zur Startseite

Stefan Mücke fehlt bei den 24 Stunden von Le Mans 2019 das nötige Glück

Safety-Car-Phasen werfen Stefan Mücke, Olivier Pla und Billy Johnson im Ford GT Nr.66 zurück

18.06.2019 (Speed-Magazin.de) Am vergangenen Wochenende ging Stefan Mücke vor 252.500 Zuschauern zum 13. Mal bei den legendären 24 Stunden von Le Mans an den Start. Gemeinsam mit seinen Teamkollegen Olivier Pla und Billy Johnson pilotierte er in der LM GTE Pro-Klasse den Ford GT Nr.66 vom Ford Chip Ganassi Team UK. Der Ford GT Nr.66 trat in einer Speziallackierung an, die an den GT40 erinnerte, mit dem Bruce McLaren und Chris Amon 1966 den ersten Le-Mans-Gesamtsieg für Ford feierten.

Von Platz neun gestartet, war es für das Team durch Unterschiede in der Topspeed nicht ganz einfach, den Anschluss nach vorne zu halten. Zudem erforderten zwei Reifenschäden zusätzliche Boxenstopps, die das Trio zurückwarfen. Pech bei zwei Safety-Car-Phasen und eine Kollision mit einem Konkurrenten nahmen jegliche Chance auf ein Top-Resultat. So blieb für Mücke, Pla und Johnson zunächst der siebte Rang in der LM GTE Pro. Nach der Disqualifikation eines Konkurrenten rutschte das Trio noch eine Position nach vorne auf Platz sechs.

Mit den 24 Stunden von Le Mans fand die erste Super Season der FIA World Endurance Championship (WEC) ihren Abschluss. Mücke und Pla erfuhren sich in den acht Rennen Rang fünf in der hart umkämpften Fahrerwertung der LM GTE Pro.

Sechs Fragen an Stefan Mücke

Welche Faktoren waren für euren Rennverlauf entscheidend?

© Ford Chip Ganassi Racing | Zoom
Man braucht für ein Top-Ergebnis Speed und Glück - das war unser Problem. Wir haben schon zu Beginn des Rennens gemerkt, dass uns Speed auf den Geraden fehlt. Die Konkurrenz hatte vor allem im unteren Drehzahlbereich mehr Leistung. Deswegen haben wir uns entschieden, auf einen aerodynamisch optimaleren Heckflügel zu wechseln. Er hat unsere Topspeed verbessert und geholfen, dass wir uns im Feld wieder weiter nach vorne kämpfen konnten. Das war nicht zuletzt nötig, weil wir in der Anfangsphase relativ dicht hintereinander zwei schleichende Plattfüße hatten. Durch sie mussten wir zwei zusätzliche Boxenstopps einlegen und dabei hat uns das Safety Car einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Schildere bitte die Situation mit den Safety Cars.
In Le Mans gibt es die Besonderheit, dass drei Safety Cars auf der Strecke verteilt sind. Es ist enorm wichtig, hinter dem seiner eigenen Klasse wieder auf die Strecke zu kommen. Das ist uns leider in beiden Fällen verwehrt geblieben und so wurden wir vom Rest unserer Klasse getrennt. Wir hatten dann fast eine Runde Rückstand. Im Vorfeld hieß es, dass es mehr Full-Course-Yellow-Phasen geben soll, also dass alle auf 80 km/h verlangsamen und ihre Positionen halten. Das hat am Anfang auch geklappt, aber dann gab es etwas heftigere Unfälle und so kamen die Safety Cars doch zum Einsatz. Das war in Le Mans leider in den letzten Jahren oft rennentscheidend und für unser Ergebnis dieses Jahr maßgeblich.

Mit welchen Gefühlen bist du aus Le Mans abgereist?
Natürlich hätten wir uns einen Podiumsplatz gewünscht. Betrachtet man aber alle Faktoren, ist ein sechster Platz aller Ehren wert. Die LM GTE Pro-Klasse ist extrem eng und wir sind trotz aller Widrigkeiten hinter unserem Schwesterauto ins Ziel gekommen. Von unserer Seite war es ein fehlerfreies Rennen, deswegen können wir zufrieden sein.

Wie viele Stints bist du gefahren?
© Ford Chip Ganassi Racing | Zoom
Ich war als Zweiter im Auto und bin einen Tripel-Stint gefahren, etwa von 17 bis 20 Uhr. In der Nacht war ich ungefähr von 0:30 bis 4:30 Uhr im Auto. Es war ein ziemlich langer Tripel-Stint, da es erneut Safety-Car-Phasen gab. Von 9 bis 11 Uhr war ich nochmal im Einsatz. Insgesamt waren es gut neun Stunden Fahrzeit.

In der Nacht war dein Teamkollege in eine Kollision verwickelt. Wie hast du die Situation gesehen?
Es war ein Überholmanöver, bei dem keiner nachgeben wollte. Daher kam es zur Kollision und zum Dreher. Ich würde es aber als Rennunfall betrachten. Unser Auto war vorne leicht beschädigt und wir haben beim Boxenstopp die Frontpartie gewechselt. Der Vorfall hat uns nicht so viel Zeit gekostet, weil wir eh schon Rückstand hatten und nach hinten ein ganz gutes Polster. Es war der einzige Zwischenfall, den wir hatten.

Wie sieht dein Fazit nach der ersten Super Season der WEC aus?
Es war eine ziemlich durchwachsene Saison, die wir am Ende auf Rang fünf der Gesamtwertung abgeschlossen haben. Besonders der Anfang war mit dem Sieg in Spa und zwei Pole Positions wirklich klasse. Leider war in einigen Rennen auch das Glück nicht auf unserer Seite. Trotzdem sind wir mit der Saison und dem Abschluss in Le Mans ganz zufrieden.


Mücke Motorsport


Die Mobile-App von Speed-Magazin.de