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Patric Niederhauser trotzt Turbulenzen in Zandvoort: Meisterschaftsführung im ADAC GT Masters ausgebaut

Patric Niederhauser holt an schwierigem Wochenende in Zandvoort wichtige Punkte

14.08.2019 (Speed-Magazin.de) Die Sommerpause des ADAC GT Masters fand am vergangenen Wochenende in Zandvoort endlich ihr Ende. Für Patric Niederhauser bedeutete das die Rückkehr ins Cockpit seines Audi R8 LMS GT3 von HCB-Rutronik Racing. Der Schweizer und sein Teamkollege Kelvin van der Linde reisten als Führende der Gesamtwertung zur vierten Station 2019 an die niederländische Nordseeküste. An einem turbulenten Wochenende baute das Duo trotz einer unglücklichen Nullrunde am Samstag seinen ersten Platz in der Meisterschaft erfolgreich aus. 

Im ersten Qualifying brillierte Niederhauser am Samstag bei nassen Bedingungen mit dem zweiten Platz im Feld der 31 GT3-Boliden, obwohl er und van der Linde in den Trainings am Vortag nicht die richtige Balance für ihren Audi fanden. Das Rennen verlief trotz der vielversprechenden Ausgangslage nicht nach Plan. Ein Ausritt des Teamkollegen und ungünstiges Timing einer Safety Car-Phase warf Niederhauser aus den Punkterängen. Nach sechs Punktefahrten in Serie ging er damit das erste Mal in dieser Saison leer aus.

Auf diesen Rückschlag folgte im zweiten Rennen am Sonntag eine kleine Wiedergutmachung. Van der Linde qualifizierte das Auto auf Startposition zwölf. In einem fehlerfreien und sauberen Lauf arbeiteten er und Niederhauser sich auf den neunten Platz vor und stellten acht Punkte sicher. Dadurch reisten sie mit 18 Zählern Vorsprung auf ihre Verfolger und dem Titel des Halbzeit-Meisters im Gepäck aus Zandvoort ab.

© Gruppe C Photography | Zoom
Zeit, sich an der Tabellenspitze zu sonnen, bleibt nach den Rennen in den Niederlanden keine, denn der nächste Halt des ADAC GT Masters steht bereits am kommenden Wochenende an. Auf dem Nürburgring werden vom 16. bis 18 August die Läufe neun und zehn in der Liga der Supersportwagen ausgetragen. In der Eifel will Patric Niederhauser an die Form der ersten Saisonrennen anknüpfen und seine Titelambitionen mit weiteren Top-Resultaten unterstreichen.

Patric, ihr habt die Führung in der Meisterschaft erfolgreich verteidigt, doch das Wochenende hätte noch besser laufen können...
Im ersten Training lief es im Regen sehr gut. Dann trocknete es ab und uns fehlte plötzlich die Pace. Das Team hat das Auto die ganze Nacht über untersucht und komplett auseinandergenommen. Die Jungs haben nicht geschlafen und dann hat es am Samstag im Qualifying zum Glück geregnet. So konnte ich Platz zwei herausfahren, was natürlich großartig war. Ich war mit dem GT3 seit Ewigkeiten nicht mehr im Regen gefahren. Letztes Jahr habe ich trotz des Einsatzes in Asien bei den Rennen nicht einen Tropfen Regen gesehen. Das Auto hat im Nassen sehr gut funktioniert. Aber im Rennen war es wieder trocken und dann kam auch noch Pech dazu.

Dein Teamkollege war kurz neben der Strecke, aber das war nicht euer größtes Problem, oder?
Das war einfach nicht unser Tag. An der Stelle, an der Kelvin im Kiesbett war, sind auch einige andere Fahrer abgeflogen. Es war dort sehr rutschig. Aber danach kam auch eine Safety Car-Phase, und die hat uns noch weiter zurückgeworfen. Wir sind durch die Boxenstopps aus den Punkterängen herausgerutscht. Danach ging es um nichts mehr. Kelvin ist ein Vollblut-Racer und hatte nach seinem Fehler außerdem Frust im Bauch, deshalb hat er weiter hart gekämpft. Aber unsere Aussicht auf ein zählbares Resultat war längst dahin.

Das zweite Rennen lief dafür besser und hat euch einige wertvolle Punkte gebracht.
© Gruppe C Photography | Zoom
Ja, immerhin haben wir da noch Punkte geholt. Das Rennen am Sonntag war nicht schlecht. Sicherlich wäre es besser gewesen, etwas weiter vorne zu starten. Wir wissen ja, wie schwierig das Überholen in Zandvoort ist. Aber Kelvins zwölfter Platz im Qualifying war trotzdem eine gute Ausgangslage. Im Rennen haben wir sofort gespürt, dass wir beim Setup doch noch einmal die Kurve bekommen haben. Die Balance war deutlich besser als zuvor. Da hat das Team super Arbeit geleistet, das auszusortieren. Mit dem neunten Platz können wir wirklich zufrieden sein.

Vor allem habt ihr damit eure Führung in der Meisterschaft ausgebaut und euch den Titel des Halbzeit-Meisters gesichert.
Das ist immer noch kein Titel. Aber es bedeutet mir trotzdem viel, denn es heißt, dass wir immer noch führen. Es ist toll, mit einem neuen Team, das in dieser Konstellation sein erstes Jahr fährt, nach der ersten Hälfte der Saison auf Platz eins zu sein. Das zeigt schon, dass wir in der letzten Zeit vieles richtig gemacht haben. Ich hoffe, dass wir so weiterarbeiten. Dass wir unsere Führung an so einem Wochenende noch ausgebaut haben, ist Wahnsinn.

Und in einer Woche habt ihr schon die Möglichkeit, Zandvoort vergessen zu machen und an eure Form aus den ersten Saisonrennen anzuschließen.
Für die Rennen auf dem Nürburgring habe ich große Hoffnungen. Die Autos liegen von der Performance her dort sehr eng zusammen, aber ich glaube, die Strecke liegt auch mir sehr gut. Ich hatte dort in den letzten Jahren einige gute Wochenenden, vor allem in meinem ersten Jahr im ADAC GT Masters, als ich auch Audi gefahren bin. Aber wir dürfen die anderen auf keinen Fall unterschätzen. Einige Teams hatten einfach nur einen schlechten Start in die Saison, aber wenn sie so weitermachen, werden sie auch harte Konkurrenten im Kampf um die Meisterschaft. Wir hoffen, dass wir am Nürburgring wieder ein besseres Wochenende haben werden.


Patric Niederhauser PR


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