12.01.2008
Der Regen kam um 21 Uhr. Anfangs nur schwach und auch nur kurz. Kurz nach 22 Uhr aber öffnete Petrus alle Schleusen. Wolkenbruchartige Schauer verwandelten den Racetrack des Dubai Autodrome in ein Schwimmbad.
Fast die ganze Nacht mussten die Teams mit einem Wetter kämpfen, das keiner in der Wüste erwartet hätte. Die Regenschauer waren so schlimm, dass die Rennleitung gegen zwei Uhr morgens eine fast zweistündige Pace car-Phase anordnete. Diesen widrigen Bedingungen erfolgreich getrotzt und ein souveränes Rennen abgeliefert haben die diesjährigen Sieger der 24h von Dubai: Tony Quinn, Klark Quinn, Craig Baird und Jonathan Webb vom VIP Pet foods 1-Team. Sie verwiesen damit die Niederländer von Bleekemolens Race Planet 1 und die Belgier von Delahaye Renault Belgium 2 auf die weiteren Plätze. Bestes Team aus deutscher Sicht war ORMS Racing mit Marko Hartung, Stefan Neuberger und Frank Engstler auf Platz fünf.
Die Top-3-Fahrer des 24h Rennen reiten auf Kamelen zum Podium
Die Favoriten aus dem Qualifying, das Proton Competition-Team mit Allan Simonsen, Lars Erik Nielsen, dem Deutschen Christian Ried sowie dem zweifachen Porsche Supercup-Champion Richard Westbrook und das Konrad Motorsport-Team mit Jeroen Bleekemolen, Wolfgang Kaufmann, Franz Konrad und Michael Schrey hatten Pech. Der Konrad-Porsche musste wie bereits berichtet, schon in Stunde drei das Rennen aufgeben. Das Proton Competition-Team folgte wenig später. Proton gehörte genau wie das Oktanas Racing Team und die Sieger der 24h von Dubai zum Favoritenkreis von Wolfgang Kaufmann. Der nahm die Niederlage seines Teams mit Fassung. “Schlimmer ist es doch, wenn man kurz vor Schluss ausfällt, da ist die Enttäuschung viel größer.” Frustrierend sei so ein Ausfall aber allemal. Das sei immer ein herber Schlag für alle Beteiligten. “Man investiert so viel Zeit, Geld und Arbeit in die Vorbereitung und nun hat das Rennen quasi ohne uns stattgefunden.” Ein kleiner Trost ist für Kaufmann nur, dass sie mit ihrem Porsche die schnellste Rennrunde gefahren sind. Die 2:01.925 in Runde 16 wurde von keinem der anderen Teams unterboten.
Das Team um Wolfgang Kaufmann hat dieses Jahr Pech. Noch im ersten Drittel des Rennens mussten sie wegen Getriebeproblemen aufgeben
Positive Überraschungen gab es beim Team Schubert Motorsport1. Im ersten Renndrittel mit Problemen in der Box, sahen Heinz Schmersal, Stian Sorlie, Jörg Viebahn und Claudia Hürtgen als 15. die Zielflagge. Die Vorjahres-Sieger von Duller Motorsport mit Dieter Quester, Philipp Peter, Stefano Zonca und Andrea Belicchi wurden Elfte. Das Team war allerdings nicht mit dem Champ-Car aus 2007 am Start.
Das Mäder Team holt den Klassensieg in der Klasse A2 zum dritenn Mal in Folge
Erfreuliche Nachrichten gibt es aus dem Lager von Andreas Mäder. Für ihn haben sich alle Erwartungen erfüllt. Sein Team holte sich zum dritten Mal in Folge den Klassensieg in der Klasse A2. “Das soll uns mal einer nachmachen”, sagt Monika Mäder. Das Rennen in Dubai sei eines der härtesten bislang gewesen. “Die Konkurrenz war irrsinnig stark und das Wetter eine Katastrophe.” Im Gesamtklassement wurde das Team mit der Startnummer 71 16.
Von den 3 Auto die für Ebbing Motorsport am Start waren, sah nur der Ford Fiesta (nr. 83) die Zielflagge
Nicht ganz so reibungslos verlief das Rennen für die Truppe um Klaus Ebbing. Nur der Ford Fiesta sah am Samstag die Zielflagge. Das Team wurde in seiner Klasse Dritter und im Gesamtklassement 43. Der Ebbing-Porsche wurde, wie bereits berichtet, zwar wieder flott gemacht, musste aber kurz vor Mitternacht zurück an die Box. Pilot Klaus Werner versucht seine Enttäuschung zu verbergen: “Wir haben 100 Runden aufgeholt und die drittbeste Zeit gefahren, mussten letztlich aber wegen Problemen mit dem Getriebe aufgeben. So was kommt vor.” Aufgeben musste auch das Renault Clio RS-Team. Was genau die Ursache für die Beendigung des Rennens war, war auf Nachfrage nicht zu erfahren. Teamchef Klaus Ebbing jedenfalls ist stolz auf sein Team. “Die haben sich super geschlagen. Ich hätte zeitweise mit der Badehose auf der Strecke schwimmen können, so viel Wasser war da” Daher möchte er sein Team auch belohnen: “Die haben sich bis zur Schmerzgrenze verausgabt. Dafür geht es am Montag zum Quadfahren in die Wüste.”
Doppelpole und Doppelerfolg: rhino´s Leipert Motorsport auf Platz 1 und 2 in der Klasse A1
Ein Vergnügen, das sich die Mannschaft um Ingo Leipert nicht gönnen kann. Für sie geht es bereits am Montag zurück nach Deutschland. Allerdings mit einem Doppelerfolg im Gepäck: Sie sicherten sich den ersten und zweiten Platz in ihrer Klasse und die Plätze 36 und 37 im Gesamtklassement. Eine tolle Leistung, die die Erwartungen des Teams übertroffen hat. “Wir haben gehofft, mit einem Auto vorne zu sein. Die Stimmung ist also entsprechend gut”, sagt Martina Leipert. Allerdings seien jetzt auch alle froh, dass das Rennen vorbei ist. “Die nervliche Anspannung war schon enorm. Vor allem, da wir seit dem Abend mit einem Fahrzeug immer wieder Getriebeprobleme hatten.”
Probleme mit denen auch ein alter Hase im Rennsport kämpfen musste. DTM-Profi Kurt Thiim und sein RJN-Motorsport-Team wurden Vierter in ihrer Klasse und 21. im Gesamtklassement. Der dänische Rennfahrer lässt sich von solchen Niederlagen aber nicht ins Bockshorn jagen: “Unser Ziel, mindestens in die Top 20 zu fahren, haben wir knapp verfehlt.” Er hofft, nächstes Jahr wieder in Dubai starten zu können. Aber ohne die Regenschauer. “Da fährt man ein Rennen in der Wüste, und dann so etwas.” Die 24h von Dubai sehen er und sein Team nun als gute Vorbereitung für das Rennen am Nürburgring.
Kurt Thim: “Da fährt man ein Rennen in der Wüste, und dann so etwas.”
“Dafür haben wir hier viele Erfahrungen sammeln können.” Bereut hat er seinen Einsatz auf der Arabischen Halbinsel aber nicht. “In Dubai muss man einfach dabei sein. Wenn nicht wegen des imposanten Panoramas, dann wegen der zusehens größer werdenden Rennsportszene im Mittleren Osten. “Es ist toll zu sehen, dass sich im Rennsport noch was bewegt. Und hier passiert viel”, sagt Thiim.