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Die deutschen Frauen beim 24h von Dubai: Wir sind immer die Gejagten!

Auf Händen getragen von ihren Teamkollegen: Jana Meiswinkel

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© Marion Englert

03.02.2008 Sie sind das schwache Geschlecht, sensibel, nicht abgebrüht genug und vor allem körperlich nicht geeignet. Geht es nach manchem Kritiker, dann werden es Frauen im Motorsport zu nichts bringen. Frauen seien einfach nicht geschaffen für diesen Sport, heißt es immer wieder. Formel 1-Boss Bernie Eccelstone hat einmal in einem Interview deutlich Stellung bezogen: “Keiner nimmt eine Rennfahrerin Ernst genug, um viel Geld zu investieren. Deshalb bekommen Frauen nie ein konkurrenzfähiges Auto.”

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Dass es aber genug Frauen gibt, die dieser Beschreibung spotten, hat schon vor Jahren Ellen Lohr bewiesen. Die 42-jährige spielt im Motorsport in der Oberliga. Lange Zeit galt sie gar als die schnellste Frau in dieser Disziplin. 1990 hießen ihre Gegner in der Formel 3 Michael Schumacher, Heinz-Harald Frentzen und Mika Häkkinen. Und Lohr ist nicht die einzige Frau, die den Jungs auf vier Rädern das Fürchten lehrt. Eine, die den selben Biss hat wie Lohr ist Claudia Hürtgen. Die 36-Jährige hatte gute Karten, in der Formel 1 Fuß zu fassen. Ein schwerer Unfall in Monaco aber beendete ihre Formel-Karriere. Allerdings nahm ihr der Unfall nicht die Begeisterung für den Motorsport. Die Aachenerin ist nach wie vor eine der erfolgreichsten Motorsportpilotinnen Deutschlands und war kürzlich gemeinsam mit Jana Meiswinkel die einzige deutsche Pilotin, die sich traute, den Männern bei den 24h von Dubai Paroli zu bieten.

¼ Frauenpower im Ebbing Team mit Jana Meiswinkel

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© Marion Englert

Und das bedeutet harte Arbeit. “Aufgrund meiner Statur muss ich härter trainieren als ein Mann.” Eine Sonderbehandlung erwartet sie aber nicht. “Im Team sind wir alle gleich, da macht das Geschlecht keinen Unterschied.” Hürtgen gibt aber zu, dass sie immer die Gejagte ist. “Wenn Männer merken, dass eine Frau schneller ist, fühlen sie sich provoziert und kämpfen umso mehr.”
Eine Erfahrung, die die 20-jährige Jana Meiswinkel so noch nicht gemacht hat. Sie wird von Kollegen und Konkurrenten gleichermaßen geschätzt. Das zeigt auch ein Aufkleber auf dem Ford Fiesta des Teams: ¼ Frauenpower ist dort zu lesen. Ihre männlichen Teamkollegen sind sogar stolz auf “ihr Mädchen”. “Wir haben alle das gleiche Ziel, und was zählt ist die Leistung, nicht das Geschlecht”, sagt Meiswinkel. Und die Leistung, die die beiden Frauen bei den 24h von Dubai und auch bei vielen anderen Rennen gezeigt haben, ist beachtlich. Hürtgen war nicht nur in der FIA GT-Meisterschaft erfolgreich, sondern hat zudem als erste Frau die DTC gewonnen. Und das nicht nur einmal. Janas großes Ziel ist zunächst der Gesamtsieg beim 24h-Rennen auf dem Nürburgring. Was danach kommt, weiß sie jetzt noch nicht.

Claudia Hürtgen und das Team Schubert Motorsport 1 siegten in der Klasse D1 und in der Gesamtwertung fuhren Sie auf Platz 15

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© Marion Englert

Schnelle Frauen hat Deutschland also zur Genüge. Ob es eine von ihnen hinter das Steuer eines Boliden in der Königsklasse schafft, wird sich zeigen. Für Lohr und Hürtgen ist das Thema Formel 1 allerdings abgeschlossen. Und die 20-jährige Jana aus Wilnsdorf will sich darüber noch keine Gedanken machen. Die Voraussetzungen, dass bald wieder eine Frau auf den Spuren von Lella Lombardi, der Tigerin von Turin, wandelt, sind jedenfalls gut. Die jungen Frauen müssen nur die Zähne zusammenbeißen und dran bleiben, sagt Hürtgen. “Man muss an seine Ziele glauben und die entsprechende Ausdauer entwickeln, dann kann man sich auch als Frau in diesem Sport behaupten.” Vielleicht zeigt sich dann auch, dass sich Eccelstone geirrt hat. Denn früher gab es genug Sponsoren, die dem schwachen Geschlecht eine Menge zugetraut haben. Frauen, wie der Brittin Divina Galcia, der Südafrikanerin Desiré Wilson, der Italienerin Giovanna Amati und nicht zuletzt die US-Amerikanerin Sarah Fisher. Die war bislang allerdings die letzte Frau, die in ein Formel 1-Auto klettern durfte.

Alpinestars designt ersten Rennanzug für Frauen
Die Industrie hat das Potenzial der Frauen mittlerweile erkannt. Bei den 24h von Dubai trug Jana Meiswinkel erstmals einen Rennanzug, der eigens für Frauen design wurde. Die Firma Alpinestars hat ihn entworfen und produziert. “Die Schultern sind schmaler geschnitten, er hat Strecheinsätze und betont die Figur”, sagt Meiswinkel. Sie mag den Anzug. “Diese Entwicklung war längst überfällig”, sagt sie. Denn trotz ihres Einsatzes in einem typischen Männersport legt die 20-Jährige Wert auf ihre Weiblichkeit. “Ich bin eine Frau und lege Wert darauf, auch wie eine auszusehen.”

Jana Meiswinkel fuhr mit dem Ebbing Motorsport Team 3 auf Platz 43, und in der Klasse A1 auf Platz 3

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© Marion Englert

Von Marion Englert
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