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Formel 1 Bahrain 2017: Vettel verweist Silberpfeile auf die Plätze

Bildquelle: Sky Sports News HQ Twitter

21.04.2017 (Speed-Magazin.de) (Nachlese F1 GP Bahrain 2017/Pitula) Einmal mehr hatte Ferrari Pilot Sebastian Vettel den schnellsten Boliden, der ihm zusammen mit einer klugen Strategie zur jetzigen WM-Führung verhalf. Nach dem Formel1 Rennen 2012 und 2013 ist es sein dritter Triumph in Bahrain. Glatte 6,7sek trennten den grossen Rivalen Lewis Hamilton vom Deutschen. Ferraris zweiten Sieg in der F1 2017 konnten die Mercedes Piloten Hamilton und Bottas allerdings nicht wirklich gefährden. Vettel liess keinen Zweifel daran, dass er in dieser Grand Prix Saison 2017 um den WM-Titel kämpfen wird!

Für die Fans hiess es: Mut zum Risiko im Qualifying

Der Schein trügt. Wer auf Guts.com Sportwetten online abschliesst, wird feststellen dass die Buchmacher ungeachtet des augenblicklichen WM-Standes zu Gunsten von Sebastian Vettel trotzdem Lewis Hamilton mit einer Quote von 1,85 vor Vettel (Quote 2,10) führen. Und während nun deren Teamkollegen Valtteri Bottas und Kimi Räikkönen mit Quoten von 24,00 und 48,00 weit abgeschlagen zurückliegen, sah es im GP Bahrain Qualifying erst wirklich danach aus, als hätten die Buchmacher Recht. 0,4 Sekunden blieb der Heppenheimer hinter Bottas und Hamilton zurück. Doch Ferraris Entscheidung für ein Set-up das die Hinterreifen schont, sollte sich letzten Endes dann doch als Erfolgsgeheimnis entpuppen.

Sebastian Vettel liebt sein Auto

Bildquelle: Feral Motorsport Twitter
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In der Tat war im Grossen Preis von Bahrain vom Abstand wie im Qualifying auch nichts mehr zu spüren. Vergessen war im Nu der Frust. Die abgedroschene Redensart "Wer nicht wagt, der nicht gewinnt" schien sich bereits in dem Moment zu bewahrheiten, als Vettel noch vor Kurve 1 am Mercedes von Hamilton aussen vorbeigehen konnte. Just da spürte er instinktiv, dass er schneller war und ein Wörtchen mitreden würde.

Entsprechend gross ist die Freude über den italienischen Boliden. Die Durststrecke von Ferrari ist anscheinend überwunden. Die Scuderia vermag Mercedes im Rennen nicht nur mächtig zuzusetzen, sondern die Silberpfeile auch von der ersten Startreihe zu verdrängen.

GP Bahrain: Safety Car wieder mit von der Partie

Während Lewis Hamilton vergleichsweise problemlos zu bezwingen war, wollte Valtteri Bottas die Führungsposition zuerst partout nicht an die beiden Weltmeister hinter ihm (Sebastian Vettel und Lewis Hamilton) abgeben. Weil es für den Heppenheimer schwierig war auf der Geraden am Mercedes vorbeizugehen, entschied er sich wie auch schon beim Grand Prix in Shanghai zu einem frühen Boxenstop. In Runde 11 holte er sich seine neuen Pirelli supersoft Reifen ab. Er kam auf P12 wieder ins Feld zurück.

Bildquelle: Formula 1 Twitter
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Kurz darauf krachte Carlos Sainz mit seinem Toro Rosso in den Williams von Lance Stroll. Die Folge: Das Safety Car musste raus. Alle Piloten ausser Vettel nutzten das SC um ihren Reifenwechsel zu machen. Während sich Hamilton dabei eine 5-Sekunden-Strafe einhandelte, weil er Daniel Ricciardo im Red Bull durch zu langsames Fahren aufhielt (um Teamkollege Bottas beim zeitgleichen Boxenstopp nicht in die Quere zu kommen) übernahm Vettel die Führung.

Mercedes Stallorder war kein Mittel zum Zweck

Mercedes F1 Motorsportchef Toto Wolff ärgerte sich begreiflicherweise die Krätze an den Hals. Und wie um seinen Fehler zu korrigieren verdonnerte er Bottas in der folgenden Aufholjagd seinem Teamkollegen Hamilton nicht hinderlich im Weg zu stehen. Zwar kämpfte Bottas mit zu hohem Reifendruck, weil durch einen funktionsuntüchtigen Generator die überschüssige Luft nicht abfliessen konnte, der Mercedes-Stallorder leistete er aber nur ungern Folge. Genützt hat es Hamilton am Ende so und so nichts. Auch ohne 5-Sekunden-Strafe hätte er Vettel nicht um seinen Sieg bringen können.

Phänomenale Fahrernoten für Vettel...

Bildquelle: Formula 1 Twitter
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... das ist das Ergebnis einer Leserbefragung von Motorsport-Total. Noch nie hatte ein Fahrer so gut bei der Bewertung abgeschnitten wie Vettel mit seiner Performance im Grossen Preis von Bahrain. Im Unterschied dazu landete Lewis Hamilton lediglich auf Platz 9, auch wenn sich da die Geister scheiden. Während manche Redaktionsmitglieder die sensationelle Aufholjagd des Briten im Finish über den grünen Klee lobten, verziehen ihm andere weder die Zeitstrafe im Boxenstop, noch die Niederlage im Qualifying gegenüber Teamkollege Bottas. Die Leser wählten die goldene Mitte und erachteten im Schnitt die Note 2,7 als angemessen.

Hamilton reagiert darauf gewohnt gelassen. Ohne die 5-Sekunden-Strafe hätte er unter Garantie gewonnen, ist seine eigene Meinung. Diesen grenzenlosen Optimismus teilt Teamkollege Valtteri Bottas nicht. Für den Finnen ist Sebastian Vettel zur Stunde einfach eine Klasse besser. Der italienischen Haussegen bei Ferrari hängt Dank der letzten Erfolge des Deutschen auch nicht mehr schief. Im Vorjahr sprach noch alle Welt von der Krise, jetzt dürften die kommenden Vertragsverhandlungen hingegen nur noch Formsache sein. Mit erfreulichen Resultaten hat es sich bei der Scuderia aber von jeher herrlich und in Freuden gelebt, weshalb Gerhard Berger Vettel davon abrät, zu Mercedes zu wechseln. Und der Österreicher muss es wissen. Schliesslich hat er selbst 6 Jahre seiner Karriere den Italienern als Fahrer gedient.


Sebastian Pitula


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