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Formel 1: F1 Halo Kopfschutz kommt 2018

Nico Hülkenberg testete das System 2016

21.07.2017 (Speed-Magazin.de) Die FIA bestätigte am vergangenen Mittwoch dass der ungeliebte Cockpit-Schutz 2018 verbindlich eingesetzt werden wird. Bei dem Treffen der F1-Strategiegruppe in Genf mussten die Beteiligten eine Zusage aus dem Jahr 2016 umsetzen, wonach ein zusätzlicher Cockpit-Schutz für 2018 beschlossen wurde.

Da kein anderes System als dieser Bügel ausreichend getestet wurde, hat die FIA nun dieses für die nächste Saison verbindlich vorgeschrieben. Aufgrund der nicht gerade berauschenden Optik des Teils entwickelt Red Bull 2016 den Aeroscreen, der von der FIA weiterentwickelt wurde. In England testete Sebastian Vettel dieses wie eine Windschutzscheibe aussehenden nun „Shield“genannte Teil. Nach einer Runde war des Test aber bereits vorbei, da durch die Krümmung die Sicht nach vorne verschwommen wirkt, so als ob man schielt! Nachdem die Zeit für weitere Tests nicht ausreicht muss auf den ungeliebten Halo zurückgegriffen werden. Von den zehn Teams hat nur eines für die Einführung des Schutzes gestimmt, man munkelt das Ferrari der Fürsprecher war. In der letzten Saison ist das Halo System von allen Teams bereits ausgiebig getestet worden. Beschwerden über der Fahrer bezüglich schlechter Sicht oder anderer Behinderungen blieben aus. Das Design ist noch nicht final entschieden, die FIA ist für Verbesserungsvorschläge der Optik offen.

Halo Test von Mercedes 2016 in Spa
Halo Test von Mercedes 2016 in Spa
© Speedpictures | Zoom
Niki Lauda sieht in dem Halo-System einen Widerspruch zur aktuellen Entwicklung der Formel 1 „Wir haben neue Autos gebaut die den Fans gefallen und den Fahrern mehr abverlangen. Nun setzen wir so ein Stahlgerüst auf die Autos“. Lauda findet das die FIA überreagiert bei dem Thema. „Die Formel 1 Autos sind so sicher und das Restrisiko ist sehr gering. Diese Entscheidung ist schlecht für die Formel 1“. Er lehnt einen Cockpit-Schutz nicht generell ab, meint aber: „Das System ist noch nicht richtig ausgetestet und zu diesem Zeitpunkt grundfalsch“. Auch Red Bull Motorsport-Berater Dr. Helmut Marko spricht sich gegen Halo aus. „Diese Entscheidung widerspricht der DNA der Formel 1. Wenn man einen verletzten Fahrer bergen muss oder wenn ein Fahrzeug brennt, es gibt keine klaren Richtlinien ob der Schutz sich nicht auch negativ auswirken kann“. Die Fahrer halten sich noch bedeckt bezüglich der neuen Gegebenheit. Vettel sagte im letzten Jahr: „Die Optik ist nicht schön. Wir hatten in den letzten Jahren mit Justin Wilson, Henry Surtees und Jules Bianchi Unfälle die mit einem entsprechenden System eventuell glimpflicher ausgegangen wären“.


Horst Bernhardt / ND


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