15.07.2010
Das Auftaktrennen in Oschersleben machte der Reichshofer Routinier Albert Kierdorf zu seinem Rennen. Von der Pole gelang ihm nach Hockenheim vor 3 Wochen nun gleich sein 2. Gesamtsieg in der von UHSport gemanagten DMV TCC Serie zu verbuchen.
Bei glühender Hitze, also in der Sommerzeit typischem Oscherslebenwetter, bereitete der Porsche des Frontrunners, Albert Kierdorf keine Probleme. Den Verfolgern blieb nur der Blick in das feuerrote Heck des vom Start weg langsam entschwinadenden Porsche 997 RSR. Diesmal also kein Schweizer Fahrer ganz oben auf dem Podium. Die Ehre der Eidgenossen rettet jedoch am Ende der Gesamtzweite und Klassensieger bis 3,8L, Senkrechtstarter Jürg Aeberhard. Der 23jährige Biglener musste in Oschersleben mit dem Porsche 9987 GT3-Cup vorlieb nehmen. Seinen gewohnten 993 GT2 konnte Team Aeberhard in Ermangelung eines Motorbauteiles das hätte ersetzt werden müssen, hier leider nicht einsetzen. „Warten wir es ab. Ich komme schon wieder und mische mit unserem „Gelben“, der GT2 war gemeint, ganz vorne mit,“ meinte er.
Der Meisterschaft verlieh das Ergebnis mit Gesamtsieger Albert Kierdorf, dem Gesamtzweiten und Klassensieger Jürg Aeberhard und einem Gesamtdritten, Martin Dechent, besondere Spannung. Toll das blumig farbige Feld der Frontrunner in Rot, Weis, Gelb oder Orange. Martin Dechent konnte sich von den Verfolgern Thomas Langer, Jim Gebhard und GT3-Gaststarter Kehl zusehends absetzen. Gespannt verfolgt wurde von den Szenekennern das Duell Zink & Zink. Bruderkampf? „Gott bewahre,“ so der eine der Brüder. Besonders deswegen spannend, weil der meist unangefochten in seiner Klasse führende Hans Christian Zink aus der Schweiz hier seinem Bruder Udo den Vortritt lassen musste. Platz 7 und 8 am Ende also für die BMW-Boys den Zink Brüdern.
Hinter den Zink‘s und als Klassendritter Petr Kacinek sowie Tobias Paul. Wird es jetzt enger an der Tabellenspitze? In der ersten Runde kam es zu einer Kollision der GT2-Routinier „Doc Henry“ und Land-GT2-Fahrer Andreas Liehm zum Opfer fielen. Auch Jo Kreuer, Sven Krüger und Hans Peter Koller waren draußen. Voll dagegen zog KTM-Audi-Importeur Jim Gebhard auf seiner schwarz-orange lackierten Rakete davon. Gesamtrang 5 am Ende ließen erneut mächtig auf horchen. „Sollten wir die Kühlprobleme voll unter Kontrolle haben, würde sich mit ein paar zusätzlichen PS noch mehr erreichen lassen“, so einer aus dem Teamumfeld mit berechtigtem Stolz.
Vom Pech verfolgt wurden in Oschersleben die Melkus-Crew. Ein Elektronikproblem führte zum frühzeitigen Aufladen. Bester Tscheche als Gesamtneunter. Wurde Petr Kacirek im BMW M3. Die Ehre der Dänen hielt zum 3. Mal der Ex-Rallye-Hero der frühen 80er, Jörgen Hansen auf einem Cup-Megane hoch. Was der Routinier zeigte wirft die Frage auf, was dem Gesamtzweiten von 2008, damals hinter Jürg Aeberhard ebenfalls hier in Oschersleben, im Porsche, SRM-GT oder einem DTM Renner gelingen würde. Einen sehr starken Eindruck hinterließen die Fahrer aus Tschechien in der Klasse bis 2L Hubraum. Platz 1 – 4 kassierten die Herren die vor 3 Jahren noch eine sehr starke und mitentscheidende Rolle in der Meisterschaft spielten. Die Klassensiege gingen an Thomas Horacek (Skoda), Udo Zink (BMW), Frank Schreiner (Porsche 996 GT3), Jürg Aeberhard (Porsche 997 GT3), Jim Gebhard (KTM-Audi) und Albert Kierdorf, der auch den Gesamtsieg verbuchen konnte.