22.12.2007
Feiner Sand wird vom Wind über die Straße getrieben, der schwarze Asphalt flimmert im 30-Grad-warmen Sonnenlicht. Es ist gespenstisch still, die Tribünen sind verlassen. Die Ruhe vor dem Sturm. Denn in drei Wochen wird sich das Autodrome, die Rennstrecke der Wüstenmetropole Dubai, in einen Hexenkessel verwandeln.
90 Teams aus 18 Nationen – allein 21 Teams kommen aus Deutschland – werden sich dann auf das dritte 24 Stunden-Rennen in Dubai vorbereiten. Von 10. bis 12. Januar gehört die Rennstrecke den Langstrecken-Profis. Viele davon sind alte Hasen, manche sogar Starter der ersten Stunde. So wie Klaus Ebbing. Er war bei der Premiere des 24 Stunden-Rennens in Dubai 2006 schon mit am Start. Im Januar kehrt er mit drei Teams in die Boomtown am Arabischen Golf zurück.
Jana Meiswinkel am Start für Team Ebbing 3 in der Klasse A1 mit Ihrem Ford Fiesta ST Cup
Die Strecke des Autodromes ist eine der modernsten der Welt. Der 5,39 Kilometer lange Rundkurs gilt aber auch als einer der anspruchsvollsten. Schnelle Geraden und knifflige Kurven wechseln sich ab. Genau richtig für Martin Kinzler, Jana Meiswinkel, Ernst Berg und Klaus Ebbing. Die vier erfahrenen Nordschleifenkenner gehen als Team Ebbing 3 in der Klasse A1 an den Start. Einsatzfahrzeug ist ein Ford Fiesta ST Cup-Version. Er gehört Jana Meiswinkel. Sie hat damit am Nürburgring einen fantastischen zweiten Platz in ihrer Klasse eingefahren. Meiswinkel ist übrigens mit Claudia Huertgen (Schubert Motorsport 1) aus deutscher Sicht die einzige Frau beim 24 Stunden-Rennen von Dubai.
Weitere heiße Kandidaten auf eine Top-Platzierung sind die ebenfalls unter der Ebbing-Flagge startenden Teams Ebbing 1 und Ebbing 2. Ersteres ist mit einem Porsche 996 RS (Klasse A6) am Start. Pilotiert wird der Wagen von dem Deutschen Klaus Werner, dem Deutschen Michael Budde und dem Österreicher Christopher Zöchling. Spannend wird es bei Team Ebbing 2. Die Deutschen Wolfgang Schmidt, Klaus Hormes, Roland Borton und Frank Aust gehen mit einem Renault Clio RS in der Klasse A2 ins Rennen. Der Klasse übrigens, in der Ebbing im vergangenen Jahr, ebenfalls mit diesem Fahrzeug, den zweiten Platz belegt hat. Klaus Ebbing reist mit einem 40-köpfigen Team in die arabische Metropole.
Das Alte Hase Team Ebbing Motorsport mit drei Autos am Start
Ebenfalls zum dritten Mal in Folge startet das Team rhino’s Leipert Motorsport beim 24 Stunden-Rennen in Dubai. 2007 hatte sich das Team in der Klasse A1 einen zweiten Platz erkämpft. Mit zwei Ford Fiesta ST will es Teamchef Ingo Leipert wissen: „Die Fahrer, die alle aus dem europäischen Tourenwagenbereich kommen, können beachtliche Erfolge in ihren jeweiligen Rennserien vorweisen." Die Mechaniker des Teams sind Profis im Tourenwagen- und Formel-Bereich und haben bereits einen guten Job bei den vorangegangenen 24 Stunden-Rennen in Dubai geleistet. Für Leipert sind das die besten Voraussetzungen, um mit beiden Fahrzeugen in der Klasse A1 Siege einzufahren. Pilotiert werden die zwei Fiestas von den beiden Schweizern Fredy Barth und Antonio Citera, den Deutschen Christopher Mies, Joe Schmidtler und Marcel Leipert sowie dem Letten Mareks Stolcermanis und den beiden Ukrainern Pavlo Gontovyi und Oleksander Danylchenko.
Keine Angst vor den Porsches oder BMWs der Konkurrenz hat das Team um Andreas Mäder. Der Schweizer Harald Jacksties und die Deutschen Reinhold Renger, Friedhelm Mihm und Reiner Schönauer werden auch 2008 alles geben. 2007 platzierten sie sich auf Gesamt-Rang 13. Eine beachtliche Leistung wenn man bedenkt, dass sie sich mit ihrem 2-Liter Honda S 2000 gegen mehr als 20 Porsches und BMWs behaupten mussten. Noch stärker in Erinnerung geblieben sind den Fans aber die beiden Klassen-Siege in 2006 und 2007. Mäder Motorsport ist ein Team, das man nicht aus den Augen lassen sollte.
Mäder Motorsport, Piloten: Andreas Mäder (D), Reinhold Renger (D), Harald Jacksties (CH), Reiner Schönauer (D) und Friedhelm Mihm (D), 2008 wieder mit einem Honda S 2000 am Start des dritten 24h Dubai
Das exotischste deutsche Team aber ist wohl das Al Faisal Racing Team. Al Faisal, Prince Khaled Bin Sultan Bin Abdallah aus Saudi Arabien wird ebenso wie seine Landsmänner Al Faisal Abdulaziz Bin Turki und Bandar Al Esayi sowie dem Engländer Paul Spooner unter deutscher Flagge starten. Die Piloten sind alte Hasen. Sie haben bereits mehrere Klassensiege eingefahren. Ihr Ziel für 2008: „Wir wollen das neue Jahr mit einem guten Ergebnis beginnen.“ Sie gehen mit einem BMW 120d ins Rennen.
Die Speed-Magazin Autorin die mittendrin aus dem Hexenkessel Dubai für uns berichten wird: Marion Englert lebt seit einem Jahr in Dubai, der Boomtown der Vereinigten Arabischen Emirate. Anfang 2007 folgte die Redakteurin und Fotografin ihrem Mann in die Wüstenmetropole. Für Speed Magazin.de kann sie daher quasi vor der Haustüre recherchieren. Nach einer Fotografen-Ausbildung war die heute 36-jährige viele Jahre fest-freie Journalistin für die Zeitungsgruppe Münchner Merkur/ tz. Zwei Jahre davon arbeitete sie ausschließlich in der Sportredaktion. Nach einem Auslandsaufenthalt in Los Angeles/ Kalifornien folgten ein Redaktions-Volontariat und anschließend die Leitung einer regionalen Wochenzeitung. Nach weiteren Jahren als Pressesprecherin für diverse Motorsportveranstaltungen und freie Redakteurin hat sie ihr Hobby zum Beruf gemacht und die Chefredaktion eines Motorrad-Magazins übernommen. Seit Anfang 2004 arbeitet sie wieder als freie Redakteurin und betreut als Pressesprecherin neben diversen Sportevents auch Europas größte Motocross-Serie, die ADAC MX Masters.