs beim Mercedes GP machen lässt, dann werden im nächsten Jahr die Ergebnisse von Schumi so sein dass auch die Fans und Journalisten wieder zufrieden sind.
Michael Schumacher kann es sich leisten den Erfolg erst im nächsten Jahr zu haben, und Norbert Haug und Ross Brawn haben damit auch kein Problem. Aber Erfolg ist die eine Sache - wie war das nochmal mit dem Neid? Achja, den muss man sich hart erarbeiten...